Mittwoch, 13. Februar 2013

Böses Blut - Rhiannon Lassiter

Der C/Kat-Fight 

Die Eltern von Catriona, Roland, Kathrine und John heiraten und bilden eine Patchwork Familie, wie es sie mittlerweile zuhauf gibt. Die Kinder wurden jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt und vor allem Catriona (Cat) und der etwas jüngeren Kathrine (Kat) stößt das sauer auf. Die beiden können sich auf den Tod nicht ausstehen, vor allem weil Catriona den Namen Cat für sich beansprucht. Die Eltern versuchen mit einem Familienurlaub die Risse zu kitten und fahren mit den Kindern in das alte Haus von Kat's und Johns verstorbener Mutter. Hier beginnt ein schauriges Spiel, in das Kats und Johns Mutter verwickelt war und in dessen Verlauf jedes der vier Kinder sich neu erfinden muss, um nicht aus der Realität zu verschwinden. 

„Böses Blut“ ist ein sehr kurzweiliger Jugendroman mit Mystery-Elementen, der von der ersten Seite an zu packen versteht. Erst lernt man die Familie in ihrem, vom Streit der beiden C/Kats geprägten Alltag kennen, doch dann geht es mit Sack und Pack in den Urlaub aufs Land, in ein altes, riesiges viktorianisches Landhaus, in dem Kathrines und Johns Mutter ihre Kindheit verbracht hat. Die Kinder kommen einem gruseligen Spiel auf die Schliche in das sie unfreiwillig hineingezogen werden um dann fast sich selbst und die Realität zu verlieren. Nur dem kleinen, unscheinbaren John haben sie es zu verdanken, dass das Schlimmste verhindert werden kann. 

Der Schreibstil ist sehr jugendgerecht, einfach und flüssig zu lesen. Trotzdem schafft es die Autorin eine düstere, unheimliche und bedrohliche Atmosphäre in diesem Haus und dem Wald dahinter aufzubauen und diese auch das ganze Buch über zu halten. Es wird sehr schnell spannend, als sich die mysteriösen und unheimlichen Ereignisse zu häufen beginnen und man will unbedingt schnell weiterlesen, um der Ursache auf den Grund zu kommen. Ich konnte mir das Haus, die vielen unterschiedlichen Zimmer und die Umgebung sehr, sehr gut vorstellen und fühlte mich fast, als wäre ich mit dabei. Nur zum Schluss hatte ich das Gefühl, als würde alles ein wenig zu verworren, doch darüber kann ich gut hinwegsehen, da der Rest für mich sonst absolut gepasst hat! 

Die Charaktere waren alle sehr lebhaft und jeder für sich einzigartig. Catriona ist die große Zicke in der Familie, dauereifersüchtig auf die jüngere Stiefschwester, weil sie meint, Kathrine würde ihr den Platz in der Familie streitig machen. Kathrine hasst Catriona, weil diese ihren Namen für sich beansprucht und die ihrer Meinung nach zu einem Nichts degradiert. Zumindest darf sie vermeintlich nicht sie selbst sein. Robert, der älteste der Vier, versteckt sich am liebsten hinter seinem Computer und möchte in Ruhe gelassen werden. Catriona zieht in oft wegen seiner Tollpatschigkeit auf, aber das will er nun unbedingt ändern. John, das Nesthäkchen, ist zeitgleich aber auch derjenige der den Blick fürs Wesentliche nicht verliert und somit Dinge sieht und hört, die den Anderen entgehen. 

Das Cover des Schutzumschlags hat mir gleich auf Anhieb gefallen! Das Haus in der Mitte verbreitet eine unheimliche Stimmung, ebenso die Ornamente und die kahlen Bäume am Rand. Auch die eingearbeiteten Bücher spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte. Der rote Hintergrund hebt das ganze Cover sehr schön von anderen ab und fällt auf! 

Fazit: „Böses Blut“ von Rhiannon Lassiter ist ein unheimliches Jugendbuch, das mir großen Spaß gemacht hat! Auch die Moral, die darin steckt, und die Meiner Meinung nach, jeder selbst für sich entdecken muss, ist eindringlich und regt zum Nachdenken an! Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin!



von Rhiannon Lassiter
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: Fischer Schatzinsel, Frankfurt; Auflage: 2 (4. April 2008) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3596852978 
ISBN-13: 978-3596852970 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre 
Originaltitel: Bad Blood

Rezension vom 12.02.2013

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen