Sonntag, 25. Mai 2014

Amokspiel - Sebastian Fitzek

Fitzek wie er leibt und lebt!

Eigentlich wollte Polizeipsychologin Ira Samin nur eine Cola light Lemon im Laden um die Ecke holen, als Henkersmahlzeit quasi, denn sie hat vor ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch da kommt ihr eine bewaffnete Geiselnahme in einem Berliner Radiosender dazwischen, denn ein ehemaliger Kollege vom SEK fordert Ira als Verhandlungsführerin an. Der Geiselnehmer spielt ein perfides Spiel: Er ruft wahllos in Berlin Leute an und wenn sich jemand nicht mit der vorgegebene Parole meldet, bringt er eine Geisel um. Für Ira Samin beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Geiselnehmer verlangt das Unmögliche von ihr: Sie soll seine bei einem Autounfall ums Leben gekommene Verlobte zu ihm in den Radiosender bringen…

„Amokspiel“ ist mein fünfter Psychothriller von Sebastian Fitzek und er ist ein bisschen anders, als seine übrigen Werke. Hier fließen viele Informationen zum Thema Radiosender und zur Arbeit eines Sondereisatzkommandos (SEK) ein. Es spielen aber auch viele psychische Aspekte eine Rolle, so muss Protagonistin Ira dem Geiselnehmer Jan ihre Gefühlswelt offenbaren, damit er ihr erzählt, was er verlangt. Es verbergen sich einige Wendungen in der Story und ein paar Wirrungen, die ich absolut für gelungen halte. So wurde ich z.B. am Ende davon überrumpelt, wer der Maulwurf der Operation war. Hier hat der Autor also ganz Arbeit geleistet! Natürlich hätte man schon früher darauf kommen können, aber es war so spannend, dass ich einfach über die Anzeichen hinweggelesen habe.

Der Schreibstil des Autors war wie immer toll und flüssig zu lesen. Es kommt, wie gewohnt, sehr schnell Spannung auf, die nicht mehr abreißt. So entwickelt sich der Psychothriller schnell zum richtigen Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Durch ein paar eingebaute Cliffhanger wurde die Spannung manchmal ins unermessliche gesteigert und ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Die Beschreibungen und Erklärungen waren bildlich und gut verständlich. 

Die Protagonisten gefielen mir insgesamt sehr gut. Ira Samin ist eine sympathische Hauptprotagonistin, die allerdings mit psychischen Problemen und einer Alkoholsucht zu kämpfen hat, seit ihre älteste Tochter Sara vor ca. einem Jahr Suizid begangen hat und sie ihr nicht helfen konnte. Ira plagt sich vor allem mit Schuldgefühlen, was noch dadurch verschlimmert wird, dass ihre jüngere Tochter Katharina seit dem nicht mehr mit ihrer Mutter redet. Der Geiselnehmer Jan ist eine getriebene Persönlichkeit, die man durch Iras Telefonate mit ihm gut kennen lernt und sogar Sympathien für ihn entwickelt. Es gibt noch eine Vielzahl an interessanten und mitunter verkorksten Nebenfiguren, die allesamt interessant sind und dem Buch den besonderen Thrill geben.

Das Cover meiner Weltbildausgabe ist unspektakulär, denn man sieht nur ein Mikrofon darauf, wie es auch im Radio benutzt wird. Mir gefällt es nicht so gut, wie die Cover der Dromer-Knaur-Ausgaben.

Fazit: „Amokspiel“ von Sebastian Fitzek ist mal wieder ein Psychothriller mit Suchtfaktor. Wenn man das Buch einmal begonnen hat, kann man es nicht wieder aus der Hand legen! Einzig und allein das Ende war ein wenig zu happy-ending, was mich aber nicht weiter gestört hat. Ich vergebe wunderbare fünf von fünf Sternen!



von Sebastian Fitzek
bezieht sich auf die Taschenbuchaussgabe von Droemer-Knaur:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur; Auflage: 1. Auflage (1. April 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426637189
ISBN-13: 978-3426637180

Rezension vom 25.05.2014

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