Freitag, 30. November 2012

Serafina - Das Königreich der Drachen - Rachel Hartmann

Change your mind! 

Serafina schleppt ein riesen Geheimnis mit sich herum, immer auf der Hut vor Entdeckung. So bewegt sie sich fast unsichtbar am königlichen Hof, wo sie als „Musikmamsell“ des Hofkomponisten angestellt ist. Doch ihr Bekanntheitsgrad schnellt schlagartig in die Höhe, als sie bei der Beerdigung von Prinz Rufus eine wundervolle Darbietung auf ihrer Flöte abliefert. Jetzt muss sie doppelt vorsichtig sein, da der Blick der höfischen Gesellschaft nun öfter auf das junge Mädchen fällt. Nachdem Serafina einen jungen Drachen vor einem wütenden Mob bewahrt, trifft sie auf Prinz Lucian Kiggs, der nun, da sein Onkel Rufus tot ist, der königlichen Wache vorsteht. Zusammen begeben sich Lucian Kiggs und Serafina auf Spurensuche, denn der Tod von Prinz Rufus ist noch lange nicht aufgeklärt… 

Im Königreich Goredd herrscht seit 40 Jahren Frieden zwischen den Menschen und den Drachen, doch das Misstrauen sitzt noch immer tief und so dürfen Drachen nur in ihrer menschlichen Gestalt, der Saarantras, in der Öffentlichkeit auftreten. In dieser Gestalt müssen sie aber zur Kennzeichnung nicht eben kleine Glöckchen an ihrer Kleidung tragen, damit jeder erkennt, dass er es mit einem Drachen zu tun hat. Dies und die ewigen Anfeindungen den Drachen gegenüber weisen starke Parallelen zu den Judensternen im Dritten Reich und der gerade heutzutage allgegenwärtigen Ausländerfeindlichkeit auf. Somit zeichnet Rachel Hartmann ein Abbild davon, wie unsere Gesellschaft mit „Andersartigkeit“ umgeht und ich war nicht selten erschüttert über den Umgang der Menschen mit den Drachen, mit denen sie ja Frieden geschlossen haben. Ohne diesen Frieden, wäre von der Menschheit schon längst nur noch ein Häuflein Asche übrig. Auch brodelt es unter den Drachen, von denen sich einige altgediente Generäle nicht länger mit den strikten Auflagen des Friedens abfinden wollen. 

Der Schreibstil der Autorin macht einem den Einstig in die Geschichte nicht gerade leicht. Gerade am Anfang wird man mitten ins Geschehen geworfen und nur ganz langsam schälen sich die Zusammenhänge zwischen den vielen auftretenden Figuren und Ereignissen heraus. An und für sich ist er Schreibstil sehr angenehm zu lesen, auch wenn es einige Zeit dauert, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt, man muss sich ja erst mal in den Wirren zwischen den Menschen und den Drachen zurecht finden. Aber ab ca. dem zweiten Drittel wird es interessant und es kommt Spannung auf, die mich dann auch fast die ganze Zeit richtig fesseln konnte. Die Geschichte wird aus Serafinas Sicht geschildert, sie ist über die gesamte Zeit die Ich-Erzählerin. 

Man lernt Serafina als Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin besonders gut kennen. Sie ist eine sehr sympathische und kluge junge Frau, die von ihrem Onkel, dem Drachen Orma nicht nur in Musik unterrichtet wurde. Sie hadert mit ihrem Schicksal und hat sich gegen ihren Vater aufgelehnt, der das Mädchen wegen ihres Geheimnisses fast ihr ganzes Leben lang vor der Öffentlichkeit verborgen hat. Zu ihren Lasten, die sie zu tragen hat, gehören auch ihre Grotesken, denen sie in ihrer Fantasie einen Garten angelegt hat, den sie jeden Abend hegt und pflegt, denn sie sind nur so im Zaum zu halten und verursachen ihr keine schmerzhaften Visionen. Orma ist ein weiser Drache, ein Gelehrtet, weshalb er kein Glöckchen tragen muss und er steht immer zu Serafina, liebt sie gar, obwohl dies von den Drachen als Krankheit angesehen wird. Prinz Lucian Kiggs ist kein hohlköpfiger Schönling, wie man am Anfang vielleicht vermuten könnte. Er ist ein junger Mann, der mit wachem Blick durch die Welt geht und ganz schön mutig sein kann, wenn es drauf ankommt. Eine gute Freundin findet Serafina auch in Prinzessin Glisselda, Nummer zwei in der Thronfolge, direkt hinter ihrer Mutter Dionne. Glisselda lässt sich von Serafina zum Nachdenken anregen und sieht die Drachen bald mit ganz anderem Blick. 

Die Gestaltung des Schutzumschlags ist als gelungen zu betrachten. Das Mädchen im Vordergrund könnte Serafina sein und im Hintergrund ist ein Drache abgebildet. Der Titel ist golden und erhaben auf dem Schutzumschlag aufgebracht. Das Buch selber ist blaugrün, also petrol-farben, dies erwähne ich aber nur, weil ich diese Farbe unglaublich schön finde! 

Fazit: Mit „Serafina – Das Königreich“ der Drachen hat Rachel Hartmann einen schönen Fantasy Roman für Drachenliebhaber, diesmal aber mit einer weiblichen Protagonistin, geschrieben, der auch auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweisen. Deshalb halte ich die Lektüre dieses Buchs für empfehlenswert, außerdem es gibt noch dazu eine große Portion Fantasy und einige schöne, sowie interessante Charaktere zu entdecken. Ich freue mich auf Band zwei!



von Rachel Hartmann
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten 
Verlag: cbj (19. November 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570152693 
ISBN-13: 978-3570152690 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren 
Originaltitel: Seraphina

Rezension vom 30.11.2012

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Huhu Blue :)

    ach ja, ich habe das Buch vor kurzem auch ausgelesen und rezensiert und bin von dem Buch sehr begeistert! Schön das es dir auch gefallen hat! Deine Rezension gefällt mir demnach sehr gut!

    LG
    Romi :)

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    1. Hi Romi,
      ja, ich fand das Buch auch gut (wie man ja an meiner Rezi erkennen kann^^) und gerade die Botschaft, die es vermittelt kann ich nur gut heißen! Schön, dass es dir auch gefallen hat, es gibt ja auch negative Stimmen zu "Serafina".

      LG
      Kathi

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  2. Die Handlung des Romans ist streckenweise sehr langatmig und wird teilweise sogar langweilig. Richtig spannend wird es nicht, denn der Autorin ist es nicht gelungen den Leser zu fesseln. Bleibt nur zu hoffen, dass es im nächsten Teil spannender wird.

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    1. Ich fand das Buch absolut nicht langweilig und ich hatte es ziemlich schnell durch. Dann war das einfach nicht die Art Buch, das dich zu fesseln vermag und vielleicht findest du Bücher gut, die ich nicht mag. So hat jeder seinen Geschmack und das ist auch gut so!

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