Samstag, 6. Juli 2013

Der 13. Gast - Rhiannon Lassiter

Komm raus, komm raus, wo immer du bist!

Es ist Evangeline Chances 17. Geburtstag – und keiner gratuliert ihr! Keiner scheint an sie zu denken, sie überhaupt wahrzunehmen. Dabei sind sie alle gekommen: Die Tanten und der Onkel und Evas Cousin Felix. Nicht mal an der Festtafel wurde für sie gedeckt. Da merkt Eva, dass etwas absolut nicht in Ordnung ist: Sie ist ein Geist. Allerdings kann sie sich überhaupt nicht erinnern, warum. Als sie versucht, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, bekommt sie unerwartete Hilfe von den Zwillingen Kyra und Kyle. Werde sie es schaffen, das Rätsel um Evangelines Tod zu lösen?

Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, da mir „Böses Blut“ von Rhiannon Lassiter ziemlich gut gefallen hat. Leider wurden meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt. Zwar finden wir hier eine interessante Geschichte und sehr sympathische Geister und Protagonisten vor, aber so ganz konnte mich das Buch nicht packen. Das finde ich sehr schade, denn wie gesagt, eigentlich hat alles gestimmt. Evangeline ist ein Geist, weiß es aber zuerst gar nicht und muss dies schmerzlich herausfinden. Als sie es aber weiß, geht sie auf Spurensuche in ihrem Haus, dem uralten, verwinkelten Herrensitz der adligen Familie Chance, in dem es vor Geistern nur so wimmelt. Vor allem der Keller ist eine riesen großen Herausforderung für Eva und ihre Verbündeten. Leider hat sich die ganze Story ein wenig hingezogen, hatte zwischendurch so ihre Durchhänger, so dass ich nur dreieinhalb Sterne vergeben kann. Der zweite Jugendroman der Autorin reicht also nicht ganz an „Böses Blut“ heran.

Der Schreibstil ist sehr einfach aber wunderbar flüssig zu lesen und ich war schnell mittendrinn in der Geschichte. Die Autorin beschreibt das Haus und all ihre Bewohner sehr lebhaft und bildreich und ich konnte mir den alten Kasten richtig gut vorstellen. Ich wäre am liebsten selbst dorthin gereist, um ihn mir anzuschauen. Nur die Spannung wollte und wollte sich bei mir nicht so richtig einstellen. Erst ziemlich spät im Buch wurde es für mein Empfinden richtig spannend, so dass ich unbedingt weiterlesen musste. 

Die Protagonisten haben mich alle überzeugt. Evangeline, die Hauptprotagonistin, die als Geist im Chance-Anwesen herumspukt, ist eine ziemlich gewitzte junge Lady, die man einfach in sein Herz schließen muss! Sie ist nett, lustig und gar nicht geisterhaft. Man wünscht sich immer, dass es für sie doch noch gut ausgehen möge. Auch die Zwillinge Kyra und Kyle oder Cousin Felix sind wunderbar ausgearbeitete Personen, die alle einzigartige Charakterzüge aufweisen und somit Sympathie oder Antipathie schüren. Auch sämtliche Nebenfiguren sind jede eine Persönlichkeit für sich.

Die Umschlaggestaltung des Hardcovers ist wirklich gut gelungen, wie ich finde. Das Cover war für mich von Anfang an ein Blickfang und gefällt mir außerordentlich gut. Es ist in dunklen Blautönen gehalten und blaue Ornamente, die zum Teil an deren Enden mit kleinen Totenköpfen ausgeschmückt sind, umranden eine geisterhafte Mädchensilhouette, die sich zwischen düsteren Zäunen befindet. Toll!

Fazit: „Der 13. Gast“ von Rhiannon Lassiter konnte meine in das Buch gesetzten Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Trotzdem erhält man eine schöne, interessant erzählte Geistergeschichte, die vor allem von ihren lebhaften Protagonisten lebt. Wer gerne über alte englische Herrenhäuser und deren Geister liest, sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen!



von Rhiannon Lassiter
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (7. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596854938
ISBN-13: 978-3596854936
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Originaltitel: Ghost of a Chance

Rezension vom 06.07.2013
  
Herzlichen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung dieses Buches!

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