Samstag, 12. Januar 2013

Anna im blutroten Kleid - Kendare Blake

A ghost story 

Cas hat für sein Alter einen ungewöhnlichen Job: Er jagt Geister, die Menschen gefährlich werden und schickt sie in die ewigen Jagdgründe. Sein aktueller Fall führt Cas und seine Mutter mitsamt Kater Tybalt in die kanadische Kleinstadt Thunder Bay. Hier treibt in einer verlassenen ehemaligen Pension der blutrünstige Geist eines Mädchens sein Unwesen und zerfleischt jeden Unglücklichen, der das Pech hatte seinen Fuß über die Schwelle ihrer Tür zu setzten. Als Cas Anna das erste Mal gegenüber steht muss er feststellen, dass sie unberechenbar, stärker, cleverer und schöner ist, als alle Geister, mit denen er es zuvor zu tun hatte. Unglücklicherweise werden auch noch „Zivilisten“ in den Fall verwickelt, aber so erfährt Cas zum ersten Mal in seinem Leben durch Thomas und Carmel, was Freundschaft ist… 

Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an „Anna im blutroten Kleid“ herangegangen. Diese wurden nur zum Teil erfüllt. Die Geister und vor allem Anna waren zu Beginn der Geschichte wirklich furchteinflößend und all zu zart besaitete Menschen sollten sich das vielleicht lieber nicht zu Gemüte führen. Doch in der zweiten Hälfte des Buches war der Grusel leider irgendwie verflogen und es stand dann mehr die Lovestory im Mittelpunkt. Nach einigem Vorgeplänkel kam das Ende dann auch ein bisschen schnell und plötzlich für ein großes Finale. Dies hat mich dann auch nicht so richtig zufrieden gestellt. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat es geschafft, zumindest in der ersten Hälfte des Buches, Spannung aufzubauen und eine gruselige Atmosphäre entstehen zu lassen. Ich mochte die Szenen zu Beginn mit Anna und ihrem blutroten, tropfenden Kleid und man konnte die Spannung richtig greifen. Später verliert sich diese tolle Atmosphäre leider und weicht eher einer weichgespülten Stimmung, die nicht so recht zum Rest passen mag. Insgesamt beschreibt Kendare Blake sehr bildgenau und ich konnte mir alles wunderbar vorstellen (gruselige und nicht ganz so gruselige Geister). Cas ist der Ich-Erzähler und man erlebt die Ereignisse aus seiner Sicht. 

Die Protagonisten haben mir allerdings sehr gut gefallen. Der 17-jährige Cas war mir gleich sehr sympathisch und man wurde gut an sein Leben herangeführt. Er ist natürlich ziemlich mutig und hat schon viel in seinem jungen Leben gesehen. Dabei vergisst er aber zu leben und muss erst schmerzhaft daran erinnert werden. Thomas und Carmel schieben sich in Cas‘ Leben und lassen sich nicht mehr daraus vertreiben. Thomas hängt sich hartnäckig an seine Fersen und hilft Cas gegen dessen Willen. Aauch Carmel, das hübscheste Mädchen an der Schule, ist von Cas‘ geheimnisvoller Ausstrahlung angezogen. Anna selbst aber ist der Hammer, ich hätte mir nur gewünscht, dass sie länger so geblieben wäre! 

Die Covergestaltung des Taschenbuchs finde ich einmalig gut! Es passt auf jeden Fall zur ersten Hälfte des Buches und ist ziemlich gruselig und mysteriös anzusehen. Geist Anna in ihrem blutigen Kleid ist von hinten zu sehen, die Füße nebelumwogt, in Grau und gedämpften vereinzelten roten Akzenten steht sie vor ihrem Geisterhaus. Ich liebe es! 

Fazit: Von der ersten Hälfte von „Anna im blutroten Kleid“ von Kendare Blake war ich absolut begeistert, dann wurde es mir zu schnulzig und irgendwie hat sich die tolle Gruselatmosphäre verflüchtigt. Dennoch war es ein gutes und spannendes Buch, dem ich gerne dreieinhalb Sterne gebe und wegen der echt gelungenen Gruselelemente auf vier aufrunde. Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von Kendare Blake lesen!



von Kendare Blake
Taschenbuch: 384 Seiten 
Verlag: Heyne Verlag (12. November 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453314190 
ISBN-13: 978-3453314191 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren 
Originaltitel: Anna Dressed in Blood

Rezension vom 12.01.2013

Vielen Dank an für die Bereitstellung dieses Buches!

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