Samstag, 30. November 2013

Die Feuer von Troia - Marion Zimmer Bradley

Die Griechische Sage um den Trojanischen Krieg einmal anders

Die Geburt der Zwillinge von Königin Hekabe steht unter keinem guten Stern. In einem schlimmen Traum sieht sie voraus, dass ihr ungeborener Sohn für den Untergang Troias verantwortlich sein würde. König Priamos von Troia bestimmt, dass Paris vor den Toren seiner Heimat als Ziegenhirte aufwachsen soll. Die Zwillingsschwester darf Hekabe behalten und tauft sie auf den Namen Kassandra. Doch natürlich nützt dies alles nichts und Paris bricht den Trojanischen Krieg vom Zaun nachdem er Jahre später seine königliche Herkunft entdeckt und die schöne Helena aus Griechenland entführt hat. Kassandra wächst unterdessen behütet im königlichen Palast auf und wendet sich aufgrund ihrer Sehergabe einem Leben als Apollon Priesterin zu. Doch die Zukunft Troias ist besiegelt…

Marion Zimmer Bradley ist eine einmalige Erzählerin und sie hat mich mit „Die Nebel von Avalon“, in dem sie die Artussage aus Morgaines Sicht neu erzählt total in ihren Bann geschlagen. In „Die Feuer von Troia“ versucht sie dieses Konzept nochmals anzuwenden, indem sie eine altbekannte Sage aus der Perspektive von Kassandra der Seherin und Priesterin, neu auflegt. Leider hat sie mich mit diesem Buch nicht so richtig überzeugen können, obwohl erzählerisch alles stimmt. Die Kulisse an sich ist spannend, aber man merkt einfach, dass Marion Zimmer Bradley in der keltischen Mythologie zu Hause ist und nicht in der Griechischen. Was in „Die Nebel von Avalon“ absolut stimmig ist, wirkt hier konstruiert und zusammengeschustert. Damit meine ich vor allem den religiösen Part, den Frauenkult, der hier auch angesprochen wird und der natürlich von den männlichen Göttern, bzw. den Männern, ausgelöscht wird.

Der Schreibstil an sich ist absolut einwandfrei und flüssig zu lesen. Marion Zimmer Bradley ist für mich eine der besten Erzählerinnen des letzten Jahrhunderts und das merkt man natürlich auch in diesem Buch. Es wird niemals langweilig, die Geschichte zu verfolgen, ihre Worte zu lesen und alles zu einem großen Ganzen zusammenfließen zu lassen. Was mir aber hier absolut gefehlt hat waren die wunderbaren erotischen Szenen, die man von „Den Nebeln“ kennt. MZB hatte die Begabung solche Szenen mit einer natürlichen Erotik einzuweben, so dass sie absolut passend und stimmig wirken und niemals obszön oder etwa too much. Auf solche Szenen muss man in „Due Feuer von Troia“ fast gänzlich verzichten, was ich überaus schade finde!

Die Protagonisten waren mein großen Problem, das ich mit diesem Buch hatte. Ich hatte Schwierigkeiten mich so richtig in Protagonistin Kassandra hineinzuversetzen und ihre Gefühle und Ängste zu meinen zu machen. Zumindest zu Beginn der Geschichte konnte sie mich noch mitnehmen zu ihren Abenteuern bei den Amazonen oder in die Stadt Kolchis. Aber immer wenn Kassandra in Troia ist, geht sie unter in einem Meer von anderen blassen Figuren, wie König Priamos, den Helden, Hector, Paris oder Aeneas, denen als Gegner bekannte Namen wie Menelaos, Agamemnon, Odysseus oder Achilleus entgegenstehen. Von den Männern kommt Aeneas noch am besten weg, er ist der sympathischste von Allen, während Hector manchmal ein aufgeblasener Gockel oder Paris ein intoleranter Blödmann ist. Die interessante Figur Achilles wird zum mordlüsternen Monster degradiert, wobei ich nicht glaube, dass ihm das gerecht wird.

Der Schutzumschlag des gebundenen Buches ist sehr düster gehalten. Man sieht Kassandra mit ihren Schlangen in düsterer Nacht vor den brennenden Mauern von Troia stehen. Es passt sehr gut, ist mir aber ein wenig zu dunkel.

Fazit: Leider, leider konnte mich meine Lieblingsautorin Marion Zimmer Bradley mit „Die Feuer von Troia“ nicht vom Hocker hauen und ich habe mich stellenweise ein wenig durch das Buch gequält. Wer noch nichts von der Autorin gelesen hat, der sollte lieber zu „Die Nebel von Avalon“ oder „Das Licht von Atlantis“, sowie den weiteren Bänden aus der Avalon-Saga greifen! Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen!



von Marion Zimmer Bradley
Nur noch erhältlich als:
Taschenbuch: 656 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 14 (24. Oktober 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596102871
ISBN-13: 978-3596102877

Rezension vom 30.11.2013

Freitag, 29. November 2013

Lesetag

Hallo ihr Lieben,

ich habe heute einen Tag Urlaub und habe mir gedacht, dass ich mir heute nen ganz gemütlichen Lesetag gönnen werde. Ich nenne es bewusst Lesetag und nicht Lesemarathon, weil ich auch noch ein paar andere Dinge zu tun habe, wie z.B. meinen Haushalt mal wieder auf Vordermann bringen möchte (Staubsaugen etc.). Ich habe gemütlich gefrühstückt, bei einer zweiten Tasse Kaffee ein wenig gesurft und mit den Nachbarn ein wenig geplauscht. Jetzt werde ich eine Waschmaschine anschmeißen und dann erstmal eine Runde lesen, bevor es mit der nächsten Haushaltsetappe weitergeht.

Hier in diesem Post werde ich meine Lesefortschritte dokumentieren.

Ich starte mit meiner aktuellen Lektüre "Vollendet - Der Aufstand" von Neal Shusterman auf Seite 348 und will das Buch heute auf jeden Fall noch beenden, damit mich den letzten Band der Tal-Reihe von Krystyna Kuhn noch im November lesen kann. "Vollendet - Der Aufstand" ist genauso spannend und gut geschrieben, wie der erste Band und ich komme richtig gut durch. Ich finde einfach den Gedanken so abwegig und krank, "missratene" Teenager umwandeln zu lassen, dass ich es eigentlich kaum begreifen kann. Ein unglaublich gruseliges Szenario!!!




12:20 Uhr

Bin nun auf Seite 405 von 540 angelangt. Ich habe nur noch 135 Seiten vor mir und bin schon ganz traurig, dass dieses tolle Buch bald zu ende ist! Aber meine nächste Lektüre liegt schon bereit:


Jetzt wird aber erstmal eine Runde gestaubsaugt, der Staubsauger steht auch schon in den Startlöchern (und ja, er ist staubig! ;-D). Housework action!!!!



