Dienstag, 30. Oktober 2012

Laugenweckle zum Frühstück - Elisabeth Kabatek

Von der schwäbischen Kehrwoche und bruddligen Nachbarn… 

…hat Pipeline Praetorius mehr als genug. Sie lebt in Stuttgart, ist Halb-Schwäbin und mit dem Katastrophen-Gen gesegnet. Pipeline hat gerade ihren (schlechtbezahlten) 80-Stunden-Job in einer Werbeagentur verloren und wacht nun am ersten Tag als Arbeitslose auf, um sämtliche Katastrophen anzuziehen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es mit dem Gang zum Arbeitsamt oder den eigentlichen Bewerbungen nicht so gut klappt, wie es eigentlich sollte und die quirlige 31-Jährige in Selbstmitleid ertrinkt. Da kommt es ihr gar nicht gelegen, dass sich ihr neuer Nachbar Leon als ziemlich gutaussehendes, aber ihr nicht hinreichend intellektuelles und noch dazu anhängliches Exemplar herausstellt. Um noch eins draufzusetzten wird Pipeline von ihrem bruddligen Nachbarn Herrn Tellerle zu seiner urlaubsbedingten Fischpflegerin auserkoren, was alles, nur nicht gut gehen kann! 

Pipeline Praetorius ist echt ein Fall für sich, in einer Geschichte, wie sie nur im Schwäbischen spielen kann! Für mich, als Badnerin hat hier ein großartiger Lacher den anderen gejagt und ich musste mich morgens um halb 8 in der Stadtbahn schon sehr beherrschen, um nicht ins brüllendes Gelächter auszubrechen, wenn in Pipelines Leben mal wieder alles schief ging. Auch der Wiedererkennungswert der Stadt Stuttgart, von der ich gar nicht mal so weit weg wohne, hat natürlich dazu beigetragen, dass ich mich super schnell in diesem Roman zurechtfinden konnte. Auch wenn ich Chick-Lit normalerweise nur sehr selten lese, hat mich die Autorin mit Pipeline gleich geschnappt gehabt, ich habe genüsslich alle Katastrophen über sie und mich ergehen lassen und mich köstlich dabei amüsiert! 

Vom Schreibstil war ich ziemlich überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass ein „Regional-Roman“ mich so fesseln kann und dabei so flüssig und leicht zu lesen ist. Alles, was ich in der Richtung bisher so angelesen habe, war eher sperrig und Krimi lastig, doch „Laugenweckle zum Frühstück“ ist ganz anders! Dieser Roman könnte auch aus der Feder von Kerstin Gier stammen, die ähnlich humorvoll von fehlgeschlagenen Selbstmordversuchen mit den sich nachziehenden Katastrophen berichten kann, wie Elisabeth Kabatek von Lines unglücklicher Situation als 31-jähriger Single ohne Job in einem Stuttgarter Miethaus in dem die Nichteinhaltung der strengen Kehrwochenregeln einem Staatsverbrechen gleich kommt. Ich konnte mir die Fettnäpfchen, in die Line nach und nach hineinstolpert, so bildlich vorstellen, dass ich aus dem lachen und Kichern kaum mehr heraus kam. Einige Gespräche sind 1:1 in Schwäbisch geschrieben, das könnte für den einen oder anderen etwas schwierig werden, auch wenn ein paar Ausrücke in Fußnoten erklärt werden. 

Die Protagonisten habe ich alle gleich in mein Herz geschlossen. Pipeline ist die Chaos-Frau schlecht hin, dabei macht sie diese Tatsche überaus sympathisch, aber auch blind sich und ihren Gefühlen gegenüber. Es braucht manchmal schon einen kräftigen Tritt in Lines Allerwertesten, bis sie erkennt, was ihre beste Freundin Lila schon vor ein paar Wochen wusste. Lila ist Pipelines Fels in der Brandung. Bei ihr kann sie sich bei Prosecco und leckerem Abendessen ausheulen, aber auch ausgehen und Spaß haben. Eine echte Freundin zum Pferdestehlen. Leon wäre der perfekte Mann für Line, was sie natürlich erst mal nicht erkennt, denn sie sieht nur, dass er nicht gerne Bücher liest oder in die Oper geht. Doch der sympathische Ingenieur gibt nicht so schnell auf! Die ganzen Nebenfiguren haben alle ihren ureigenen Charme, wie sie nur in der schwäbischen Metropole Stuttgart zu finden sind. Allen voran Lines Dande Dorle ist ein Schwäbisches Original, genau wie Lines Nachbarn Herr Tellerle oder Frau Müller-Thurgau. 

Das Cover des Taschenbuchs ist nicht spektakulär. Man sieht eine Espressotasse auf einem Stuttgarter Straßenkaffeetisch, im Hintergrund Liegestühle und der Stuttgarter Schlossgarten mit Schloss. Nichts, was auf diesen wirklich außergewöhnlichen Inhalt hindeuten würde. 

Fazit: „Laugenweckle zum Frühstück“ von Elisabeth Kabatek ist ein wirklich außergewöhnlicher Regional-Roman, der unbedingt über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus einen größeren Bekanntheitsgrad erlangen muss! Denn was wäre das Leben ohne Laugenweckle zum Frühstück? Ganz genau: Ziemlich öde!!! Das dachte ich mir auch und habe mir schnell die weiteren Abenteuer von Pipeline Praetorius besorgt, niedergeschrieben in den Büchern „Brezeltango“ und „Spätzleblues“. Also liebe Mädels, schnappt euch das Buch und lacht laut drauf los, es erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung!!!



von Elisabeth Kabatek
Broschiert: 320 Seiten 
Verlag: Silberburg-Verlag; Auflage: Neuauflage. (August 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3874078094 
ISBN-13: 978-3874078092

Rezension vom 28.010.2012

Samstag, 27. Oktober 2012

Die Frau in Rot - Margot S. Baumann

Schicksalhafte Begegnungen 

Anouk war vor ihrem schweren Autounfall ein angesagtes Schweizer Modell. Doch jetzt hat sie schwer mit sich und dem traumatischen Erlebnis, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kam, zu kämpfen. Ein Tapetenwechsel würde ihr gut tun, rät ihre Mutter und schickt sie kurzerhand zu Anouks Großtante Valerie in ein beschauliches Schweizer Dorf. Dort soll sie sich um Valerie kümmern, die an Alzheimer erkrankt ist. Valeries Hausarzt Max Sandmeier ist gleich von Anouk angetan. Das ehemalige Modell will aber nichts von Max wissen, da sie immer noch um ihre beste Freundin trauert. Doch kurz nach ihrer Ankunft hört Anouk Stimmen und sie sieht ein kleines Mädchen und eine geheimnisvolle Frau in einem roten Kleid. Etwas Ungewöhnliches geht hier vor und Anouk versucht mit Max‘ Hilfe herauszufinden, was es damit auf sich hat. 

