Freitag, 9. November 2012

Morbus Dei: Inferno - Zach/Bauer

Das Grauen ist noch nicht vorbei! 

Johann List ist mit seiner Elisabeth und deren Großvater auf der Flucht vor dem erlebten Grauen im Tyroler Bergdorf, das mitsamt seinen Bewohnern und allen, mit der mysteriösen Krankheit infizierten, in Flammen aufgegangen ist. Doch lange hält das Glück und die Freiheit von Elisabeth und Johann nicht an: Ohne gültige Papiere müssen sie sich bis nach Wien durchschlagen, was nicht immer ganz einfach ist. In Wien treffen die Beiden dann auf freundlich gesinnte Leute,aber auch auf alte Feinde aus Johanns Soldatenzeit. Und immer sitzt ihnen die mysteriöse Seuche im Nacken… 

Mit dem zweiten Teil der „Morbus Dei“-Reihe knüpft das Autoren-Duo Bastian Zach und Matthias Bauer direkt an die Geschehnisse von „Morbus Dei: Die Ankunft“ an und lassen Johann List und Elisabeth nicht zur Ruhe kommen. Ziemlich rasant verläuft ihre Flucht über Innsbruck nach Wien, eingebettet in sehr gut recherchierten historischen Fakten über Österreich um das Jahr 1704. Man merkt dieser Reihe an, dass auf historische Authentizität viel Wert gelegt wurde und mir kommt dies immer sehr entgegen, denn ich lerne beim Lesen wirklich gerne, für mich Neues, aus der Geschichte unserer Welt hinzu. 

Der Erzählstil ist bildlich und temporeich. In allen Farben, Formen und Facetten lässt uns das Autoren-Duo an der Geschichte teilhaben. Rasante Actionszenen wechseln sich mit gemäßigteren Szene ab, so dass es nicht zu viel auf einmal wird. Das Tempo hat im Vergleich zum ersten Buch deutlich zugenommen und durch die rasanten Szenenwechsel noch verstärkt. Auch Spannung kommt ab der ersten Seite auf und reißt bis zum Ende des Buchs nicht wieder ab. Man hat als Leser kaum eine Verschnaufpause, selbst in den ruhigeren Szenen hält man gespannt den Atem an, ob der finsteren Machenschaften der Kirchenoberen in Wien. 

Die Protagonisten sind ebenso intensiv, wie in Band eins. Die Liebe zwischen Johann und Elisabeth ist glaubwürdig, sie würden füreinander in den Tod gehen, was auch ein paar Mal beinahe geschieht. Auch die inneren Kämpfe und Zweifel der Beiden sind sehr gut nachzuvollziehen und machen sie menschlich und sympathisch. Elisabeth ist mir manchmal nur ein wenig zu naiv und zu schreckhaft, aber es ist gut möglich, dass eine Frau vom Dorf in dieser Zeit so auf eine große Stadt wie Wien reagiert hat. Ein weiterer toller Charakter ist Pater von Freising, ein Mönch des Jesuitenordens in Wien. Er hat sich ganz und gar der gerechten Sache verschrieben und hilft Johann und Elisabeth wo er nur kann. 

Das Cover des Taschenbuchs ist ganz in der Manier des Vorgängerbadens gestaltet: Auf schwarzem Grund ist eine Mönchsgestalt mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze zu sehen. Im Hintergrund sieht man ein flammendes Inferno und die Silhouette des historischen Wien. Ein Wappen ist fast unkenntlich in Spotlackoptik am unteren Rand des Covers aufgebracht. Ich mag die Aufmachung dieser Buchreihe sehr! Sie ist so schön düster und geheimnisvoll, wie die rätselhafte Krankheit. 

Insgesamt ist dies ein starker zweiter Teil einer Buchreihe und ich kann nur jedem empfehlen, „Morbus Dei: Inferno“ von Zach/Bauer zu lesen, dem auch der erste Band schon gut gefallen hat. Allen, die nun neugierig auf diese Reihe geworden sind, rate ich, zum ersten Teil, „Morbus Dei: Die Ankunft“, zu greifen und in den düsteren Tyroler Winter von 1704 abzutauchen!



von Bastian Zach und Matthias Bauer
Broschiert: 362 Seiten 
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (4. Juni 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3852188792 
ISBN-13: 978-3852188799

Rezension vom 09.11.2012

Mein herzlicher Dank gilt den Autoren Matthias Bauer und Bastian Zach für die Bereitstellung des Buches!

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