Sonntag, 3. Februar 2013

Hüter der Worte - Diana Menschig

Mögen gute Worte dich behüten 

Tom Schäfer ist ein junger Student, der schon den einen oder anderen Bestselleroman geschrieben hat. Er lebt in seiner kleinen Studentenbude, hat gerade seine Master-Thesis abgegeben und kämpft gegen die Deadline seines Verlages an. Doch ihm will einfach nichts Aufregendes für seinen neuen Roman einfallen. Sein Held Laryon scheint zufrieden mit seinem beschaulichen Leben in Willerin als Grenzwächter, doch das wollen Toms Leser natürlich nicht lesen. Erst als er zufällig Melanie begegnet, erwacht Toms Kreativität, denn Melanie scheint ihn nicht nur beruflich zu inspirieren. Doch nach einem großen Streit, droht das junge Liebesglück zu zerplatzen und Tom tut etwas sehr unüberlegtes: Er versucht Laryon in seine Wohnung zu schreiben und löst damit ein heilloses Chaos aus… 

Der Start zwischen mir und „Hüter der Worte“ war ein wenig holprig. Ich bin beim Lesen über ein paar gröbere Schnitzer im Schreibstil gestolpert, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. So hat es eine geraume Zeit gedauert, bis ich richtig in Toms und Laryons Geschichte einsteigen und mich auf die Charaktere einlassen konnte. Als wir unsere Anfangsschwierigkeiten hinter uns gelassen hatten, konnte mich „Hüter der Worte“ vor allem mit der Beziehung zwischen Laryon und Tom begeistern. Denn die Idee, dass jemand durch ein Buch in eine Fantasy Welt gelangt, ist nun nicht gerade neu und mir, seit ich als Kind „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende gelesen habe, bekannt. Dass jedoch ein Autor auf seinen eigenen Protagonisten trifft, macht die Sache doch interessant und die Tatsache, dass der Protagonist seinen eigenen Autor nicht leiden kann, hat mir einige amüsante Minuten beschert. Allerdings dauert es recht lange, bis Tom selbst endlich in Willerin landet, das erwartet man nämlich, wenn man sich den Klappentext durchgelesen hat, schon früher. 

Der Schreibstil der Autorin ist zu Beginn noch etwas holprig und unausgegoren, die Dialoge wirkten arg konstruiert. Dies hat leider meinen Lesefluss doch erheblich gestört, weshalb ich auch von den vier Sternen, die ich der Story insgesamt gegeben habe, nochmals einen halben Stern abziehen muss. Zum Glück gibt sich das im Laufe des Buches, so dass ich die Geschichte doch noch genießen konnte. Insgesamt schreibt Diana Menschig sehr bildhaft und schafft es auch, Gefühle gut zu transportieren. 

Die Protagonisten wirkten auf mich am Anfang zu gestellt, was an den manchmal etwas merkwürdigen Dialogen gelegen haben kann. Das verläuft sich aber mit Fortschreiten der Geschichte und die Charaktere wurden mir sehr sympathisch. Tom ist manchmal ein echter Trottel, ist recht naiv und hört auf sein Bauchgefühl. Auch hat er eine recht merkwürdige Schreibroutine, in der die Geschichte mehr ihn bestimmt, als er die Geschichte. Melanie ist eine von Anfang an rätselhafte, aber sehr nette Person. Man gönnt Tom und ihr ihr Liebesglück und ist recht verwundert, ob ihrer heftigen Reaktion, als es zum Streit kommt. Laryon ist eigentlich der netteste Kerl in Willerin, doch mit seinem Autor kommt er gar nicht klar, was gar nicht zu ihm passt. Deshalb fand ich manche Reaktionen von Laryon auch etwas überzogen, im Prinzip konnte ich seine Ängste aber nachvollziehen. 

Das Cover der Klappbroschur hat mir vom ersten Augenblick an gefallen. Ein Buch liegt aufgeschlagen auf einem Holztisch und ihm entströmt ein magisches Licht, es ist ein Tor zu fernen Welten. Sehr gut gelungen! 

Fazit: „Hüter der Worte von Diana Menschig konnte mich nach einem holprigen Start mit seiner Welt Willerin und den sympathischen Protagonisten doch noch von sich überzeugen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen!



von Diana Menschig
Taschenbuch: 544 Seiten 
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426511118 
ISBN-13: 978-3426511114

Rezension vom 02.02.2013

Mein herzlicher Dank gebührt der  
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

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