„Die Frau in Rot“ ist Margot S. Baumanns erster belletristischer Roman und sie hat sich gleich in mein Herz geschrieben. Von der ersten Seite an war ich gefesselt von Anouks Geschichte und ihrem Weg zurück ins Leben, nachdem sie sich die Schuld am Tod ihrer Freundin gegeben und sich daraufhin vor der Welt verkrochen hat. 

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Der zweite Erzählstrang ist im 18. Jahrhundert angesiedelt und handelt von der jungen Bernhardine, die einem viel älteren Mann zur Frau gegeben wird und in ihrem eher unglücklichen Dasein in einem kalten, zugigen Schloss ein wenig Liebe und Zuneigung sucht. Beide Erzählstränge konnten mich völlig überzeugen, der von Anouk besticht durch ihr temperamentvolles Wesen und den unheimlichen Vorkommnissen. Der von Bernhardine haucht dem Buch historische Spannung ein, denn nie ist so richtig klar, was als nächstes geschehen wird. Die Gepflogenheiten des 18. Jahrhunderts werden äußerst glaubwürdig dargestellt und ich konnte mir alles sehr realistisch vorstellen. Vor allem mit Bernhardine habe ich gelitten. 

Der Schreibstil selbst hat mir auch richtig gut gefallen. Er lässt sich wunderbar flüssig und angenehm lesen und besticht durch seine Leichtigkeit und Bildhaftigkeit. In jedem Kapitel findet jeweils ein Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen Jetztzeit und Vergangenheit statt. Ich mochte das Buch wirklich nicht aus der Hand legen! 

Die Protagonisten konnten mich auch überzeugen. Anouks Gemütszustand wird sehr glaubhaft dargestellt und ich konnte ihre Trauer und ihre Schuldgefühle gut nachempfinden. Abgesehen davon, ist Anouk eine sehr sympathische und zauberhafte junge Frau, die ab und an mal in ein Fettnäpfchen tritt und sich kräftig blamiert. Sie ist auch willensstark und mutig. Max Sandmeier, Tante Valeris Hausarzt und Anouks anfänglich verschmähtes Objekt der Begierde, konnte mich auch ziemlich schnell für sich einnehmen. Tante Valerie ist eine charismatische alte Dame, die schönen Dinge im Leben zu schätzen weiß. Bernhardine ist die einzige richtig herausgearbeitet Persönlichkeit im historischen Handlungsstrang. Auch sie ist stark und wird nur schwach, weil sie in Liebe entflammt. Ansonsten ein tolles Mädel für ihre Zeit! Die Nebencharaktere sind aber auch nicht zu verachten und machen das Buch zu etwas Lebendigem! 

Das Cover finde ich wunderbar! Man sieht den entzückenden Rücken einer Frau in einem roten Kleid, die auf ein altes herrschaftliches Haus inmitten einer grünen Landschaft zugeht. Nur der Himmel verdunkelt sich gerade unheilvoll. Das Bild ist sehr passend gewählt. 

Fazit: „Die Frau in Rot“ von Margot S. Baumann ist wohl einer meiner Überraschungshits in diesem Herbst. Die Geschichte hat mich durch die unheimlichen Begegnungen und wunderbaren zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie einer spannenden und interessanten Handlung, in ihren Bann gezogen. Wer unheimlich angehauchte Bücher mit sich abwechselnden Zeitebenen und starken Charakteren mag, ist hier goldrichtig! Für mich hat das Gesamtpaket gestimmt: Mein Geheimtipp für diesen Herbst!



von Margot S. Baumann
Taschenbuch: 480 Seiten 
Verlag: Knaur TB (3. August 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426509504 
ISBN-13: 978-3426509500

Rezension vom 27.10.2012

Herzlichen Dank an die  für die Bereitstellung dieses wundervollen Buches!!! 

Freitag, 26. Oktober 2012

Book in the post box: Morbus Dei: Inferno

Morbus Dei: Inferno

von Bastian Zach und Matthias Bauer
Broschiert: 362 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (4. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852188792
ISBN-13: 978-3852188799







Kurzbeschreibung 

Tyrol, 1704: Johann und Elisabeth sind mit knapper Not aus dem Dorf geflohen und schlagen sich Richtung Wien durch. Als sie nach vielen Gefahren ihr Ziel erreichen, scheint eine sichere gemeinsame Zukunft in greifbare Nähe gerückt bis Feinde aus Johanns Vergangenheit auftauchen. Zu allem Übel bricht plötzlich eine rätselhafte Krankheit aus, die sich wie ein Leichentuch über Wien legt. Die alte Kaiserstadt wird zur Todesfalle, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt 

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I'm so happy about "Morbus Dei: Inferno"! I loved first book in this series very much so I had to have the second, too! Äh, genau! Fragt mich jetzt bitte nicht, warum, ich ein wenig in Englisch plaudere, es überkommt mich ganz einfach manchmal. *g* Aber jetzt mal im Ernst: Ich fand "Morbus Dei: Die Ankunft" ziemlich gut, die Stimmung war so bedrückend und düster und das Buch lief wie ein Film vor meinem geistigen Auge ab. Umso gespannter bin ich jetzt auf die Fortsetzung. 

(Ihr könnt euch übrigens auf ein kleines Schmankerl freuen, dass ich für euch geplant habe! ;))

Hier nun noch ein etwas ungewöhnlicher Buchtrailer, in dem die beiden Autoren aus dem Buch vorlesen. Ziemlich klasse!


