Montag, 8. April 2013

Das Meer der tausend Seelen - Carrie Ryan

Zweifle an der Sterne Licht… 

…aber zweifle niemals an dir selbst! Gabrys Leben gerät in nur einer einzigen Nacht aus den Fugen, in der sie sich von Catcher überreden lässt, mit ihm und einigen anderen Jugendlichen den Zaun zu übersteigen, der ihnen und der Stadt Vista die Mudo vom Leib hält, die stöhnend und seelenlos durch die Welt streifen. Sie kennen nichts außer ihrem Hunger nach Blut und dem Drang anzustecken. Alles beginnt wie ein großer Spaß als Gabry, Catcher, Cira und die anderen den verfallenen Vergnügungspark erkunden. Niemand sieht den Breaker kommen, der ihr aller Leben für immer verändern wird: Catcher wird verletzt, Cira später von der Miliz gefangen genommen und nur Gabry kann unbeschadet entkommen. Als sie Elias in der verbotenen Zone vor der Stadt, in der sie nach Catcher sucht, kennen lernt und ihre Mutter beschließt zurück in den Wald der tausend Augen zu gehen, beginnt auch Gabry an ihrem Leben und ihren Überzeugungen zu zweifeln… 

Ich konnte es kaum erwarten weiterzulesen, nachdem ich Band 1 „The Forest - Wald der tausend Augen“ beendet hatte. Auch im zweiten Teil „Das Meer der tausend Seelen“ nimmt Carrie Ryan uns wieder mit in die Welt nach der Rückkehr. Die Menschen sterben nicht mehr einfach, sondern kehren als Zombies wieder. Vista ist eine der wenigen verbliebenen Städte in denen die Menschen fast sorglos leben können, wenn sie die wichtigste Regel beachten und niemals den Zaun überqueren, der die Stadt vor den Zombies, den Mudo, abschirmt. Die Jugendlichen kennen die Bedrohung also nur aus dem Schulunterricht und denken, die Regeln sind dazu gedacht, um gebrochen zu werden. Dass es tödlich enden kann, ist ihnen gar nicht so bewusst und sie werden natürlich eines Besseren belehrt. Genauso wie in Band eins verschlägt es die Protagonisten in den Wald der tausend Augen, auf das vergessene, umzäunte Wegesystem und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Ebenso wie in Band 1 gibt es eine Dreiecksbeziehung, was ich diesmal als ein wenig störend empfunden habe. Wer so etwas aber gerne liest, wird hier seine reine Freude haben! 

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen. Klare Worte umfangen uns, in denen aber die Poesie zu spüren ist. Die Sätze sind nicht zu kurz, wie es oft in Jugendbüchern der Fall ist, sondern sind ganz normal und somit wunderbar zu lesen. Es dauert diesmal eine Weile, bis wirklich Spannung aufkommt, obwohl der Beginn der Geschichte schon sehr dramatisch ist. Doch ich war noch nicht nah genug dran an den Personen, als dass ich wirklich mit ihnen fühlen konnte. Das änderte glücklicherweise im Laufe des ersten Drittels. Gabry ist die Ich-Erzählerin und man folgt ihr durch die Geschichte. Auch dieses Mal tummeln sich zwar viele Zombies im Wald, doch alles ist wieder so gehalten, dass auch jüngere Leser und zart besaitete Gemüter ohne Bedenken zu diesem Buch greifen können. 

Die Protagonisten sind fast alle neu und man hat zuerst den Eindruck, eine ganz andere Geschichte zu lesen, doch bald erfährt man, dass Gabrys Mutter Mary ist, die in Band 1 dem Wald der tausend Augen entkommen ist und am Strand von Vista angespült wurde. Sie lebt nun mit Gabry zusammen im Leuchtturm und beschützt den Strand. Gabrielle, ihre Tochter, ist ein ängstliches Mädchen und macht sich dauernd Vorwürfe, nicht so stark zu sein, wie ihre Mutter. Doch dann zwingen sie die Umstände über sich hinaus zu wachsen. Catcher ist der junge Mann, dem Gabry ihr Herz geschenkt hat, doch eine Verletzung ändert alles für sie. Elias ist auf der Suche nach jemandem und versteckt sich in der verbotenen Zone vor der Stadt. Er ist geheimnisvoll und anders, so dass sich Gaby schnell zu ihm hingezogen fühlt. Cira, ihre beste Freundin, bleibt die ganze Zeit sehr blass, obwohl sie im Wald dabei ist. 

Da die Trilogie im Heyne Verlag als Taschenbuch neu aufgelegt wurde, passt der zweite Band nun leider nicht zu meiner Hardcover Ausgabe von „The Forest – Wald der tausend Augen“. Das finde ich nicht so schlimm, nur ist das Cover des Taschenbuchs so furchtbar nichtssagend mit diesem knapp bekleideten Mädchen, das im Meer liegt. Man käme nie dahinter, dass es sich hier um eine sehr gelungene, dystopische Jugendbuchtrilogie handelt, und man hier Zombies serviert bekommt und keine seichte Urlaubslovestory. 

Fazit: „Das Meer der tausend Seelen“ von Carie Ryan fällt ein wenig hinter Band 1 „The Forest – Wald der tausend Augen“ zurück, hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen, da es einige unvorhergesehene Enthüllungen gab. Ich möchte euch diese Reihe auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn ihr gerne Endzeit- und Zombieromane wie z.B. „Lost Land“ von Jonathan Maberry lest! Nun freue ich mich auf den Abschlussband „Die Stadt der tausend Schatten“, der bisher leider nur als ebook erschienen ist.



von Carrie Ryan
Taschenbuch: 480 Seiten 
Verlag: Heyne Verlag (10. September 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453529774 
ISBN-13: 978-3453529779 

Rezension vom 05.04.2013

Herzlichen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Buchs!

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