Freitag, 8. März 2013

The Weepers ... und sie werden dich finden - Susanne Winnacker

Time to resist! 

Mehr als drei Jahre hat Sherry mit ihrer Familie im Bunker ausgeharrt, doch jetzt geht ihnen das Essen aus und Sherrys Vater trifft eine längst überfällige Entscheidung: Er wird die Bunkertür öffnen und auf Nahrungssuche gehen! Und Sherry begleitet ihn. Seit fast zwei Jahren haben sie nichts mehr vom Militär gehört, außer die sich immer wiederholende Meldung, dass die Bevölkerung zu ihrem Schutz in den Schutzbunkern bleiben soll, bis der Funkverkehr vor einem Jahr ganz ausgefallen ist. Somit wissen die Beiden nicht, was sie draußen erwartet. Sherry und ihr Vater suchen in einem verlassenen Supermarkt nach Lebensmitteln, doch dann werden sie von infizierten Menschen, die wolfsähnlich sind, überfallen. Sherry kann sich auf den Parkplatz retten, doch ihr Dad verschwindet spurlos. Auch Sherry wird von den Mutanten fast erwischt, doch dann kommt ihr Joshua zur Hilfe, der auf der Jagd zu sein scheint… 

Dieses Buch, das man dem Genre der Endzeitromanen zuordnen kann, hat ein großes Manko: Es ist einfach zu kurz! Gerade hat man zusammen mit Protagonistin Sherry die Welt außerhalb des Bunkers erkundet, Joshua kennen gelernt und ist auf die Jagd nach den, durch den Tollwutvirus mutierten, Weepers gegangen, schon ist die Geschichte auch vorbei und sie ist wie ein Rausch an einem vorbeigeflogen. In LA ist nichts mehr, wie es vorher war: Verwüstung uns Zerstörung prägen das Stadtbild, Menschen sind nicht zu sehen, außer ihre Leichen, und Weepers streichen durch die Straßen, auf der Suche nach Beute. So findet Sherry ihre Welt vor, nachdem sie nach über drei Jahren aus dem Bunker kommt und endlich das Sonnenlicht wieder sieht. Aber es ist nicht alles schlecht, eine kleine Gemeinschaft von Überlebenden, von denen einige resistent zu sein scheinen, hat sich außerhalb der Stadt auf einem ehemaligen Weingut eine kleine heile Welt aufgebaut, die natürlich bald bedroht sein wird. Ziemlich grauenhaft sind die mutierten Menschen, die Weepers, die nur noch durch ihre niederen Instinkte geleitet zu werden scheinen und sie wollen Menschen fressen! Ein furchtbares, aber auch überaus spannendes Endzeitszenario! 

Der Schreibstil von Susanne Winnacker hat mich gleich packen können. Flüssig und leichtfüßig wird man durch die Geschichte geführt, obwohl es sich die ganze Zeit um unschöne Dinge wie Nahrungsknappheit und die Gefahr, die von den Weepers ausgeht dreht. Auch weiß man die ganze Zeit nicht, was denn eigentlich los ist, bis sich das schreckliche Szenario so langsam herauskristallisiert und ich wollte unbedingt immer mehr wissen! Es gibt natürlich auch Szenen, in denen Menschen von den Mutanten angefallen und auch getötet werden, aber diese sind alle einem Jugendbuch angemessen geschrieben und es wird garantiert nicht zu blutig, also keine Angst deshalb, ihr würdet nur etwas verpassen, wenn ihr deshalb nicht zu diesem Roman greifen würdet! Spannend ist es von Beginn an und der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an, denn Sherry ist kaum eine ruhige Minute vergönnt, eine Actionszene reiht sich an die andere. 