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Little Brother - Cory Doctorow

Sicherheit, um jeden Preis! 

Marcus Yallow. 17, clever, Computerfreak und noch dazu äußerlich nicht übel anzusehen geht mit seinen Freunden versteckten Hinweisen eines Computer Games nach, als plötzlich um sie herum heilloses Chaos ausbricht. Ein Knall, Sirenen heulen, Menschen rennen panisch durcheinander, drängen Marcus und sein team in die U-Bahn-Station. Nachdem sie sich herausgekämpft haben, werden sie am helligsten Tag, auf der offenen Straße gekidnappt. Schnell stellt sie sich heraus, dass Terroristen die Bay-Bridge in die Luft gesprengt haben und es die Heimatschutzbehörde ist, die Marcus auf eine geheime Insel verschleppt und tagelang unter menschenunwürdigen Bedingungen verhört hat. Als die Vier Tage später wieder freikommen, hat sich ihre Heimatstadt San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Marcus ist schockiert und sagt dem Department for Homeland Security (DHS) den Kampf an. Mit allen Mitteln, die ihm zu Verfügung stehen: Der Technologie der Zukunft! 

Der Jugend-Roman „Little Brother“ lässt einen als Leser ziemlich schockiert zurück, denn das Szenario, dass Cory Doctorow hier beschreibt, ist so realistisch, dass es morgen wahr werden könnte! Die Angst vor Terror und vor Terroristen steckt seit dem 11. September 2001 tief in unseren Knochen, vor allem in den USA hat es lange gedauert, bis die Stimmung sich wieder normalisiert hat. Somit ist es durchaus denkbar, dass die totale Überwachung der Bürger einer Großstadt wie San Francisco nach einem erneuten Terroranschlag böse Realität werden könnte. Auf den Anschlag selbst, auf den die erschreckenden Ereignisse in diesem Buch folgen, wird kaum eingegangen. Denn als Marcus und seine Freunde aus der Haft entlassen werden, sind schon einige Tage vergangen und das gröbste Chaos hat sich gelegt. Dann beginnen die totale Überwachung der Menschen und somit auch die Maßnahmen, die Marcus dagegen unternimmt. Er baut ein Linux basiertes X-Box-Netzwerk auf, ein sicheres Netzwerk, nachdem sein eigener Laptop und seine Bewegungen im Internet vom DHS überwacht werden. Über dieses Netzwerk bringt er viele, viele Gamer dazu, dem DHS ein Schnippchen zu schlagen. 

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch genau richtig. In einfachen Sätzen und doch wortgewandt beschreibt der Autor das Szenario der totalen Überwachung. Er schafft es, eine bedrückende Atmosphäre zu erzeugen, in der man die Anspannung, die Furcht und die Wut der Protagonisten hautnah spüren kann. Da das Buch sich Großteils mit Computertechnologie beschäftigt, birgt es auch großes Erklärungspotenzial, was aber wunderbar gelöst wird. Die Erklärungen liefert Marcus immer selbst und zwar einfach und leicht verständlich, so dass auch nicht so technikversierte Leser verstehen, was der Protagonist da gerade vorhat. 

Die Protagonisten sind sehr überzeugend dargestellt. Vor allem Marcus, den man die ganze Zeit begleitet, lernt man außerordentlich gut kennen. Ich konnte seine Gefühle und seine Motivation wunderbar nachvollziehen und auch, dass er sich in Ange verliebt, passt hervorragend zu ihm. Auch Marcus Freunde Jolu und die eben erwähnte Ange bleiben einem im Gedächtnis, da sie ihre ganz eigenen Eigenschaften haben. Mit diesen Protagonisten konnte ich mich identifizieren! 

Das Cover ist für meinen Geschmack zu unauffällig gewählt worden. Zwar spielen die abgebildeten Dinge eine Rolle im Buch, doch springt es zu wenig ins Auge, denn „Little Brother“ hat meiner Meinung nach noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient! 

Insgesamt kann ich „Little Brother“ von Cory Doctorow bedenkenlos allen empfehlen, die sich in das schockierend-realistische Szenario hineinwagen wollen. Das Buch birgt eine tiefere Moral, denn durch mutige Menschen und eine Presse, die sich nicht mundtot machen lässt, kann sich alles wieder zum Guten wenden! Unbedingt lesen!!!



von Cory Doctorow
Taschenbuch: 496 Seiten 
Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. März 2010) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499215500 
ISBN-13: 978-3499215506 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
Originaltitel: Little Brother

 Rezension vom 24.10.2012

Dienstag, 23. Oktober 2012

Book in the post box: Memento - Die Überlebenden


Memento - Die Überlebenden

von Julianna Baggott
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus); Auflage: 2 (26. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833901136
ISBN-13: 978-3833901133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Pure





Kurzbeschreibung 

Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern - in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt ...

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Auf "Memento" bin ich sehr, sehr gespannt, da bei diesem Buch die Meinungen stark auseinander gehen. Sehr düster wird diese Dystopie beschrieben und das ist ja genau mein Ding, also muss ich das Buch lesen und mir eine eigene Meinung dazu bilden. Das ist übrigens mein Wunschbuch, das ich für die Idealo-Sommer-Challange erhalten habe. Ja, so durcheinander ist meine Neuzugänge-Vorstellung mittlerweile, aber ich kanns nicht ändern. ;) Ich bin auf jeden Fall wirklich froh, dass das Buch bei mir im regal steht!

Was haltet ihr von "Memento"? Wer von euch hat das Buch gelesen und wie hat es euch gefallen?

Ich habe übrigens einen wirklich guten englischen Buchtrailer von "Memento" (Originaltitel: "Pure") entdeckt, den ich euch nicht vorenthalten möchte:




Samstag, 20. Oktober 2012

Vakuum - Antje Wagner

Nebel des Grauens 

Am 17. August um 15:07 Uhr ist plötzlich alles still in Mannheim. Keine Menschenseele befindet sich auf den Straßen, im Zug, im Bahnhof. Nur die fünf Jugendlichen Kora, Tamara, Leon, Alissa und Hannes irren verloren und irritiert durch die Gegend, bis sie nach und nach aufeinander treffen. Sie kennen sich nicht, schließen sich aber schnell zu einer Zweckgemeinschaft zusammen und versuchen zu ergründen, was mit allen anderen Menschen passiert ist. Dann entdecken sie den scheinbar harmlosen Nebel und merken schnell, dass in diesem Nebel etwas lauert. Etwas, das ihren Alpträumen entsprungen zu sein scheint und es macht Jagd auf die Fünf! 