14:20 Uhr

Puh, die Bude ist wieder sauber, die Wäsche aufgehängt und Mittagessen hab ich mir auch kurz gemacht:


Das nennt sich "Nudeln mit Suppe und Griesklöschen". Ich mach mir immer noch extra Nudeln in die Suppe und meistens sinds dann zu viele! ;) Aber es hat geschmeckt und ich bin satt. Jetzt mache ich es mir mit "Vollendet - Der Aufstand" gemütlich und lese das Buch fertig! Bisher habe ich 57 Seiten an meinem Lesetag gelesen. Es geht weiter auf Seite 405. Eine kleine Nascherei habe ich mir auch noch bereitgelegt:


16:41 Uhr

Gerade habe ich "Vollendet - Der Aufstand" von Neal Shusterman zu ende gelesen. Der Schluss hatte es echt in sich, ich bin noch total geplättet!!!! Den zweiten Band fand ich nochmal besser als Band eins! Ich verlinke euch HIER meine Rezi zu "Vollendet". Jetzt brauche ich erstmal einen Kaffee:


Insgesamt habe ich bisher 192 Seiten gelesen. Mein Lesezeichen kann nun in "Das Tal Season 2.4 - Die Entscheidung" von Krystyna Kuhn wandern, aber bevor ich mit diesem Buch weitermache, wartet noch ein wenig Wäsche auf mich, die zusammengelegt werden möchte. Das wäre dann aber die letzte Etappe Hausarbeit, die ich mir für heute vorgenommen habe, morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag! ;) Aber damit es mir nicht zu langweilig beim Wäschezusammenlegen, beglücke ich ich mich mit meiner neuesten Errungenschaft im Disney-BluRay-Regal und melde mich später wieder:


19:30 Uhr

Der Wäscheberg ist endlich beseitigt und ich habe mir die Zeit mit "Aladdin" vertrieben. Was für ein schöner Disney-Film, das hatte ich schon fast vergessen! Ich bin so froh, dass ich ihn mir geholt habe! Nun wird es Zeit, meine Nase wieder in ein Buch zu stecken, denn schließlich habe ich diesen Tag heute zu meinem persönlichen Lesetag erklärt. Das wird jetzt auch gemacht und zwar geht es weiter mit "Das Tal Season 2.4 - Die Entscheidung" von Krystyna Kuhn. Ich bin schon sehr gespannt, was sich die Autorin für den Abschlussband der Serie ausgedacht hat und werde mich überraschen lassen. Eine Kleinigkeit zum Abendessen habe ich mir auch noch kurz gemacht. Es gibt Mini-Backcamenbert mit Wildpreißelbeeren. Njammi! Ich starte jetzt also auf Seite 1 mit der neuen Lektüre:


0:18 Uhr

Manchmal kommt es doch anders als man denkt und ich habe natürlich keine einzige Seite mehr gelesen. Dafür werde ich mir das Buch morgen vornehmen und hoffentlich in einem Rutsch durchlesen. Auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht hier auf dem Blog von meinem Lesetag zu berichten und nun bleibt mir nichts mehr, als euch eine gute Nacht zu wünschen!!!

Donnerstag, 28. November 2013

Book in the post box: Die Flüsse von London und Schwarzer Mond über Soho

Die Flüsse von London

von Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423213418
ISBN-13: 978-3423213417
Originaltitel: Rivers of London










Kurzbeschreibung

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

»Mein Name ist Peter Grant. Ich bin seit Neuestem Police Constable und Zauberlehrling, der erste seit fünfzig Jahren. Mein Leben ist dadurch um einiges komplizierter geworden. Jetzt muss ich mich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen, Leichen in Covent Garden ausgraben. Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram!«

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Schwarzer Mond über Soho

von Ben Aaronovitch
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423213809
ISBN-13: 978-3423213806
Originaltitel: Moon over Soho









Kurzbeschreibung

Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Peters Vorgesetzter, Detective Inspector Thomas Nightingale, ist der letzte Magier Englands und Peter seit kurzem bei ihm in der Ausbildung.

Was im Moment vor allem das Auswendiglernen von Lateinvokabeln bedeutet, die uralten Zaubersprüche wollen schließlich korrekt aufgesagt werden. Doch als Peter eines Nachts zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, verliert das Lateinstudium auf einmal seine Dringlichkeit. Peter findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, plötzlich verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu ...

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Diese beiden Bücher habe ich im Doppelpack geschenkt bekommen und hatte sie früher schon immer mal wieder im Auge. Doch so richtig hatte es zwischen uns nie gefunkt. Als ich sie jedoch dann leibhaftig in Händen hielt, war es um mich geschehen: Supertoll gestaltete Cover und die Klappentexte versprechen richttg viel Lesespass! Ich bin gespannt und hoffe, dass "Die Flüsse von London" und "Schwarzer Mond über Soho" mich auch bald inhaltlich von sich überzeugen können! Es gibt nämlich schon einen dritten Teil in der Reihe mit dem Namen "Ein Wispern unter Baker Street", der sich ziemlich gut im Regal machen würde. ;)

Dienstag, 26. November 2013

Vollendet - Neal Shusterman

Wie man ein Leben rückgängig macht

Der Krieg zwischen den Abtreibungsgegnern und –Befürwortern hat zu einem Gesetz geführt, laut dem sich Eltern dafür entscheiden können ihre Kinder zwischen 13 und 18 Jahren „umwandeln“ zu lassen. Die Umwandlung ist schmerzfrei, jeder Körperteil wird wiederverwertet und lebt als Organspende in einem anderen Menschen weiter. Connor hat immer wieder Ärger, Risa lebt in einem Waisenhaus, in dem Einsparungen vorgenommen werden und Lev ist ein „Zehntopfer“ einer äußerst religiösen Familie. Alle drei sollen umgewandelt werden, schaffen es aber, mehr oder weniger freiwillig vor ihrem Schicksal zu fliehen. Von nun an sind sie auf der Flucht vor einem Regime, das bereitwillig Kinder tötet…

Das Buch hatte viele, viele Vorschusslorbeeren und ich habe sehr viel erwartet. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen ausnahmsweise mal zu hoch, denn so total vom Hocker gehauen hat mich die Geschichte nicht. Sie ist gut, gar keine Frage, aber mir fehlte dieser Wow-Effekt, den ich zwischen den Seiten vermutet habe. Ich finde das Thema des Buches jedoch erschreckend. Welche Eltern tun denn bitte dem eigenen Kind so etwas an??? Hier werden junge Menschen in ihre Einzelteile zerlegt und als Ersatzteillager missbraucht. Ich bin erschüttert! Und die Erklärung, wie es zu diesem unglaublichen Gesetz gekommen ist, fand ich noch makabrer und unfassbar, denn meines Erachtens könnte es sich genau so zutragen! Was genau da passiert ist und wie es dazu kam, dass Teenager um ihr Leben fürchten müssen, müsst ihr selbst nachlesen!

Der Schreibstil war toll und flüssig zu lesen. Ich habe mich richtig schnell in der Geschichte um Connor, Risa und Lev zu Recht gefunden und bin mit ihnen von einem Schlamassel ins Nächste geschlittert. Der Spannungsbogen wird sehr schnell aufgebaut und steigt kontinuierlich an, es bleibt von Anfang an nicht viel Zeit, um es sich in der Geschichte bequem zu machen, denn man wird in das Geschehen hineingeworfen und bleibt darin stecken, bis die letzte Seite umgeblättert ist. So weit, so gut. Trotzdem habe ich die ganze Zeit immer auf den ganz großen Knall gewartet, der dann auch in einer Art und Weise eingetreten ist, nur nicht so, wie ich es erwartet habe. Zum Schluss war ich immer noch ein wenig unbefriedigt, obwohl ich nicht ganz benennen kann, warum.

