Dienstag, 31. Dezember 2013

Gesetz der Rache - Kristen Simmons

Der Sniper

Ember und Chase haben sich dem Widerstand in Knoxville angeschlossen, da die beiden von der Regierung für tot erklärt wurden. Dort versuchen sie zusammen mit Sean mehr über den Aufenthaltsort von Rebecca herauszufinden, die sie immer noch befreien wollen. Doch ein geheimnisvoller Heckenschütze versetzt die Regierung in Aufruhr, die Sicherheitsmaßnahmen werden verdoppelt und verdreifacht als der Sniper in Knoxville zuschlägt. Was aber das Schlimmste ist: Embers Gesicht erscheint plötzlich wieder auf den Fahndungsplakaten, irgendjemand hat sie verraten!

Ich war sehr gespannt auf den zweiten Teil von „Artikel 5“, denn dieses Buch hatte mich sehr positiv überrascht. Schnell bin ich wieder in Embers Situation eingetaucht und habe mich mitten in der Geschichte wiedergefunden. Der zweite Teil knüpft an das Ende des Ersten an und die Geschichte stagniert erstmal, wie ich finde. Irgendwie passiert mir da einfach zu wenig, ja der geheimnisvolle Heckenschütze wird eingeführt und dass Ember plötzlich wieder gesucht wird erschwert alles wieder ein wenig und trotzdem nimmt die Story meiner Meinung nach erst nach dem Brand im Hotel so richtig Fahrt auf. Dann geht es nämlich wieder so richtig rasant zu, inklusive Flucht vor der MM. Was mir aber auch ein wenig sauer aufgestoßen hat, ist die Beziehung zwischen Ember und Chase. Was Ember am Ende von buch eins erfahren musste war nicht schön, aber dass die Beziehung dann wieder so kompliziert wird hat echt an meinen Nerven gezerrt und mich öfter mal mit den Augen rollen lassen.

Der Schreibstil war wieder toll und flüssig zu lesen. Kristen Simmons weiß ihre Leser zu fesseln, das steht außer Frage! Ember ist wie auch im ersten Band die Ich-Erzählerin und führt durch die Ereignisse. Dadurch weiß man als Leser genauso viel oder weniger als die Protagonistin. An manchen Stellen hat mich das echt genervt, aber insgesamt bin ich gerne so nah an den Protagonisten drann.

Die Protagonisten habe ich dieses Mal als ein wenig stereotyp empfunden. Man geht mit Ember durch dick und dünn. Sie muss den Tod ihrer Mutter verarbeiten, schöpft Hoffnung, die postwendend wieder zerstört wird, aber daran wächst sie eher, als dass sie daran zerbricht, dass hat mir gut gefallen. Nur die Beziehung zu Chase war nervenaufreibend und echt anstrengend. Muss ich nicht unbedingt haben! Chase ist verletzt, fühlt sich schuldig und versucht damit zu leben. Er muss viel von Ember einstecken, mir hat manchmal gefehlt, dass er sich ein wenig zur Wehr setzt. Was ist denn das für ein Mann??? Sean ist der totale Goodguy, er war mir fast zu gut, zu glatt, zu liebenswert, zu loyal. Ich hoffe, er bekommt im nächsten Band ein paar Ecken und Kanten mehr. Der ultimative Badguy kommt natürlich auch wieder vor. Gott sei Dank muss ich sagen, sonst wären die Protagonisten insgesamt dieses Mal ziemlich langweilig!

Das Cover der Klappbroschur ist wieder nicht sehr aussagekräftig, aber es gefällt mir eigentlich ganz gut: Man sieht Embers (?) Gesicht bis zur Nase in der Horizontalen. Der Rest des Covers wird von dunkelgrauem Boden eingenommen. Nur die Augen es Mädchens leuchten tiefblau, wie der Titel.

Fazit: „Gesetz der Rache“ von Kristen Simmons war wahrlich kein perfekter zweiter Teil und dennoch konnte er mich in seinen Bann ziehen. Ich habe das Buch schnell gelesen, Embers Geschichte gebannt verfolgt und freue mich nun auf die Fortsetzung, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt! Ich vergebe trotz der Kritikpunkte gute vier von fünf Sternen!



von Kristen Simmons
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: ivi (1. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492703054
ISBN-13: 978-3492703055
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 15 - 17 Jahre
Originaltitel: Breaking Point

Rezension vom 30.12.2013

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Buches!

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