Es ist schwierig den Inhalt des Buches in Worte zu fassen, denn der Großteil der Story spielt sich in der Psyche der fünf Jugendlichen ab. Das Unterbewusstsein und der Kampf gegen die eigenen Ängste und Dämonen stehen hier im Mittelpunkt. Man erfährt auch immer nur stückchenweise, was mit den Protagonisten eigentlich los ist. Immer wieder bekommt man ein kleines Häppchen vorgeworfen und man lechzt nach mehr, doch dann geht es mit einer anderen Person oder dem Handlungsstrang in der Gegenwart weiter. Man möchte natürlich als Leser wissen, was da in dem Leben der Jugendlichen los ist und so wird man immer weiter und weiter in die Geschichte hineingezogen, ohne sich davon wieder befreien zu können, bis die letzte Seite umgeblättert ist. 

Der Schreibstil von Antje Wagner war wieder unglaublich gut zu lesen. Sie schafft es, mit Worten ein Gebilde zu bauen, in das ich hineinklettern und mich darin wohlfühlen kann. Die Sätze sind zwar zum Teil relativ kurz gehalten, aber die Wortwahl und die Zusammensetzung lassen keine Langeweile aufkommen. Sie sind anspruchsvoll genug, um auch ältere Leser anzusprechen. Der Spannungsbogen der Geschichte ist zu Beginn recht niedrig, steigt aber, nachdem alle Protagonisten durch sich abwechselnde Passagen eingeführt wurden, langsam aber stetig an. Jedes Mal, wenn der Nebel auftaucht spitzt sich das Geschehen zu, um dann wieder abzufallen und sich auf einen neuen Höhepunkt vorzubereiten. Zum Schluss mündet alles natürlich in einem Show-down. 

Die Protagonisten sind alles Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Alissa ist die Älteste, sie ist mit ihrem jüngeren Bruder Leon zusammen, als alle Menschen plötzlich verschwinden. Alissa übernimmt die Initiative und versucht herauszufinden, was nun eigentlich los ist. Leon folgt ihr meist auf Schritt und Tritt. Beiden lastet etwas schwer auf der Seele. Tamara sitzt in einem Zug nach Mannheim, der auf freier Strecke stehen bleibt. Sie ist ein äußerst cleveres Mädchen mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Hannes ist eigentlich ein gutaussehender Sunnyboy, den auch ein Ereignis in seinem Leben aus der Bahn geworfen hat. Er ist der sportliche und einfallsreiche Typ. Kora ist 16 und sitzt im Frauengefängnis in Schwäbisch-Gmünd ein. Ihren Charakter konnte ich am wenigsten einordnen. Sie mimt die Verschlossene und Unnahbare. Man lernt sie alle im Laufe des Buchs sehr gut kennen, da aus wechselnder Perspektive der Fünf erzählt wird. 

Das Cover des Hardcovers ist sehr mystisch und unheimlich gestaltet. Man sieht den Nebel und schemenhafte Gestalten, sowie ein Licht in ihm. Der Titel ist in Spotlackoptik aufgebracht. Das Cover ist zwar sehr schlicht, passt aber ziemlich gut zum Inhalt des Buches. 

Fazit: Antje Wagner entführt uns mit ihrem neuesten Jugendbuch „Vakuum“ in die Tiefen der Psyche. Gleichzeitig erschafft sie ein beängstigendes Szenario, das dystopische Züge trägt und dessen Ende mich schon ziemlich überrascht hat. Ich kann nur jedem ans Herz legen, dieses Buch zu lesen und sich selbst eine Meinung dazu zu bilden! Es lohnt sich!



von Antje Wagner
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten 
Verlag: Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher (10. September 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3827054370 
ISBN-13: 978-3827054371 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

Rezension vom 19.10.2012

Herzlichen Dank an den  Verlag und an Antje Wagner für die Bereitstellung dieses tollen Buches!

Freitag, 19. Oktober 2012

Book in the post box: Die Frau in Rot

Die Frau in Rot

von Margot S. Baumann
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426509504
ISBN-13: 978-3426509500








Kurzbeschreibung

Anouk, einst ein gefragtes Model, weiß nach einem Unfall, der ihre beste Freundin das Leben kostete, nicht mehr ein noch aus. Sie zieht zu ihrer Großtante in ein beschauliches Schweizer Dorf. Doch bald hat Anouk das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie hört Stimmen, sieht Personen, die schon lange verstorben sind – und jene geheimnisvolle Frau im roten Kleid, die ihr offenbar etwas Bedeutendes mitteilen möchte …

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Da "Die Frau in Rot" meine nächste Lektüre wird, muss ich euch das Buch natürlich noch kurz vorstellen. Ich bin total neugierig auf die Geschichte, die Kurzbeschreibung klingt nämlich schon mal sehr nach einem Roman, der mir gefallen könnte! Allein das Cover ist schon sehr stimmungsvoll und dann gibt es noch einen richtig tollen Buchtrailer, den ich euch hier noch einbinde. Ich hoffe total, dass mir das Buch zusagt und ich  es verschlingen werde!


