Donnerstag, 8. August 2013

Das Erwachen: Dunkle Götter 01 - Michael G. Manning

Es war einmal…

Mordecai, der Sohn des Schmieds, entdeckt bei einem kleinen Ausflug seine magische Begabung. Natürlich weiß er nicht, dass es Magie ist, sondern handelt ganz intuitiv um das teure Pferd des Herzogs zu retten, das sein bester Freund Marc fast im Fluss verloren hätte. Marc, Sohn des Herzogs von Lancaster, beschließt Mort zu einer großen Festwoche in die Burg Lancaster einzuladen, um ungestört in der großen Bibliothek nach Antworten auf die aufgeworfenen Fragen zu suchen. Marc und Mort ahnen jedoch nicht, dass sie damit Lord Devon in die Quere kommen, der einen finsteren Plan verfolgt…

Eigentlich ist der Plot dieses Buches recht schnell zusammengefasst. Er ist nicht neu und folgt dem altbekannten Schema: Mittelloser Junge entdeckt seine magischen Fähigkeiten und zieht in ein großes Abenteuer, rettet die Maid und das Königreich obendrein. So oder so ähnlich läuft es auch in „Das Erwachen: Dunkle Götter 01“ so dass ich beim Lesen öfter mal ein deja-vu-Gefühl hatte. Trotzdem hat mich die Geschichte um den jungen Mordecai und seine treuen Gefährten Marcus, Dorian und Penelope gut unterhalten und ich hatte sie recht schnell gelesen, auch wenn ich mir noch ein paar raffinierte Plot Twists gewünscht hätte.

Der Schreibstil war zu Beginn des Buches doch noch recht holprig und hölzern, was sich aber im Laufe der Handlung gebessert hat. Zum Glück, denn am Anfang hab ich öfter mal den Kopf geschüttelt, weil ich mir versucht habe vorzustellen, wie die Dialoge geklungen hätten, wären sie von lebenden Menschen gesprochen worden und ich hätte mich manchmal schier unter den Tisch lachen können. Sehr steif und eben hölzern, aber auch das legte sich glücklicherweise nach einigen Seiten und die Dialoge wurden seitdem annähernd realistisch geführt. Spannung kam allerdings auch auf, sobald Mort auf der Lancaster Burg beginnt, seine magischen Fähigkeiten zu erkunden und zu verbessern.

Die Protagonisten waren mir alle sehr sympathisch, denn sie waren alle treu und einander wahre Freunde. Mordecai Eldridge, der Sohn des Schmids und angehender Magier, ist natürlich derjenige, den man am besten kennenlernt, denn er ist der Hauptprotagonist. Er hat einen starken Charakter und fühlt sich als einfacher Bursche auf der hohen Burg ein wenig unwohl. Seine Zauberkraft verleiht ihm aber Mut und Entschlossenheit. Mit der Zeit lernt er, seine Fähigkeiten zu nutzen, doch sein Lernprozess war ein wenig unrealistisch, wie ich finde. Ihm scheint einfach alles zuzufliegen, was er in dem alten Tagebuch liest, das er als Grundlage für seine Ausbildung nutzen kann. Er kann plötzlich Zaubersprüche und diese sogar verändern und es funktioniert auch noch. Das ging alles ein wenig zu einfach für meinen Geschmack! Marcus und Dorian sind beides Adlige und trotzdem Mordecais Freunde von Kindesbeinen an. Sie sind einander sehr loyal und würde füreinander durch Feuer gehen. Penelope, genannt Penny, ist auch eine Freundin aus Kindertagen und nun als Dienstmädchen auf der Burg beschäftigt.

Das Cover der Klappbroschur ist sehr düster und hochwertig gestaltet. Silberglänzende Wappen und verschnörkelte Ornamente ziehen sich über das ganze Cover vor einem düster-roten Hintergrund. Der Titel ist kunstvoll in das Gebilde eingearbeitet. Gefällt mir sehr, sehr gut!

Fazit: „Das Erwachen: Dunkle Götter 01“ von Michael G. Manning hat einen holprigen Start bei mir hingelegt, konnte mich aber trotzdem ganz gut unterhalten. Dennoch ist es für mich ein eher mittelmäßiger Fantasy-Roman, in dem viel Althergebrachtes verarbeitet und mancher Gedanke nicht zu Ende gedacht wurde. Für einen Fantasy-Einsteiger durchaus empfehlenswert, doch für geübte Fantasy-Leser hält dieses Buch nichts Neues bereit.



von Michael G. Manning
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Piper (14. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492702902
ISBN-13: 978-3492702904
Originaltitel: The Blacksmith's Son

Rezension vom 06.08.2013

Herzlichen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Buches!

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