Die Protagonisten waren mir immer ein wenig fern. Natürlich habe ich mit Connor und Risa mitgefiebert, aber eine gewisse Distanz blieb immer zwischen uns bestehen. Connor zieht den Ärger magisch an, er kann sich schwer beherrschen, hat aber das Herz am rechten Fleck. Risa ist eine Überlebenskünstlerin, wozu das Leben im Waisenhaus sie gemacht hat und sie ist Connors Gewissen. Ohne Risa wäre er schon fünf Mal von den Jupos geschnappt worden. Lev ist schon immer in dem Wissen erzogen worden, dass er Gott an seinem 13. Geburtstag geopfert werden soll. Darum sieht er in der „Umwandlung“ nichts Böses sondern etwas Gottgegebenes. Die Flucht mit Connor und Risa findet deshalb auch nicht ganz freiwillig statt.

Das Cover des gebunden Buches ist ganz schlicht und trotzdem ein Eyecatcher. Es ist ein Hardcover ohne Schutzumschlag und der gesamte Einband glänzt silbermetallisch. In roten glänzenden Lettern ist der Buchtitel aufgedruckt. Dieses Cover fällt in die Kategorie: Schlicht aber oho!

Fazit: „Vollendet“ von Neal Shusterman zeichnet einen Zivilisation die an Schrecken kaum zu überbieten ist. Nicht Zombies oder grausame Herrscher sind die Feinde der Jugendlichen, sondern ihre eigenen Eltern, deren Schutz sie unterstellt sind. Das ist doch das Schlimmste was einem Kind widerfahren kann, oder? Mir hat der Auftakt zu dieser Dystopie wirklich gut gefallen, auch wenn mir das Tüpfelchen auf dem I noch gefehlt hat. Vielleicht finde ich es im zweiten Teil der Reihe!



von Neil Shusterman
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (1. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737361665
ISBN-13: 978-3737361668
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Rezension vom 21.11.2013

Sonntag, 24. November 2013

Book in the post box: Mord im Tiergarten

Mord im Tiergarten

von Tim Pieper
Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Emons (10. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954511789
ISBN-13: 978-3954511785












Kurzbeschreibung

Berlin im Juni 1896. Als ein jüdischer Zeitungsunternehmer im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes wird, gerät Kriminologe Dr. Otto Sanftleben in einen Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. 
Seine Ermittlungen führen ihn in die Welt der Deutschen Colonialausstellung, wo er auf einen jungen Herero-Prinzen aus Deutsch-Südwestafrika trifft. Welchen Plan verfolgt der wahnsinnige Mörder, und wer wird sein nächstes Opfer sein?

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Tim Pieper ist ein Autor Historischer (Kriminal-)Romane, der mir besonders am Herzen liegt. Mit seinem Erstlingswerk "Der Minnesänger" hat er mich total umgehauen (REZENSION), so dass ich nicht umhin komme, auch seine historischen Kriminalromane um den Kriminologen Dr. Otto Sanftleben zu lesen, obwohl Krimis ja bekanntlich nicht so mein Metier sind. Doch der erste der im Berlin Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelten Romane "Mord unter den Linden" (REZENSION) hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mich jetzt auf Ottos zweiten Fall freue!

Freitag, 22. November 2013

Creepers - David Morrell

Urban Explorers, die modernen Abenteurer

Frank Balenger begleitet als Reporter eine Gruppe von „Urban Explorers“, moderne Abenteurer die stillgelegte Gebäude infiltrieren und erkunden, auf ihrer neuesten Erkundungstour. Dieses Mal soll in Ashbury Park, New Jersey, das berühmt, berüchtigte Paragon Hotel unter die Lupe genommen werden, das vor einigen Jahrzehnten stillgelegt wurde und seitdem abgeschottet geblieben ist. An einem Samstagabend Ende Oktober steigt die Gruppe Creepers in das Hotel ein und beginnt mit der Erkundungstour. Langsam arbeiten sie sich vom Keller in die höheren Stockwerke vor, nicht wissend, dass sie bald in einem Alptraum stecken…

Mich hat von Anfang an das Thema der Urban Explorers interessiert, das David Morrell hier in den Mittelpunkt seines Thrillers stellt. Der Gedanke, zusammen mit anderen Abenteurern, verlassene und stillgelegte Industrieruinen oder andere Gebäude zu infiltrieren, hat etwas faszinierendes, vor allem, da man nur erforschen und nichts verändern darf. Somit war für mich die Erkundungsphase fast die spannendste im ganzen Buch, wobei natürlich die Ereignisse sich im Paragon Hotel dann irgendwann überschlagen und sich zu einer Jagd auf die Lebenden und auf ein Phantom auswachsen. Faszinierend fand ich auch das (fiktive) Paragon Hotel, das ein exzentrischer Millionär im Stil eines alten Mayatempels erbauen ließ. Dass der ehemals beliebte Urlaubsort Ashbury Park nun fast einer Geisterstadt gleicht, ist jedoch wahr. Sehr gut fand ich auch das Nachwort David Morrells, der vielen sicher auch als Schöpfer der Romanfigur John Rambo bekannt sein wird, in dem er ausführlich erklärt, wie er auf das Thema des Romans gekommen ist.

Der Schreibstil des Autors ist wunderbar angenehm und flüssig zu lesen. Er hat den Thriller in Stunden eingeteilt, so dass man das Geschehen fast in Echtzeit miterlebt. Dies macht nochmal den besonderen Thrill des interessanten und auch spannenden Thrillers aus. Das Buch beginnt ruhig, aber die Spannung steigt ab dem Zeitpunkt kontinuierlich an, ab dem die Gruppe um Frank Balenger und Professor Coklin versucht in das Hotel zu gelangen. Morrell schafft, es die Handlung auf mehrere Höhepunkte zu zu jagen, als ein Sturm aufzieht und sich die Ereignisse immer mehr zuspitzen.

Die Charaktere waren für mich vielleicht die einzigen Schwachpunkte, die der Thriller aufzuweisen hat. Aber das gilt nur für die Nebenfiguren, denn Frank Balenger war als Hauptprotagonist sehr gut ausgearbeitet und mir auch zu einem gewissen Grad sympathisch. Trotzdem blieb eine die ganze Zeit eine Distanz zwischen mir und Balenger bestehen. Die Nebenfiguren, hauptsächlich die Gruppenmitglieder der „Creepers“ hätten für mich noch authentischer und lebendiger gestaltet werden können. Von ihnen kann ich euch nicht mal mehr die Namen nennen. Professor Coklin hingegen ist mir alter Professor und Leiter der Expedition gut in Erinnerung geblieben.

Die Gestaltung des Covers ist bei der Ausgabe, die ich besitze mehr als merkwürdig und passt überhaupt nicht zum Inhalt des Buches. Es ist eine staubige Landstraße unter einem wolkenschwangeren Himmel zu sehen. Was der Verlag sich dabei gedacht hat, ist mir wirklich schleierhaft!

Fazit: Mit „Creepers“ hat David Morrell einen spannenden und nervenaufreibend Thriller geschaffen, in dem einem schon Mal die eine oder andere Kugel um den Kopf pfeift. Dies eingelagert in die klaustrophobische und interessante Kulisse des leerstehenden Paragon Hotels macht das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis, das ich allen Thriller Lesern und auch all jenen, die sich für das Thema Urban Explorers interessieren, sehr ans Herz legen kann!



von David Morrell
Taschenbuch: 428 Seiten
Verlag: Knaur; Ausgabe: (2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426509733
ISBN-13: 9783426509739

Rezension vom 16.11.2013

Mittwoch, 20. November 2013

Book in the post box: City of Ashes und City of Glass

City of Ashes - Die Chroniken der Unterwelt Bd. 2

von Casandra Clare
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Arena (Juni 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340106133X
ISBN-13: 978-3401061337
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre









Kurzbeschreibung

Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Doch was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als der Unterwelt den Rücken zuzukehren. Doch als ihr Bruder Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal - und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Doch was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als der Unterwelt den Rücken zuzukehren. Doch als ihr Bruder Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal - und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.