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Book in the post box: Epicordia

Epicordia

von Thilo Corzilus
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (14. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492268633
ISBN-13: 978-3492268639








Kurzbeschreibung 

Die Fortsetzung von Thilo Corzilius’ phantastischem Debüt »Ravinia« führt den Leser in eine geheimnisvolle Welt tief unter der Erde: In Epicordia lebt das Mondvolk, das eifersüchtig über sein Territorium wacht. Den Bewohnern Ravinias ist der Zutritt verboten. Als jedoch die tiefsten Tunnel Epicordias von feindlich gesinnten mechanischen Tieren blockiert werden, wendet sich Francesco Bastiani ratlos an Tom Truska und Lara McLane. Er führt seine Freunde gegen den Willen des Mondvolks tief hinab in die Höhlen, wo sie einen beunruhigenden Verdacht schöpfen: Ist ihr alter Feind Ruben Goldstein verantwortlich für die Armee der mechanischen Wesen? Mit Entsetzen müssen die Freunde feststellen, dass die Sturmbringer zu einem erneuten Schlag ausholen: Sie wollen Laras wundervolle neue Welt in ihre Hand bringen, koste es, was es wolle …

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Heeeey, ihr Lieben! Vor einiger Zeit erreichte mich ein Buch, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Und zwar war das so: Thilo Corzilus hat kurzfristig den zweiten Teil von "Ravinia" über Facebook verlost, weil er sich beim Signieren des Buchs verschrieben hatte. Ich hab mich natürlich gemeldet, denn den ersten Teil der Reihe hab ich ja auch im Regal stehen, wenn auch noch ungelesen. Allerdings liebe ich die Cover und ich bin mir ganz, ganz sicher, dass mir diese Reihe gefallen wird! Dann wurde in Fußballmanier ausgelost (es war gerade EM), die einzelnen Teilnehmer traten im Elfmeterschießen (-Würfeln^^) gegeneinander an und ich unterlag ganz knapp im Finale. Zum Glück Leider, leider hat sich die Gewinnerin oder der Gewinner nie bei Thilo Corzilus gemeldet, so dass ich als Zweite nachgerückt bin und "Epicordia" mein Eigen nennen kann. Juhuuuu!!!  Innen gibt es auch eine Widmung des Autors, extra für mich! Die, bei der er sich verschrieben hat, hat er mit einem weißen Blatt überklebt. Süß, oder?^^

Es steht übrigens noch die Rezension zu "Vakuum" aus, doch bin ich leider noch nicht dazu gekommen, sie zu verfassen.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Grave Mercy - Die Novizin des Todes - Robin LaFevers

Wenn der Tod deine Bestimmung ist… 

Ismae kann als 14-jähriges Mädchen vor einer grausamen Zwangsheirat fliehen und kommt im Kloster des Heiligen Mortain unter. Dort wird sie zu einer „Tochter des Todes“ ausgebildet, erhält Kampf-, Verteidigungs- und Giftunterricht. Außerdem wird sie sie in den Künsten der Frauen ausgebildet. Nach drei Jahren erhält sie ihre ersten Aufträge und einer davon führt Ismae an den Hof der bretonischen Herzogin Anne und in den Haushalt des Edelmanns Gavriel Duval. Hier wird ihre Treue zu ihrem Gott auf eine harte Probe gestellt, denn wie soll Ismae in einem Geflecht aus Lügen und Intrigen des Auftrag des Todes erfüllen, ohne schwerwiegende Fehler zu begehen? 

„Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe, die viel mehr historisch als von Fantasy-Elementen geprägt ist. Diese spielen nur eine Nebenrolle, aber das war in diese Buch genau richtig so! Mich konnte Robin LaFevers mit ihrem Debut im Bereich der jungen Erwachsenenliteratur nämlich absolut verzaubern und fesseln. Mit gut recherchierten historischen Fakten, konnte sie mich ebenso überzeugen, wie mit einer mitreißenden, herzerwärmenden Story rund um Ismae, einer Meuchelmörderin, im Auftrag ihres Klosters und dem Heiligen Mortain. Die Intrigen am Bretonischen Hof wurden ebenso glaubwürdig und undurchsichtig gestrickt, so dass man als Leser zuerst allem und jedem misstraut und dann zusammen mit Ismae langsam Vertrauen zu den einzelnen Protagonisten fasst. Natürlich ist der Tod ein großes Thema in diesem Buch und es fließt auch hin und wieder Blut, aber davon sollte sich keiner abschrecken lassen! 

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr positiv überrascht. Ich mochte es, wie sie es geschafft hat, ohne Mühen Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, wie die Geschichte mich schon nach wenigen Seiten mitgerissen hat und ich es gar nicht erwarten konnte, das Buch wieder zur Hand zu nehmen. Nach der Anfangsphase im Kloster wird es auch ziemlich schnell spannend, als Ismae den Auftrag erhält mit Duval an den Hof der Herzogin zu ziehen. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz! Es war immer wieder amüsant zu lesen, wie ungeschickt sich Ismae in Duvals Gegenwart anstellt und wie sie in ein Fettnäpfchen nach dem Andren tappt. Das Buch ist aus der Sicht von Ismae geschrieben, sie ist die Ich-Erzählerin. 

Die Protagonisten selbst konnten mein Herz im Sturm erobern. Gerade die 17-jährige Ismae war mir schnell sympathisch, denn man erlebt mit ihr schlimme Dinge zu Beginn der Geschichte. Das verbindet einen sehr schnell mit dem jungen Mädchen. Vom Wesen her ist Ismae selbstbewusst, sie denkt sie ist spitzenmäßig ausgebildet, aber sie ist dennoch sehr naiv, was Männer allgemein und den bretonischen Hof angeht. Duval ist ebenfalls ein sehr sympathischer Kerl, dem ich von Anfang an mein vollstes Vertrauen geschenkt habe. Herzogin Anne ist ein sehr junges Mädchen, das Vertrauen und Zuneigung sucht, allerdings von allen Seiten von Intriganten umgeben ist. Selbst die Nebenfiguren sind voller Facetten und jeder von ihnen ist einzigartig. Hier war ich absolut zufrieden! 

Das Cover der Klappenbroschur finde ich außergewöhnlich gut gelungen: Eine junge Frau in einem roten Kleid, steht vor alten Mauern, eine Armbrust in der Hand. Ihre Haare wehen im Wind, sie blickt in die Ferne: Ismae. Dieses Titelbild passt einfach nur hervorragend zum Inhalt des Buches. Die Klappen im Inneren sind voll bebildert und es gibt am Anfang des Buches eine Karte des Herzogtums Bretagne, die zur Orientierung beiträgt, sowie eine Übersicht über die handelnden Personen und deren Funktion/Stellung am Hofe. Dies ist mir auch sofort positiv aufgefallen. 

