Dienstag, 4. Dezember 2012

White Horse - Alex Adams

Ein Fünkchen Hoffnung… 

Zoes Welt gerät aus den Fugen, kurz nachdem ein geheimnisvolles Gefäß bei ihr im Wohnzimmer auftaucht. Erst weigert sie sich, es zu öffnen, schließlich siegt irgendwann die Neugier und um Zoe herum beginnen alle Menschen zu sterben. 19 Monate später zieht Zoe durch das menschenleere Italien um eine Fähre nach Griechenland zu erreichen. Sie trifft auf Überlebende, darunter die blinde Lisa, für die sich Zoe auf irgendeine Weise verantwortlich fühlt und die sie vor ihrem eigenen Vater retten muss. Die beiden Frauen werden von einer dunklen und irren Gestalt verfolgt, düsterer noch, als die Kreaturen, die die alles vernichtende Krankheit „White Horse“ zurück gelassen hat… 

„White Horse“ ist eines dieser Bücher, dieser bestimmten Bücher, die dich von Anfang an in ihren Bann ziehen und dich fesseln, sowohl vom Schreibstil als auch von der Geschichte. Gleich zu Beginn war ich vom Schreibstil der Autorin fasziniert, dann schlug mich Zoes Geschichte in ihren Bann, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Die mysteriöse Krankheit „White Horse“ hat die Weltbevölkerung dezimiert und irgendwelche völlig irren Wetterexperimente sind schief gelaufen, so dass es fast nur noch düster ist und ununterbrochen regnet. Zoe ist auf der Suche, nach was, erfährt man erst recht spät im Buch, aber die Rückblenden arbeiten natürlich darauf hin. Man kann es sich auch schon etwas vorher denken, aber es ist ziemlich spannend und nervenaufreibend bis man endlich Gewissheit hat. Die Krankheit verändert die Menschen, die von ihr nicht innerhalb weniger Tage dahingerafft wurden. Auch mit dieser Gefahr müssen sich Zoe und Lisa auf Italiens leeren Straßen auseinandersetzen. Diese Welt ist brutal, sie schenkt nichts und verzeiht keine Fehler! 

Den Schreibstil fand ich, wie schon erwähnt, wunderbar und faszinierend zu gleich. Er hat fast etwas Poetisches an sich, Alex Adams spielt mit den Worten und baut draus ein Konstrukt, in das man sich als Leser verfängt. Je mehr man davon entwirrt, umso klarer sieht man das ganze Geschehen vor sich. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Damals, als Zoe das merkwürdige Gefäß in ihrer Wohnung findet und das Schicksal seinen Lauf nimmt, und jetzt, wobei man Zoe auf ihrer Suche begleitet. Die beiden Erzählstränge folgen oft in dichtem Wechsel aufeinander, so dass es immerzu spannend bleibt. Manchmal beginnt der Abschnitt dann auch ein wenig Zeitversetzt und man erfährt erst etwas später, was genau nach dem letzten Zeitebenen-Wechsel passiert ist. Ich habe mit Zoe, der Ich-Erzählerin, in ihrer düsteren Welt mitgefiebert! 

Die Protagonisten konnten mich alle überzeugen. Allen voran, natürlich Zoe, die ihre Geschichte erzählt. Sie wandert durch ein ausgestorbenes Land, in dem alle möglichen Gefahren lauern und ist auch noch schwanger. Aber genau das ist es, was sie antreibt, ihr ungeborenes Kind, es soll leben! Hieraus schöpft Zoe all ihre übermenschliche Kraft, durchzuhalten, selbst als sie vom irren Schweizer verfolgt und bedroht wird. Der Schweizer ist eine kranke Figur, dessen Beweggründe man nicht versteht. Er verfolgt Zoe und Lisa, schließt sich den Frauen an, missbraucht Lisa, spielt Gott in einer gottlosen Welt. Lisa ist blind und auf Zoes Hilfe und Unterstützung angewiesen. Sie ist ein Missbrauchsopfer, das genauso denkt und handelt. Das war für mich alles völlig plausibel und nachvollziehbar. In Zoes Vergangenheit gibt es natürlich noch weitere Menschen, die ihr nahe stehen, doch bleiben diese seltsam fern, das Gefühl von Vergangenheit überträgt sich hier untrüglich auf den Leser. 

Das Cover der großformatigen Klappenbroschur finde ich unheimlich interessant und anziehend. Es ist sehr, sehr düster und spiegelt die Stimmung des Buches perfekt wieder. Man sieht eine trostlose Welt, es regnet und eine Frau steht mit gesenktem Kopf mitten im Regen. Im inneren der Klappen setzte sich das Bild genauso fort, wie auf der Rückseite, hier sieht man die Frau nun von Hinten, in der linken Hand trägt sie ein Messer. 

Fazit: „White Horse“ von Alex Adams ist eines meiner Jahreshighlights 2012! Das Buch hat mich gefesselt, ich habe mich verliebt in seine Sprache und in seine Düsternis, in der ein Funke Hoffnung aufglimmt… Wer sich für solch dystopischen Bücher aus dem Erwachsenenbereich begeistern kann, sollte „White Horse“ unbedingt gelesen haben!!!!



von Alex Adams
Broschiert: 448 Seiten 
Verlag: Piper (10. September 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 349270252X 
ISBN-13: 978-3492702522 
Originaltitel: White Horse

Rezension vom 02.12.2012


Danke, danke, danke an den Verlag, für die Bereitstellung dieses Buches!!!

Kommentare:

  1. Hach, endlich mal wieder eine positive Rezi zu dem Buch :) Dann kann ich mich ja doch wieder darauf freuen ;) Die Meinungen gehen ja recht ordentlich auseinander.

    LG Nanni

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    1. Ja, das stimmt, ich glaub, man muss das Buch mögen oder eben nicht. Ich stehe ja auf düstere Geschichten und deshalb war "White Horse" perfekt für mich! Ich würde mich an deiner Stelle auch auf das Buch freuen! ;)

      LG
      Kathi

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  2. Wusste ich es doch :-) Schön dass es dir gefallen hat, einige waren ja weniger überzeugt, aber nach den ganzen "heiteren" Jugenddystopien gefiel es mir auch richtig gut :-)

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    1. Hehe, ja, mir war eigentlich schon klar, dass ich das Buch lieben würde, als ich es in der Verlagsvorschau entdeckt habe.^^ Und glücklicherweise trügt mich mein Gefühl da selten. :) Ich finde es schade, dass "White Horse" bei einigen Lesern nicht so gut weg kommt, aber uns hat es ja gefallen!

      LG
      Kathi

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  3. Danke für die Rezi, BlueNa! Du maschst mich echt neugierig auf das Buch. Das Cover gefällt mir nämlich sehr :)

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    1. Ich fand das Buch super und kann es dir nur empfehlen, liebe Jari!!! Das Cover ist ziemlich genial, da geb ich dir total Recht!

      LG
      Kathi

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