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City of Glass - Die Chroniken der Unterwelt Bd. 3

von Cassandra Clare
Gebundene Ausgabe: 728 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 1., Aufl. (1. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401061348
ISBN-13: 978-3401061344
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 17 Jahre








Kurzbeschreibung

In Idris sind düstere Zeiten angebrochen. Als Valentin sein tödliches Dämonenheer zusammenruft, gibt es nur eine Chance, um zu überleben: Die Schattenjäger müssen ihren alten Hass überwinden und Seite an Seite mit den Schattenwesen in diesen Kampf ziehen. Um Clary vor der drohenden Gefahr zu schützen, würde Jace alles tun - doch dafür muss er sie erst einmal verraten.Urban Fantasy vom Feinsten: Nach dem großen Erfolg der ersten beiden Bände der Trilogie Chroniken der Unterwelt erscheint nun der mit Spannung erwartete dritte Band. Mit der brillanten Fortsetzung von City of Ashes lockt die New-York-Times-Bestsellerautorin ihre Leser zurück in die dunkle Schattenwelt von New York, wo neue fantastische Geschöpfe schon auf der Lauer liegen. Atemberaubend!

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Ich habe den Kinofilm "Die Chroniken der Unterwelt", der diesen Sommer bei uns in den Kinos lief zum Anlass genommen, um endlich mit der Buchreihe von Cassandra Clare weiterzumachen. Die Bände zwei und drei schmücken nun also mein Bücherregal und sehen dort einfach hervorragend aus! Spätestens zum Jahreswechsel möchte ich wieder in die Welt der Schattenjäger eintauchen und mich in den Strudel der Gefühle um Clary und Jace reißen lassen! Ich denke, dies ist ein guter Plan, oder? ;) Nun fehlen mir noch die Teile vier "City of Fallen Angels" und fünf "City of Lost Souls".

Montag, 18. November 2013

Die Stadt der tausend Schatten - Carrie Ryan

Es findet zusammen, was zusammen gehört

Annah kämpft in einer zerstörten Stadt ums Überleben. Mutterseelen allein, seit Elias sie damals verlassen hat, um zu den Zonern zu gehen. Annah erkennt, dass es für sie hier keine Zukunft mehr gibt und sie beschließt, die Stadt zu verlassen. Sie drängt sich mit vielen anderen auf der mit Stacheldraht umschlossenen Brücke, die die Insel mit dem Festland verbindet, als ein Tumult auf der anderen Seite losbricht und sie ihr Gesicht in der Menge sieht. Nur, dass es nicht ihr Gesicht ist, sondern das ihrer Zwillingsschwester Gabry, die versucht Catcher zu schützen. Catcher stürzt sich in den Fluss, Gabry verschwindet aus Annahs Blickfeld, doch Annah versucht nun mit allen Mitteln zurück in die Stadt zu gelangen. Später, als sie von Männern bedrängt wird, hilft Catcher ihr aus höchster Not, doch kann sie dem fremden jungen Mann vertrauen?

„Die Stadt der tausend Schatten“ ist der dritte und abschließende Teil von Carrie Ryans „Forrest of hands and teeth“-Trilogie, die mit „Der Wald der tausend Augen“ startete. Nachdem der zweite Teil ein wenig hinter dem bärenstarken ersten Band zurückviel, bin ich mit dem dritten Band nun wieder völlig zufrieden. Dieses Mal wird es besonders schlimm, denn eine riesige Zombiehorde rollt schlurfend und stöhnend auf die Stadt zu um alles Leben, das noch existiert, zu vernichten. Mittendrinn befinden sich Annah und Catcher, die verzweifelt versuchen Gabry zu retten und auch Elias ist nicht weit. Ich fand diese riesengroße Bedrohung durch die Zombies, die Ungeweihten, dieses Mal so bedrückend, so nah und so bedrohlich, dass ich gar nicht anders konnte, als das Buch förmlich zu inhalieren. Das einzige, was mir gar nicht gefällt, ist, dass das Buch ausschließlich als ebook erschienen ist und nicht, wie die beiden Vorgängerbände, als Hardcover bzw. als Taschenbuch.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir außerordentlich gut. Sehr flüssig und leicht fliegen einem die Worte entgegen, man hält den Atem an vor Spannung und kann den ebook Reader einfach nicht mehr aus der Hand legen. Fast von Anfang an steigt die Spannungskurve kontinuierlich an und flacht keinen Moment mehr ab. Eine actiongeladene Szene folgt auf die Nächste, es gibt sie aber dennoch, die gefühlvolleren Momente, die einen kurz innehalten lassen. 

Die Protagonisten haben mir dieses Mal besser gefallen, als in Band zwei. Vor allem Annah hat ihren großen Teil dazu beigetragen, dass ich wieder so nah dran war an der Geschichte, wie in Band eins. Annah ist alles andere als perfekt, ihre eine Gesichtshälfte ist seit einem blöden Unfall in ihrer Kindheit von Narben entstellt. Sie hasst ihre Narben und ist der festen Überzeugung, sie wäre hässlich und Gabry ist die perfekte von den beiden Zwillingsschwestern, die sich nicht mehr gesehen haben, seit sie sich damals im Wald der tausend Augen verlaufen haben. Annah war mir so sympathisch, ich habe sie in mein Herz geschlossen. Auch Catcher, der unnahbare und wilde Catcher kommt einem näher, man versteht endlich, was alles in ihm vorgeht. Aber auch Gabry und Elias sind nach wie vor wichtige Personen.

Das Cover de ebooks ist an die Covergestaltung der beiden Vorgängerbände angepasst. Ein junges blondes Mädchen liegt auf einem Bahngleis und blickt traurig in die Ferne. Es ist düster, verrät aber nicht wirklich viel über den Inhalt des ebooks.

Fazit: „Die Stadt der tausend Schatten“ ist ein fulminantes und absolut würdiges Finale einer tollen und einzigartigen Jugendbuchtrilogie in einer postapokalyptischen Welt, die von Zombies überrannt wurde. Ich hoffe, dass diese Reihe in Zukunft viel mehr Aufmerksamkeit erhält und vergebe für diesen tollen Abschlussband fünf von fünf Sternen!



von Carrie Ryan
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 521 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 326 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. März 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00BJLQ2LK

Rezension vom 10.09.2013

Samstag, 16. November 2013

Book in the post box: Zwischen uns die Zeit

Zwischen uns die Zeit

von Tamara Ireland Stone
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: cbj (25. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357015470X
ISBN-13: 978-3570154700
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: Time between us









Kurzbeschreibung

Die Geschichte einer unmöglichen Liebe: Bezaubernd, romantisch, herzergreifend

Anna ist sechzehn, als sie Bennett kennenlernt, den geheimnisvollen Neuen an ihrer Schule, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Fast scheint es ihr, als würden sie sich kennen. Doch Bennett stammt aus dem weit entfernten San Francisco. Als die beiden sich näherkommen, vertraut Bennett ihr sein unglaubliches Geheimnis an: Er ist aus dem Jahr 2012 ins Jahr 1995 gereist, um seine Schwester wiederzufinden. Nicht nur Tausende von Kilometern trennen Anna von ihm, sondern ganze 17 Jahre … Nie hätten sie sich kennenlernen dürfen, und beide wissen, dass er nicht bei ihr bleiben kann. Als Bennett tatsächlich verschwindet, steht Anna vor einer Entscheidung, die ihr alles abverlangt und ihr Leben grundlegend verändern wird …

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"Zwischen uns die Zeit" klingt nach einem Buch, das etwas ruhigere Töne anschlägt, bei dem man die Seele baumeln lassen kann. Nach leichter Kost für Zwischendurch, ich lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren und möchte diesem Jugend-Zeitreiseroman darum eine Chance geben. Überrasche mich, Buch!!!