Fazit: „Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ von Robin LaFevers ist ein Historischer Jugendroman mit wenigen Fantasy-Elementen, der mich von Beginn an in seinen Bann geschlagen hat! Ich mochte das historische Setting, in dem die Ereignisse um Ismae eingebettet waren, denn hier wurde man auch mit echten historischen Fakten über eine Gegend Europas versorgt, über die ich im Speziellen noch nicht so viel gelesen habe. Auch die sich anbahnende Liebesgeschichte konnte ich voll genießen. Wem dies alles zusagt, der sollte unbedingt in Erwägung ziehen, sich dieses Buch zuzulegen und zu lesen!



von Robin LaFevers
Taschenbuch: 544 Seiten 
Verlag: cbj (10. September 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570401561 
ISBN-13: 978-3570401569 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren 
Originaltitel: His Fair Assassin

Rezension vom 14.10.2012

Herzlichen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Buches!!!

Freitag, 12. Oktober 2012

Book in the post box: Angelfire

Angelfire - Meine Seele gehört dir

von Courtney Allison Moulton
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Page & Turner (11. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442203945
ISBN-13: 978-3442203949
Originaltitel: Angelfire







Kurzbeschreibung 

Sie ist stark. Sie ist kämpferisch. Nur sie kann die Welt retten 

Zuerst kamen die Albträume. Jede Nacht wurde Ellie von ihnen heimgesucht. Schreckliche Wesen verfolgen und töten sie dann. Aber sind es tatsächlich Träume – oder nicht doch Erinnerungen? Und dann ist da dieser mysteriöse Fremde, Will. Es kommt ihr vor, als würde ihre Seele ihn wiedererkennen. Und wirklich weiß er mehr über sie als sie selbst – denn er offenbart ihr, dass sie magische Kräfte besitzt, an die sie sich nicht mehr erinnern kann. Und dass die Wesen in ihren Träumen schreckliche Realität sind, finstere Kreaturen, die es auf die Seelen der Menschen abgesehen haben. Ellie ist die Einzige, die den Kampf gegen sie aufnehmen und ihnen Einhalt gebieten kann. Doch zuerst muss sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen, auch wenn die Erinnerungen daran fast schmerzlicher sind, als sie ertragen kann.

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"Angelfire" durfte auch mit in den Warenkorb hüpfen, als ich "Apocalypsia" bei Arvelle bestellt habe. Ich hatte das Buch zwar nicht mehr so richtig auf der Liste, doch fand ich die Leseprobe, die ich letztes Jahr gelesen habe eigentlich ziemlich gut. Also, hopp, für die paar Kröten nimmste es mit! Dann hab ich letztens erst eine sehr positive Rezension zu dem Buch gelesen, so dass ich gesagt hab, gut, dass du es dir geholt hast! Ich weiß nur leider absolut nicht mehr, von wem die Rezension war, sonst hätte ich sie euch verlinken können. Also, falls DU letztens eine positive Rezension zu "Angelfire" verfasst hast, dann melde dich doch mal bitte! :)

Zu guter Letzt, kann ich euch noch den Buchtrailer aus den USA zeigen, einen Deutschen gibt es leider nicht.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Book in the post box: Vakuum

Vakuum

von Antje Wagner
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827054370
ISBN-13: 978-3827054371
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre






Kurzbeschreibung 

Tamara sitzt im Zug nach Mannheim: Sie soll endlich mehr über ihre leibliche Mutter erfahren. Kurz dämmert sie ein und als sie die Augen wieder öffnet, steht der Zug und alle anderen Passagiere sind weg. Alissa war auf der kleinen Insel nur kurz eingenickt, aber als sie aufwacht, ist alles anders. Ihre Freunde sind spurlos verschwunden, die Vögel zwitschern nicht mehr. Und als sie 110 wählt, ist die Leitung tot. Tamara. Alissa. Leon. Hannes. Kora. Sie alle haben einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit und erleben nun, was es heißt, allein zu sein. Denn am 17. August um 15.07 Uhr passiert das Undenkbare: Die Zeit bleibt stehen, und alle Menschen um sie herum sind plötzlich verschwunden. In diesem beängstigenden Vakuum finden die fünf Jugendlichen nach und nach heraus, dass sie auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind.

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Alle, die mich hier schon länger verfolgen wissen vielleicht, dass ich in Antje Wagner eine äußerst sympathische und wunderbare Lieblingsautorin gefunden habe. Ihre beiden Werke "Unland" und "Schattengesicht" konnten mich auf ganzer Linie überzeugen. Umso mehr freue ich mich, dass nun ein neues Buch von ihr erschienen ist, auf das ich richtig gespannt bin! Mannheim, wo die Geschichte wohl angesiedelt ist, ist ja nicht so weit von mir entfernt, ich war schon relativ oft dort, zumal ich in der Nachbarstadt Ludwigshafen studiert habe. Und diese beiden Städte trennt nur der Rhein. So bin ich natürlich neugierig, welche Rolle Mannheim in "Vakuum" spielen wird! Ich bin mir sicher, dass Antje Wagner hier wieder ihr Schatzkästchen geöffnet und uns eine wundervolle Geschichte geschenkt hat!

Montag, 8. Oktober 2012

Die Legende der roten Sonne: Nacht über Villjamur - Mark Charan Newton

Die Winterstarre zieht auf 

Eine bittere Eiszeit zieht über der Stadt Villjamur herauf, Flüchtlinge vom Land strömen zur großen Stadt in der sie sich Schutz vor der Kälte erhoffen. Brynd, der Kommandant der der kaiserlichen Nachtwache wird ausgesandt um die neue Kaiserin nach Hause zu geleiten. Ermittler Jeryd wird zu einem Mord an einem hohen Ratsmitglied herangezogen und Randur kommt nach Villjamur, um mit unlauteren Mitteln genügend Geld zu verdienen, um seiner Mutter zu einem längeren Leben zu verhelfen. Im Untergrund braut sich gleichzeitig eine finstere Verschwörung zusammen. 