Die Protagonisten hätten meiner Meinung nach etwas mehr Tiefgang bekommen können, doch mit Protagonistin Sherry war ich sehr zufrieden! Trotz ihrer noch sehr jungen 15 Jahre, konnte ich mich gut mit ihr identifizieren, denn sie handelt meistens bedacht, mutig, selbstlos und sehr reif für ihr Alter. Das fand ich dieses Mal aber sehr angemessen, denn sie musste durch die besondere Situation ihrer Familie im Bunker schon sehr früh Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen oder aber für den Haushalt. Joshua hätte ein klein wenig tiefgründiger sein dürfen, obwohl ihn ja schon etwas Geheimnisvolles umweht. So ganz wird man nicht aus ihm schlau und er lässt auch nur nach und nach Informationen über sein Leben vor der Seuche heraus. Trotzdem oder gerade deshalb hat er mir sehr imponiert und ich habe den jungen Mann schnell in mein Herz geschlossen. Sherrys Eltern und Geschwister stünde aber eine größere Rolle in der Geschichte zu und ich hätte sehr gerne mehr über die Mitbewohner im Cottage erfahren! 

Das Cover des Taschenbuchs hat gleich meine Aufmerksamkeit erregt! Düster und unheimlich wirkt es auf den Betrachter, denn die Hälfte eines Mädchengesichts schaut einem unheilvoll entgegen und im Hintergrund steht eine schemenhafte Gestalt, die ein Weeper sein könnte. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches! 

Fazit: „The Weepers … und sie werden dich finden“ von Susanne Winnacker versüßt einem den Tag mit wunderbaren und vor allem spannenden Lesestunden und verarbeitet das Motiv „Angst vor der Tollwut“, die es bei uns Menschen schon lange gibt, sehr gut nachvollziehbar zu einer interessanten und actiongeladenen Endzeitgeschichte. Von mir gibt es vier von fünf Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung!



von Susanne Winnacker
Taschenbuch: 304 Seiten 
Verlag: Heyne Verlag (14. Januar 2013) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453314247 
ISBN-13: 978-3453314245 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 

Rezension vom 06.03.2013

Mein herzlicher Dank gilt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. klingt interessant :D ich liebe solche themengebiete <3
    setz ich gleich auf meine wishlist!!

    Btw du hast nen kleinen tippfehler in der überschrift ;D

    LG july

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    1. Ja, ich finde das auch total spannend und deshalb wollte ich das Buch auch unbedingt lesen! ich fand es ja auch sehr gut, obwohl es jetzt nicht das Rad neu erfindet. Die Idee an sich, dass das Tollwutvirus der Auslöser für die Mutationen verantwortlich ist, also etwas was bei uns Menschen schon immer für Angst und Schrecken gesorgt hat, vor allem in früheren Zeiten, fand ich richtig gut!

      Danke, dass du mich auf den Tippfehler hingewiesen hast, hab ihn gleich korrigiert! :)

      LG
      Kathi

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  2. Hallo!

    Danke für die schöne Rezi. Das ist nun schon die zweite, die ich zu dem Buch gelesen habe. Leider frage ich mich aber immer noch, ob es eine Besonderheit hat und ob etwas gibt, dass dieses Buch von den anderen Büchern und Filmen zum gleichen Thema unterscheidet.

    Liebe Grüße
    Sandy

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    1. Hi Sandy,
      "The Weepers" ist jetzt kein Buch, das das Rad neu erfindet, aber ich fand die Situation ansprechend, dass Shery drei Jahre in ihrem Bunker gesessen hat und sie und ihre Familie absolut nicht wussten, was da draußen jetzt eigentlich passiert. Dann die Idee, das Tollwutvirus als Auslöser der Mutationen zu nehmen und somit mit der Angst vor Tollwut zu arbeiten, die uns Menschen, zumindest in früheren Zeiten in unseren Breitengraden nahezu eingeimpft war. Die Weepers, also die Mutanten an sich waren keine willenlosen Zombies, sondern anscheinend schlauere Biester, als es zuerst den Anschein hat und auch zum Ende hin kommen einige Erkenntnisse, die ich ziemlich krass fand und so jetzt nicht unbedingt, in den von mit bisher gelesenen Endzeitromanen/Dystopien, vorgefunden habe und welche auf eine spannende Fortsetzung hoffen lässt!

      LG
      Kathi

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