Hier habe ich noch ein Video bzw. englischen Buchtrailer zu "Time between us". Have fun:

Donnerstag, 14. November 2013

Die achte Karte - Kate Mosse

Das Familiengeheimnis liegt in den Tarotkarten verborgen

Paris 1891: Die 17-jährige Léonie Vernier macht sich große Sorgen um ihren älteren Bruder Anatole. Dieser hat gerade seine Geliebte beerdigt und schlägt sich nun die Nächte in irgendwelchen zweifelhaften Etablissements um die Ohren. Dass Anatole irgendwelche Probleme hat, das ist der klugen Léonie spätestens klar, als er ziemlich zerschunden eines Morgens am Frühstückstisch sitzt. Da kommt die Einladung ihrer verwitweten Tante Isolde gerade recht, die sie für einen längeren Aufenthalt auf den Landsitz Domaine de la Cade im Languedoc einlädt. Anatole bietet sich an, seine Schwester auf die dreitägige Reise zu begleiten, denn eine allein reisende, ledige junge Dame wäre zu dieser Zeit ganz und gar undenkbar. Das große Herrenhaus Domaine de la Cade ist geheimnisumwittert und Léonie kommt bald einem mystischen Geheimnis auf die Spur…

Gleichzeitig geht es aber auch um die 28-jährige Meredith, die im Jahr 2007 nach Paris reist, um die Recherche für ihre Debussy-Biographie zu unternehmen. Ihr Weg führt sie auch nach Rennes-les-Bains, wo sie im 5-Sterne-Hotel Domaine de la Cade nächtigt. Hierher ist sie aber aus persönlichen Gründen gekommen, denn sie möchte mehr über ihre leibliche Familie erfahren, zu der sie nur durch ein Foto von einem jungen Offizier und einem Notenblatt mit der Überschrift „Grabkapelle 1891“ eine Verbindung hat. Gibt es eine Verbindung zwischen den Ereignissen von 1891 und Merediths Familie?

Kate Mosse hat ein wunderbares Buch geschaffen, in das man gerade an regnerischen Herbsttagen wunderbar versinken kann. Hauptsächlich ist es ein Historischer Roman, denn die Ereignisse in der Zeitspanne von 1891 bis 1898 nimmt den größten Teil des Buches ein. Der Handlungsstrang um Meredith in der Jetzt-Zeit ist eher ein Nebenschauplatz, der auch mit einer kleinen Romanze und ein wenig Detektivarbeit aufwartet. Beide Handlungsstränge sind sehr spannend interessant geschrieben, wobei ich ganz am Anfang ein paar Probleme hatte, richtig in die Geschichte einzusteigen, denn man wurde direkt in einen Krawall in der Pariser Oper hineingeworfen, in dem sich Léonie unglücklicherweise befunden hat, weil Anatole zu spät kam. Als die Reise zur Domaine de la Cade dann endlich begann, wurde vieles einfacher und schlüssiger, ja einfach interessanter und lebendiger als in Paris. Der Schreibstil selbst hat mich sehr angesprochen, er war flüssig und temperamentvoll, aber die Worte waren von der Autorin mit Bedacht gewählt worden. Dies ist kein Buch, das sich in einem Rutsch weg lesen lässt, sondern die Geschichte braucht, wie ein guter Wein, Zeit sich zu entfalten.

Die Protagonisten, hauptsächlich Léonie und Meredith konnten mich schnell von sich überzeugen. Wobei Léonie die lebendigere und facettenreichere von beiden ist. Bei ihr hat sich Kate Mosse unheimlich viel Mühe gegeben, ihre Naivität, die der damaligen Zeit geschuldet war, in vollendeter Form darzustellen. Anatole behandelt seine Schwester oft noch wie ein kleines Mädchen, völlig zu Unrecht! Er ist ein liebevoller Bruder, kann aber auch unglaublich hartherzig sein. Meredith blieb dagegen ein wenig blass und auch von Hall hätte ich mir ein wenig mehr Lebendigkeit erhofft. Somit steht der zweite Handlungsstrang automatisch hinter dem ersten zurück. Aber auch viele Nebenfiguren sind spannend und ideenreich umgesetzt.

Auf dem Schutzumschlags meines Hardcovers sind Tarotkarten zu sehen, die in diesem Buch eine große Rolle spielen, wenn auch nicht eine ganz so Große, wie man aus dem Klappentext schließen mag. Es ist in dunklen Lila- und Blautönen gehalten.

Fazit: „Die achte Karte“ von Kate Mosse ist ein Buch, mit dem man in längst vergangene Zeiten eintauchen und ein vergessenes Familiengeheimnis ergründen kann. Es hat tolle Charaktere und zwei wunderbare Handlungsstränge zu bieten, von denen aber der Historische überwiegt. Mir hat der Roman, bis auf den etwas beschwerlichen Einstieg, sehr gut gefallen, weshalb ich sehr gute vier von fünf Sternen vergebe!



von Kate Mosse
Taschenbuch: 752 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426631628
ISBN-13: 978-3426631621
Originaltitel: Die achte Karte

Rezension vom 10.11.2013

Dienstag, 12. November 2013

Book in the post box: Schattenkuss

Schattenkuss

von Inge Löhnig
Broschiert: 252 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 1. (August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401065416
ISBN-13: 978-3401065410
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre









Kurzbeschreibung

Lena hat eigentlich keine Lust, ihre Mutter in das verschlafene Dörfchen Altenbrunn zu begleiten. Doch dann taucht plötzlich immer öfter der Name Ulrike in den Gesprächen auf und Lena hört zum ersten Mal, dass sie eine Tante hat, die vor 20 Jahren spurlos verschwand. Als sie beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt Lena schnell auf eine Mauer aus Schweigen, Misstrauen, Aggression und ... Angst.

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Ein Arena Thriller auf den ich schon ewig und drei Tage ein Auge geworfen hatte. Für mich klingt der Klappentext einfach interessant und da ich schon den Arena Thriller "Scherbenparadies" von Inge Löhnig mochte, kann hier ja eigentlich gar nix schief gehen, oder? ;) Übrigens ist das Buch signiert, worauf ich besonders stolz bin!!!!

Sonntag, 10. November 2013

Das Buch ohne Namen - Anonymus

Schräg, schräger am Schrägsten

Die amerikanische Kleinstadt Santa Mondega ist alles andere als gewöhnlich: Zwielichtige Gestalten bevölkern ihre Straßen und in den Bars tummelt sich das Gesindel, der Abschaum der Menschheit. Auf jeden Einwohner kommen mindestens zwei Waffen und diese sind schneller gezückt, als man Tapioca Bar sagen kann. Miles Jenson, ein Detective, wird nach Santa Mondega geschickt um dort eine ungewöhnliche Mordserie aufzuklären. Ihm wird Detective Somers zur Seite gestellt, ein pensionierter einheimischer Cop, der total besessen von Bourbon Kid ist, ein Massenmörder, der vor fünf Jahren in der Stadt für ein wahres Blutbad gesorgt hat. Nun scheint Bourbon Kid zurück zu sein und eine Sonnenfinsternis steht kurz bevor...

