Mittwoch, 21. Mai 2014

Zara von Asphodel - Rebellin und Magierin - Ellen Renner

Eine Welt voller Magie und doch so kalt und hart

Zara ist die Tochter des Erzmagiers von Asphodel und bekleidet somit eine hohe Stellung unter den Magiern. Sie kann sich noch so sehr anstrengen, in den Augen ihres Vaters wird Zara immer versagen und sie hasst ihn dafür, was er ihrem Tribut-Mädchen, ihrer Freundin angetan hat, der sie heimlich das Lesen beigebracht hat und ihrer Mutter angetan hat. Deshalb hat Zara sich einer Gruppierung namens „Die Erkenntnissuchenden“, die dafür einstehen, den, unter widrigsten Umständen lebenden Nicht-Magiern, ein besseres Leben zu verschaffen. Eines Tages erreicht ein Gefangener, ein junger Erschaffer die Stadt und Zara weiß sofort: Sie muss Aidan helfen, denn in Asphodel lauert nur der Tod durch die Hand ihres Vaters…

„Zara von Asphodel“ hat mich sofort angesprochen, als ich das Buch in der Verlagsvorschau entdeckt hatte. Ich war gespannt, wie die Autorin die Gesellschaft der Magier anlegen würde und ich war zu beginn erstaunt und erschüttert, dass die Magier wie die Könige in ihrem Schloss leben, während alle Nicht-Magier als Sklaven dienen, sogar ihre erstgeborenen Kinder den Magiern ausliefern müssen. Sie werden von den Magiern, allen voran Zaras Vater, wie Vieh behandelt und auch tituliert. Einzig und allein die Gilde der Diebe macht den Magiern ein wenig zu schaffen, denn die Diebe können sich für Magier unsichtbar machen und ihren verstand verschließen, so dass sie auch unter Folter keine Informationen preisgeben. Die Erschaffer sind besonders interessant und auch geheimnisvoll, denn sie haben es geschafft, sich von der Herrschaft der Magier zu befreien und leben nun als freie Menschen jenseits einer befestigten Mauer.

Als gewöhnungsbedürftig empfand ich den Schreibstil, denn Zara ist die Ich-Erzählerin und irgendwie hat es mich dieses Mal ein wenig gestört. Ich mochte die eingeschränkte Sichtweise hier nicht, hätte mir mehr grundsätzliche Informationen um Zara und die Magier Gesellschaft herum gewünscht. Mir hätte der auktoriale Erzählstil hier besser gefallen, weshalb ich auch einen Stern abziehen muss. Ansonsten mochte ich den Schreibstil, er war leicht, locker und flüssig zu lesen und ich habe schnell in die Geschichte hinein gefunden. Es wurde recht schnell spannend und durch einige Rückblenden in Zaras Vergangenheit, konnten auch solch grundlegende Dinge wie Zaras Hass auf ihren Vater Benedict erklärt werden. 

Die Protagonisten kommen neben Zara alle ein wenig zu kurz. Zara steht im Mittelpunkt der Ereignisse und spioniert für die Erkenntnissuchenden. Sie schwebt immer in großer Gefahr von ihrem Vater entdeckt zu werden. Als Strafe winkt etwas Schlimmeres als der Tod: Ihr Verstand würde gebrochen werden und sie müsste ihrem Vater für immer als willenlose Sklavin dienen. Aidan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Der junge Erschaffer ist stolz und unerschrocken, doch natürlich ist er misstrauisch als Zara plötzlich seiner Zelle auftaucht und ihm helfen will. Dann ist da noch die kleine Diebin Twiss, die eine wirklich große Persönlichkeit besitzt. Trotzdem oder gerade deswegen wird sie auf Irrwege geleitet, von denen sie nur schwer wieder zurück findet.

Die Umschlaggestaltung des Hardcovers finde ich durchaus gelungen. Es ist das bruchstückhafte, dunkelblaue Profil eines Mädchens zu sehen, deren Gesicht nahtlos in lange Federschwingen übergeht. Dies soll darstellen, wie der Geist eines Magiers mit dem eines Tieres, bzw. eine Adlers verschmelzen kann. Dies ist vor einem hellen Hintergrund dargestellt, so dass es sich gut abhebt, ebenso wie der rote Buchtitel. Das Cover sticht auf jeden Fall aus der Masse heraus und gefällt mir gut!

Fazit: „Zara von Asphodel – Rebellin und Magierin“ von Ellen Renner vereint eine magische Welt voller Unterdrückung und Schmerz mit einer Geschichte um ein junges Mädchen, das sich gegen ihren brutalen Vater auflehnt und dabei selbst von denen, denen sie glaubte vertrauen zu können verraten wird. Es geht um ein Versprechen, das eingelöst werden muss, um eine aufkeimende Liebe, die aber nicht zu viel Raum einnimmt und um eine Kinderseele die Höllenqualen durchleidet. Es ist eine Geschichte voller Tiefgründigkeit, Hoffnung und Spannung und somit annähernd perfekt, wenn da nicht die Sache mit dem Ich-Erzähler wäre… Ich vergebe sehr gute vier von fünf Sternen mit Tendenz nach oben!



von Ellen Renner
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423760885
ISBN-13: 978-3423760881
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Originaltitel: Tribute

Rezension vom 21.05.2014

Herzlichen Dank an den   Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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