Das klingt jetzt alles ein wenig zusammenhanglos und das ist es irgendwie auch. Sämtliche Protagonisten werkeln vor sich hin, man weiß oft lange gar nicht, was überhaupt der Grund dafür ist, dass eben jene Person in dieser Geschichte existieren darf und erst zum Schluss fügt sich das ein oder andere Puzzleteil ineinander. Das hat mir aber nicht genügt! Schon der Beginn der Geschichte gestaltete sich schleppend, ich bin nur sehr schwer reingekommen und habe doch tatsächlich immer wieder vergessen, wer denn eigentlich wer war, weil es einfach zu viele Protagonisten waren, die sich da aneinander gereiht haben. Und alle waren irgendwie wichtig und dann doch wieder nicht, so als ob sich der Autor einfach nicht hat entscheiden können, auf wen oder was er nun sein Augenmerk legen soll. Meiner Ansicht nach, ein Fehler, denn so wurde die Handlung ziemlich verworren und ich habe irgendwann die Lust an diesem Buch verloren. Natürlich habe ich es trotzdem zu Ende gelesen, auch wenn das am Schluss ein wahrer Kraftakt war! 

Der Schreibstil an sich ist gar nicht mal schlecht. Mark Charan Newton kann gut erzählen und Städte, sowie Landschaften beschreiben, bei Personen sieht das Ganze schon wieder anders aus. So ist Ermittler Jeryd zum Beispiel ein Rumel. Der Erklärung nach ein, mit dem Menschen verwandtes Wesen, dass viel länger lebt, eine festere Haut und einen Schwanz hat. Nur konnte ich mir unter dieser mageren Beschreibung absolut nichts Konkretes vorstellen! Auch sämtliche Menschen waren für mich nur vage umrissene Gestalten. Allein Hauptmann Brynd wird als Albino bezeichnet und sticht so deutlich aus der Masse heraus. Eine Spannungskurve konnte ich auch nicht wirklich entdecken, vielleicht ganz zum Schluss war ein Hauch von Spannung zu spüren, davor plätschert die gesamte Geschichte und auch der Kriminalfall, in dem Ermittler Jeryd ermittelt, vor sich hin. 

Mit den Protagonisten wurde ich einfach nicht warm. Erst einmal hat mich die Fülle der handelnden Personen genervt, denn keine von ihnen hatte irgendwas Spannendes zu tun. Am besten hat mir dann doch noch Randur gefallen, der von weiter entfernten Inseln stammt und der zweiten Kaisertochter Eir Fechten und Tanzen beibringt. Hier bleibt natürlich die Romanze nicht aus. Ermittler Jeryd war mir einfach zu gemächlich, wobei er zum Ende hin zu wahren Höchstleistungen aufläuft. Brynd reitet eigentlich unentwegt durch eisige Landschaften auf sinnlosen Missionen. Außerdem ist da noch Rika, die zukünftige Kaiserin, die auch einmal im Mittelpunkt steht um dann wieder in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Natürlich gibt es noch einen Haufen an Nebenpersonen, die sich immer wieder in den Vordergrund drängen, darunter zu finden sind eine Hure, ein Kanzler, ein Ermittlergehilfe, zwei Kultisten, usw. 

Das Cover der großformatigen Klappenbroschur gefällt mir dafür sehr gut. Es verspricht High-Fantasy und passt mit den dunklen, Blau-, Grau- und Violett Tönen sehr gut zur Stimmung des Buches. Der Titel ist in Spotlackoptik aufgebracht. Die Innenseiten der Klappen sind mit einem sehr schönen Bild bestückt, doch leider ist es beides Mal das Gleiche. 

Für mich war „Die Legende der roten Sonne: Nacht über Villjamur“ von Mark Charan Newton ein zäher Brocken. Allein die Ideen und Fantasie, die in dieser Geschichte stecken, haben mich davon abgehalten, das Buch zur Seite zu legen und mich bis zum Ende durchhalten lassen. Wem eine düstere Stimmung und eine Vielzahl von Protagonisten gefallen, der sollte es sich mal anschauen und alle, die auf Spannung aus sind, sollten die Finger von diesem Buch lassen! Für mich ist in dieser Reihe auf jeden Fall Schluss!



von Mark Charan Newton
Broschiert: 509 Seiten 
Verlag: Lyx; Auflage: 1 (5. April 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3802584554 
ISBN-13: 978-3802584558 
Originaltitel: Nights of Villjamur

Rezension vom 08.10.2012

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Book in the post box: Grave Mercy - Die Novizin des Todes

Grave Mercy - Die Novizin des Todes

von Robin LaFevers
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: cbj (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570401561
ISBN-13: 978-3570401569
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: His Fair Assassin





Kurzbeschreibung 

Auftragsmörderin mit Herz

Die 17-jährige Ismae flüchtet vor einer Zwangsheirat und findet Zuflucht im Kloster von St. Mortain, wo die Schwestern noch den alten Gottheiten dienen. Doch um selbst ein neues Leben beginnen zu können, muss sie das Leben anderer zerstören: Der Gott des Todes hat ein Schicksal als Auftragsmörderin für sie vorgesehen …

Ismaes erster Auftrag führt sie an den Hof der bretonischen Herzogin, wo sie mit einem unlösbaren Gewissenskonflikt konfrontiert wird: Wie kann sie den Auftrag des Todes ausführen, wenn das Opfer ihr Herz gestohlen hat?

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Ja, auch bei mir ist dieses tolle Buch vor Kurzem eingezogen und ich muss sagen, schon sein Äußeres ist absolut schön! Ich finde das Cover fantastisch! Die Farbgebung sticht aus der Masse heraus und lädt zu einer spannenden Abenteuergeschichte ein. Ich freu mich schon riesig auf die Lektüre und werde auch zeitnah damit starten!

Seid ihr auch schon auf "Grave Mercy" aufmerksam geworden?