„Das Buch ohne Namen“ war ein wahrer Bücherregalhüter bei mir, ich hatte es damals gekauft, weil es versprach anders zu sein als die anderen Bücher. Und das ist es tatsächlich. Es ist total anders, es ist schräg, blutig, eben wie ein Film von Quentin Tarantino, nur in Buchform und es ist ein Western! Hauptschauplatz ist eigentlich die Tapioca Bar, denn dort treffen sich die Gangster und Nichtgangster um eine ganze Menge Blut zu vergießen. Die Bösen suchen nach einem geheimnisvollen blauen Stein, der angeblich magische Kräfte besitzen soll und die Guten versuchen eine kranke Mordserie aufzuklären, die irgendetwas mit einem Buch zu tun hat. Außerdem vervollständigen zwei Mönche das Gesamtbild, das sich einem da bietet, die ganz schön etwas auf dem Kasten haben und trotzdem furchtbar unbedarft sind. Dies ergibt ein selten schräges Portfolio an Figuren und Schauplätzen. Es war für mich schon fast zu schräg.

Der Schreibstil hat aber auch dazu beigetragen, dass ich recht lange gebraucht habe, um in das Buch hineinzukommen. Mir fällt es selten schwer in die Romanwelt abzutauchen, aber dieses Mal haben es mir der ungewöhnliche Schauplatz und die Westernatmosphäre nicht gerade leicht gemacht. Die Stimmung war von Anfang an staubig, nicht unbedingt trocken, aber ich konnte die staubgeschwängerte Luft in der Mittagshitze von Santa Mondega richtig spüren, ich konnte den Bourbon riechen und den metallischen Geschmack von Blut schmecken. Was mich in diesem Buch auch ein wenig gestört hat, waren die vielen Perspektivwechsel zwischen den oftmals ganz schön gestörten Protagonisten.

Fast keiner Protagonisten hat es geschafft, mir auch nur ansatzweise sympathisch zu werden. Am dichtesten kam da noch Detectiv Miles Jenson heran. Der Barmann Sanchez ist total der Griesgram, ein Mensch, den man nicht mögen kann. Er schenkt halt Schnaps in der Tapioca Bar aus und muss die Sauerei nach einer Schießerei immer wegwischen. Die beiden Mönche Peto und Kyle sind eigentlich ziemlich interessant und die hätten auch Sympathieträger sein können, wenn ihnen mehr Raum eingeräumt worden wäre. Jenson ist ein ziemlich genialer Cop mit dem ich sehr gerne ermittelt habe. Dann gab es da noch Somers oder den komischen Kautz, der sich für Elvis hält, den großen Gangsterboss und eine merkwürde Frau namens Jessica, die mit einem anderen Gangster anbandelt. Öhm ja.

Das Cover ist auch sehr speziell, aber gut: „Das Buch ohne Namen“ ist eine Klappbroschur und sieht aus, als hätte es einen alten, wertvollen Ledereinband. Der Titel ist in goldenen Lettern in Spotlackoptik aufgetragen, von denen sich jedoch die Farbe beim Lesen verabschiedet. Auf dem Einband sind schwach merkwürdige Symbole zu sehen.

Fazit: „Das Buch ohne Namen“ von Anonymus ist sehr speziell, sehr schräg und sehr blutig. Es versprüht Westernatmosphäre par excellence und es tummelt sich ein Haufen schräger Charaktere in der Geschichte. Wer auf all das steht, der ist hier genau richtig. Für mich war es manchmal ein bisschen too much und mir hat einfach eine Identifikationsfigur gefehlt. Deshalb gibt es von mir drei von fünf Sternen.



von Anonymus
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Bastei-Lübbe; Auflage: Aufl. 2013 (15. Oktober 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404165160
ISBN-13: 978-3404165162
Originaltitel: The Book With No Name

Rezension vom 08.11.2013

Freitag, 8. November 2013

Book in the post box: Days of Blood and Starlight

Days of Blood and Starlight

von Laini Taylor
Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (26. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421377
ISBN-13: 978-3841421371
Originaltitel: Days of Blood & Starlight










Kurzbeschreibung

Wo würdest du dich verstecken, wenn die ganze Welt nach dir sucht? Was würdest Du tun, wenn deine große Liebe plötzlich deine Familie auf dem Gewissen hat? Wie würdest du entscheiden, wem du trauen kannst, und wem nicht? Der Traum vom Frieden, den Karou und Akiva einst teilten, ist vorbei. Wenn aus Liebe Hass wird, kann uns nur noch die Hoffnung retten...

Karous Welt ist zusammengebrochen: Ihre große Liebe, der Seraph Akiva, ist für den Tod ihrer Familie verantwortlich. Jetzt hat sie nur noch ein Ziel: den jahrtausendealten Krieg zwischen den Chimären, zu denen sie selbst gehört, und den Seraphim zu beenden. Gemeinsam mit ihrem einstigen Feind Thiago -dem Weißen Wolf- zieht Karou sich in die Wüste Marokkos zurück, um dort eine neue Armee zu bilden. Eine Armee aus Monstern. Und wenn es nach Karou geht, wird zumindest die letzte Vertraute, die ihr geblieben ist, ihre beste Freundin Zuzana, aus alledem herausgehalten werden. Wer Zuzana kennt weiß allerdings, dass sie sich nicht gerne bremsen lässt... Akiva dagegen will sich unbedingt von seiner Schuld befreien. Er hatte nur im Irrtum gehandelt, dachte Karou wäre tot, und wollte sie rächen. Um seine Tat zu sühnen, plant er deshalb einen gefährlichen Verrat an seinen eigenen Leuten. Aber wird Akivas Plan aufgehen? Und kann Karou ihre Trauer überwinden, und Akiva jemals verzeihen?

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Hier ist es genau das Gleiche, wie bei "Vollendet" von Neil Shusterman: Ich werde jetzt als eines meiner nächsten Bücher den ersten Band "Daughter of Smoke and Bone" lesen, damit ich endlich mit diesem Schmuckstück weitermachen kann. Ein wenig wird es also noch dauern, aber ich bin schon sooooooooo gespannt auf diese Reihe, dass ich jetzt nicht mehr länger warten kann!!!

Wie steht ihr zu Laini Taylors Büchern? Must-Read oder eher nicht?

Mittwoch, 6. November 2013

Im Land der weißen Wolke - Sarah Lark

Ist das Glück am anderen Ende der Welt zu finden?

Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, brechen im Jahr 1852 von London aus auf, um am anderen Ender Welt ihr Glück zu finden. Gwyneira, die jüngste Tochter eines englischen Landlords, soll den Sohn eines reichen neuseeländischen Schaafbaron heiraten und Helen, eine ehemalige Gouvernante, hofft, in Neuseeland endlich ihr bisher ausbleibendes Eheglück zu finden. Da die Überfahrt kostspielig ist, nimmt sie den Job an, eine Gruppe von Waisenmädchen zu betreuen, die Neuseeländischen Familien als Dienstmädchen versprochen wurden. Auf der Überfahrt von England nach Neuseeland lernen sich Gwyneira und die ältere Helen kennen und schätzen, es entwickelt sich sogar eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. In Neuseeland angekommen, trennen sich ihre Wege vorläufig, doch das Schicksal ihrer Familien ist nun über Genrationen unwiderruflich miteinander verknüpft…

„Im Land der weißen Wolke“ ist der erste Teil von Sarah Larks Neuseeland-Trilogie und er stand so lange ungelesen in meinem Bücherregal. Total zu Unrecht, wie ich nun weiß! Schon von der ersten Seit an, war ich hin und weg von den Protagonisten, dem Schreibstil und der Geschichte allgemein. Die Überfahrt von England nach Neuseeland hat in mir die Spannung auf den Moment, in dem die beiden Mädels Gwyneira und Helen das erste Mal einen Fuß auf neuseeländischen Boden setzen, total geschürt. Dann: Neuseeland und die Geschichte nahm nun erst richtig Fahrt auf! Wie wird Gwyneira ihren zukünftigen Ehemann finden, was erwartet Helen mit ihrem Zukünftigen, den sie nur aus zwei Briefen kennt? Die Handlung erstreckt sich übrigens über mehrere Jahre, so dass man das Leben der Protagonistinnen richtig toll verfolgen kann.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach wunderbar zu lesen, er ließ mich eintauchen in die Welt Mitte des 19. Jahrhunderts. Erst London, dann Neuseeland. Es war alles so toll und bildlich beschrieben, dass ich mich in der Geschichte verloren habe und nur daraus aufgetaucht bin, um irgendwelche essentielle Dinge zu tun, bis ich die letzte Seite umgeblättert hatte. Danach war ich auch erst mal ein wenig platt und habe mir gleichzeitig gewünscht, das Buch hätte doppelt so viele Seiten gehabt. Im Laufe der Handlung wird nicht unbedingt atemlose Spannung aufgebaut, aber ich fand die Geschichte so interessant und die Protagonisten so toll, dass ich nie müde wurde, das Buch, wann immer es ging, zur Hand zu nehmen.

Die Protagonistinnen Gwyneira und Helen sind zwei Frauen, mit denen ich mich identifizieren konnte. Gwyneira, die reiche und verwöhnte Tochter eines Adligen, die aber Feuer im Blut hat und sich schnell an die Begebenheiten in ihrer neuen Heimat anpasst. Helen wiederum war in London die Gouvernante und Hauslehrerin einer gut situierten Familie. Nun muss sie sich mit solch profanen Dingen wie Brotbacken und Kühe melken abgeben, was natürlich zu komischen Situationen führt, in denen Helen schier verzweifelt. Aber auch sie ist stark und rappelt sich wieder auf. Natürlich gibt es auch genügend männliche Protagonisten, wie die Ehemänner der beiden Frauen, aber hier möchte ich nicht vorweggreifen. Alle Protagonisten sind jedoch wunderbar konzipiert und lebendig, so dass man mit ihnen lieben und hassen kann und noch viel mehr.

Das Cover meiner Taschenbuchausgabe ist sehr schlicht gehalten. Es sieht aus wie eine alte, vergilbte Landkarte von Neuseeland, aus der ein Streifen herausgerissen wurde. Dahinter kommt eine gezeichnete Landschaft zum Vorschein, bei der es sich um Neuseeland handeln muss. Insgesamt schlicht, aber schön!

Fazit: Ich war sehr überrascht, dass mich dieser Love-and-landscape Roman von Sarah Lark so wunderbar unterhalten kann. Glücklicherweise ist „Im Land der weißen Wolke“ der Auftaktband einer Trilogie, so dass ich noch zwei weitere Bücher vor mir habe, auf die ich mich nun freuen kann! Dieses Buch bietet ganz tolle Landschaftsbeschreibungen, viele Liebes- und Lebensdramen und ganz zauberhafte Protagonistinnen, an die ich gleich mein Herz verloren habe. Ich möchte euch diesen Roman ans Herz legen und wünsche euch ganz, ganz viel Spaß beim Lesen!



von Sarah Lark
Taschenbuch: 816 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag); Auflage: 1 (Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404270010
ISBN-13: 978-3404270019

Rezension vom 03.11.2013

Montag, 4. November 2013

Book in the post box: Vollendet - Der Aufstand

Vollendet - Der Aufstand

von Neil Shusterman
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737367183
ISBN-13: 978-3737367189
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Unwholly








Kurzbeschreibung

Du hast geglaubt, es ist vorbei?

Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.

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Damit ich diese tolle und interessante Buch endlich lesen kann, muss ich zuerst Band 1 "Vollendet" weg schmökern, was ich nun aber schnellstmöglich tun will! Deshalb kann ich dazu auch nur sagen: Band 1 klingt so spannend und ich hab nur Gutes von dieser Reihe gehört, so dass es nun aller höchste Eisenbahn wird! Oder, was meint ihr?

Samstag, 2. November 2013

Leseliste Oktober

Nun ist also schon der Vorletzte Monat in diesem Jahr angebrochen und es wird Zeit auf die letzten 31 Tage zurückzublicken. Was war los im Oktober?
Knapp die erste Monatshälfte habe ich im sonnigen Tunesien verbracht und es mir, zusammen mit meinem Schatz, echt gut gehen lassen. Wir hatten ein wunderbares Hotel, einen tollen Hotelstrand und ein super schönes Meer, das immer zum Baden eingeladen hat, was wir natürlich ausgiebig genutzt haben. Außer Faulenzen haben wir aber auch ein paar Sehenswürdigkeiten bzw. Altertümer römischen Ursprungs besichtigt wie z.B. das Colloseum in El Djem oder die römischen Ausgrabungen in Cathargo in Tunis. Hier ein paar Impressionen:






Was war noch? Ach ja, Halloween! ;) Hierzu auch eine Impression zu meinem Black Widdow-Kostüm:

Das da rechts bin ich^^


Ein Mal waren wir mal wieder im Lichtspielhaus unseres Vertrauens und haben uns "Ender's Game" angeschaut. Eine Buchverfilmung, wie die meisten von euch ja sicherlich wissen. Das Buch habe ich allerdings nicht gelesen, überlege nun aber, dies noch nachzuholen. Der Film war richtig, richtig gut gemacht, spannend und war natürlich mit Harrison Ford als Colonel Graff und Asa Butterfield als Ender sehr gut besetzt. Worum geht es? Die Erde wurde vor 70 Jahren von Außerirdischen angegriffen und fast vernichtet. Nur durch einen Krieg mit hohen Verlusten konnte die Menschheit die Invasoren vernichtend schlagen und auf ihren Heimatplaneten zurückdrängen. Nun leben alle in ständiger Angst, sie könnten sich erholen und sich rächen wollen. Der 14-jährige Ender wird für ein Kriegsprogramm der Regierung rekrutiert, denn er soll mit seinen strategischen Fähigkeiten die Menschheit zum Sieg führen. Dazu wird er, zusammen mit einigen anderen Kids auf eine Raumstation gebracht, wo ihn harter Drill und ständiges Training erwarten... Ich fand den Film durchweg spannend, die Szenen waren alle total gut inszeniert und die Story hinter den Special Effects ist einfach spitze. Ich denke noch immer darüber nach, was mit Ender passiert ist und ich glaube, ich hätte mich genauso gefühlt wie er. Wer den Film gesehen hat, weiß, was ich meine! Wer ihn noch nicht gesehen hat, dem kann ich "Ender's Game" wirklich empfehlen!

Nun aber zu meinen gelesenen Büchern im Monat Oktober 2013. Insgesamt habe ich sieben Bücher mit einer Gesamtseitenzahl von 3.522 gelesen. Eines davon war ein ebook. Ich hatte ganz, ganz tollen Lesestoff im Oktober, aber auch zwei Bücher, die mich nicht ganz so überzeugen konnten. Mehr dazu gleich. Durch Klicken auf die Links kommt ihr, wie immer, zu den vollständigen Rezensionen:

Endlich, endlich habe ich Sarah Larks ersten Neuseelandroman "Im Land der weißen Wolke" gelesen und das am sonnigen Strand in Tunesien. Das Buch hat perfekt in meinen Urlaub gepasst und mir hat es sehr gut gefallen! Ich freue mich nun total darauf Band zwei und drei zu lesen. Den dritten Band habe ich mir erst vor ein paar Tagen zugelegt. Im Jahr 1852 brechen zwei junge Frauen von London aus auf, um in Neuseeland ihr Glück zu finden. Gwyneira, Tochter eines englischen Landlords ist dem Sohn eines reichen "Schafbaron" versprochen und Helen, eine ehemalige Gouvernante, hofft am anderen Ende der Welt das Eheglück zu finden, das ihr bisher verwehrt blieb. In dem fremden Land müssen die beiden Frauen allerhand Schwierigkeiten überwinden, doch selbst die Fehde zwischen den beiden Familien, denen sie ab sofort angehören, mag ihre Freundschaft nicht zerstören...

Mein erstes Monatshighlight!

Mit "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" von April Genevieve Tucholke bin ich nicht ganz zufrieden gewesen. Es beginnt sehr vielversprechend, man lernt die Zwillinge Violet und Luke kennen, die alleine in einem ehemals herrschaftlichen Anwesen leben, da sich ihre Eltern auf einer langen Reise in Europa befinden und ihre Kinder dabei völlig vergessen zu haben scheinen (was für Eltern tun so etwas???). Auf jeden Fall geht ihnen das Geld aus und Violet kommt auf die grandiose Idee, das Gästehaus des Anwesens zu vermieten. Da tritt dann sogleich mit dem gutaussehenden River West das Unheil auf den Plan, denn Violet verliebt sich Hals über Kopf und das obwohl River nicht ganz koscher ist. Es gibt ein paar so abstruse Szenen in diesem Buch, bei denen ich einfach nur sprachlos den Kopf schütteln konnte und es am liebsten zur Seite gelegt hätte. Mehr dazu in meiner oben verlinkten Rezension!

"Creepers" von David Morrell war mal wieder ein Thriller, ganz nach meinem Geschmack: Frank Balenger begleitet eine Gruppe von Urban Explorers in das vor Jahrzehnten stillgelgte Paragon Hotel, das von einem exzentrischen Millionär im Stil einer Mayapyramide erbaut wurde. Urban Explorers sind moderne Abenteuerer, die in stillgelegte Gebäude einsteigen und diese erkunden, aber nichts verändern. Als die Gruppe in das Hotel gelangt ist, bricht ein Sturm los. Nach anfänglichem Erkunden, stellen sie fest, dass sie nicht alleine sind und das Grauen nimmt seinen Lauf... Ich fand das Thema, das David Morrell (er hat übrigens John Rambo erschaffen) für seinen Thriller gewählt hat äußerst spannend und somit war das Erkunden des alten Hotels unglaublich interessant und kurzweilig. Das weitere Geschehen konnte mich auch fesseln und es blieb bis zum Schluss dramatisch und nervenaufreibend. Ein Thriller, den ich nur weiterempfehlen kann!



Danach folgte "Die Stadt der tausend Schatten" von Carrie Ryan. Der Abschlussband der Trilogie, die mit "Der Wald der tausend Augen" seinen Anfang nahm. Nachdem ich mit dem Mittelteil "Das Meer der tausend Seelen" nicht ganz so zufrieden war, konnte mich dieser Band wieder voll und ganz überzeugen. Diesmal ist Annah die Protagonistin, Gabrys Zwillingsschwester, die wir in Band zwei begleitet haben. Annah muss in einer zerstörten Stadt mutterseelenallein um ihr Leben kämpfen, seit Elias sie verlassen hat um zu den Zonern zu gehen. Doch da begegnet sie Catcher und beginnt wieder zu hoffen... Ich war total begeistert von Annah, mit ihr konnte ich mich genauso gut identifizieren, wie mit Mary aus Band eins. Gabry ist mir dagegen immer etwas fremd geblieben. Das einzige, was mir an "Die Stadt der tausend Schatten" nicht gefällt, ist, dass es ausschließlich als ebook erschienen ist!



"Das Buch ohne Namen" von Anonymus stand lange Zeit ungelesen in meinem Regal und das war gar nicht so schlimm, kann ich jetzt im Nachhinein sagen. Es ist ein ziemlich schräges Buch, es ist ein Western mit übernatürlichem Einschlag, es ist die Geschichte der Stadt Santa Mondega und der Bar des Barmannes Sanchez. Miles Jenson, ein Detective wird nach Santa Mondega geschickt um dort eine ungewöhnliche Mordserie aufzuklären. Ihm wird Detective Somers zur Seite gestellt, ein pensionierter einheimischer Cop, der total besessen von Burbon Kid ist, ein Massenmörder, der vor fünf Jahren in der Stadt für ein wahres Blutbad gesorgt hat. Nun scheint Burbon Kid zurück zu sein und eine Sonnenfinsternis steht kurz bevor... Außerdem geht es noch um das Auge des Mondes, ein Stein mit ganz besonderen Kräften, hinter dem alle Verbrecher der Stadt her sind. Die Story ist absolut abgedreht und ich muss dem Klappentext Recht geben: Tarantino als Buch!

Als Nächstes stand dann endlich der Abschlussband von Kim Winters Sternentrilogie "Sternenstaub" auf dem Leseplan. Ich habe mich direkt nach dem Urlaub in die Geschichte gestürzt und mir hat sie sehr gut gefallen! Viel kann man vom Inhalt gar nicht erzählen, ohne zu viel zu verraten. Nur so viel: Die Geschichte spielt nur zu Beginn auf der Erde und dann reist man endlich mit Mia nach Loduun! Das fand ich absolut fantastisch und hat der Trilogie ein Krönchen aufgesetzt. Es war emotional, spannend, dramatisch und mitreißend. Eine absolut lesenswerte Reihe!!!
Und noch eine abgeschlossene Trilogie diesen Monat: "Das geraubte Paradies" ist der finale Teil von Bernd Perplies' Carya-Trilogie. Auch hier ging es hochdramatisch her, denn nachdem Carya, Jonan und Pitlit erstmal überfallen und ausgeraubt wurden, werden sie von einem selbstlosen, ehemaligen Soldaten gerettet, der ihnen seine Tochter Elje anvertraut. Gemeinsam dringen sie bis an die Grenze der schwarzen Zone vor... Hier wäre auch jedes weitere Wort zur Handlung zu viel, denn wer die beiden Vorgängerbände kennt, muss auch unbedingt Band drei lesen! UNBEDINGT! Ein toller und atemberaubender Abschluss, ich bin schier gestorben vor Spannung und Ungeduld! Lesen, lesen, lesen!!!!

Mein zweites Monatshighlight!!!