Ich habe wieder nur einen englischen Buchtrailer für euch, der ist dafür aber absolut sehenswert!!!! Enjoy:


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Video: Julia Westlake trifft Cornelia Funke

Im NDR Kulturjournal hat Moderatorin Julia Westlake ein sehr schönes Interview mit Cornelia Funke zu ihrem neuen Buch "Reckless - Lebendige Schatten" geführt. Das Interview kann man auf Youtube anschauen und ich dachte, ich verlinke es euch einfach mal hier bei mir im Blog:





Hier findet ihr übrigens meine beiden Rezensionen zur "Reckless"-Reihe von Cornelia Funke:

Montag, 1. Oktober 2012

Leseliste September

Heute ist der erste Oktober. Punkt. Außerdem ist Montag und ich bin furchtbar müde. Warum? Am Samstag wurde groß gefeiert, denn mein Freund hatte einen runden Geburtstag zu feiern. Da wurde im Vorfeld natürlich schon viel vorbereitet und gewerkelt und das Lesen kam zu kurz. Mal wieder! Aber dafür habe ich mir vorgenommen, am Mittwoch, der ja ein Feiertag (Tag der Deutschen Einheit) ist, mir es mit meinem Buch gemütlich zu machen. Ich möchte endlich "Nacht über Villjamur" beenden! Mittlerweile wird es etwas interessanter, denn das bisher Gelesene war eher eine laaaange Einführung. Außer dem Geburtstag meines Freundes, Arbeit und Weiterbildung hat der September nicht viel Spannendes für uns bereit gehalten.

Ein Mal waren wir im Kino, natürlich in "Resident Evil: Retribution". Ich liebe diese Filmreihe einfach, ich finde Alice aka Milla Jovovich spitze und so war das neueste Werk von Regisseur Paul W. S. Anderson natürlich Pflichtprogramm. Die Videogames sind absolut nix für mich, da würde ich mir bei all den Zombies nur ins Höschen machen, aber die Filme schaue ich für mein Leben gern! Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass mir "Retribution" gefallen hat. Es ist ein Knall-Bum-Peng-Sci-Fi-Horror-Film, Alice kämpft sich durch diverse Zombie-Horden, man trifft auf altbekannte Gesichter und kann dem Film zu Gute schreiben, dass er sich dieses Mal ein wenig enger an die Spiele hält (Las-Plagas-Virus, Leon Kennedy, Ada Wong). An und für sich hat der Film nicht großartig Story, aber sehr ansehnliche 3D-Effekte und ein Ende, dass auf einen fulminanten letzten Teil der Reihe hoffen lässt!

Back to books: Bis auf eines meiner fünf Bücher, die ich im September gelesen habe, waren alle wahre Glücksgriffe. Insgesamt habe ich 2.347 Seiten gelesen. Nun starten wir schnell mit der Leseliste September (durch Klicken auf die Links gelangt ihr, wie immer, zu den vollständigen Rezensionen):

Los gibt es mit einem, für mich, Überraschungshit: "Earth Girl. Die Prüfung" von Janet Edwards hatte es mir mit der Kombination von Science-Fiction und Archäologie total angetan! Auch ließ sich das Buch sehr flott lesen, es hat mein Interesse geweckt und auch, wenn es nicht mit unbändiger Spannung aufwarten konnte, hat es mich doch total an die Seiten gefesselt. Außerdem  liebe ich den Humor der Autorin! Dieser hat mir so oft einen Lacher entlockt, wie ich es schon lange nicht mehr bei einem Buch erlebt habe. Ich kann jedem nur empfehlen, zusammen mit Earth-Girl Jarra auf die Suche nach sich selbst zu gehen und das "Anders-Sein" von einer ganz anderen Seite zu betrachten!





Dann hatte ich mich mit Sandra von Read and be yourself zu "Ashes 02. Tödliche Schatten" von Ilsa J. Bick verabredet. Hier ging es wesentlich brutaler und blutiger zur Sache, als noch in Band 1 der Trilogie, in der man Alex beim Überleben zwischen Zombie-Jugendlichen und gierigen alten Säcken Menschen begleitet. Denn Alle dazwischen sind ja tot. Als Leser verfolgt man drei Handlungsstränge, die alle nicht so zu meiner Zufriedenheit verlaufen sind. Trotzdem bekam das Buch von mir vier von fünf Sternen und ich freue mich auf Band 3!





Nun kam das schwächste meiner Septemberbücher an die Reihe: Der Debutroman der Bestsellerautorin Joanne Harris "Denk an mich in der Nacht" war eigentlich die ganze Zeit absolut nicht schlecht. Auf zwei Handlungsebenen erfährt man von Rosemary, die in der Vergangenheit den Freund von Daniel Holmes an sich bindet und sich in der Gegenwart den Alices Exfreund krallt. Doch Alice merkt schnell, dass etwas mit der schönen Ginny (Rosemary) nicht stimmt und nimmt den Kampf gegen die Dunkelheit auf. So weit so gut! Doch dann kam das Ende, an dem sich beide Handlungsstränge treffen und zwar so wirr und abstrus, dass ich bald nicht mehr durchgeblickt habe! Das hat dann das Gesamtkunstwerk zu Nichte gemacht!




Ich hab mich ja soooo gefreut, als endlich der Erscheinungstermin von "Reckless - Lebendige Schatten" von Cornelia Funke bekannt gegeben wurde. Lange drang kein Informationsfitzelchen nach Außen, doch ziemlich genau zwei Jahre nach dem ersten Band durfte ich endlich wieder mit Jacob Reckless und Fuchs zurück in die Welt hinter dem Spiegel. Ich hätte kaum mehr den Weg zurück gefunden, wenn dann nicht das Buch zu Ende gewesen wäre. Kurz gesagt: Ein toller zweiter Band, auf den zu warten, es sich absolut gelohnt hat! Lesen! Mein Monatshighlight im September!!!





"Erebos" von Ursula Poznanski hat mich auch positiv überrascht. Na klar, hab ich die vielen positiven Rezensionen gelesen und aufgrund dessen, habe ich mir das Buch auch gewünscht. Aber ich wollte nicht zu viel erwarten, um dann enttäuscht zu werden. Hier haben wir ein Jugendbuch, dass Computerspielesucht thematisiert, in dem es uns vor Augen führt, wie schnell man als junger Mensch doch in solch eine Welt gesogen werden kann und dabei die Realität aus dem Blick verliert. Genau so ergeht es Protagonist Nick und ob er sich aus den Fängen von Erebos befreien kann, müsst ihr selbst lesen. Es lohnt sich!