Mittwoch, 24. Oktober 2012

Little Brother - Cory Doctorow

Sicherheit, um jeden Preis! 

Marcus Yallow. 17, clever, Computerfreak und noch dazu äußerlich nicht übel anzusehen geht mit seinen Freunden versteckten Hinweisen eines Computer Games nach, als plötzlich um sie herum heilloses Chaos ausbricht. Ein Knall, Sirenen heulen, Menschen rennen panisch durcheinander, drängen Marcus und sein team in die U-Bahn-Station. Nachdem sie sich herausgekämpft haben, werden sie am helligsten Tag, auf der offenen Straße gekidnappt. Schnell stellt sie sich heraus, dass Terroristen die Bay-Bridge in die Luft gesprengt haben und es die Heimatschutzbehörde ist, die Marcus auf eine geheime Insel verschleppt und tagelang unter menschenunwürdigen Bedingungen verhört hat. Als die Vier Tage später wieder freikommen, hat sich ihre Heimatstadt San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Marcus ist schockiert und sagt dem Department for Homeland Security (DHS) den Kampf an. Mit allen Mitteln, die ihm zu Verfügung stehen: Der Technologie der Zukunft! 

Der Jugend-Roman „Little Brother“ lässt einen als Leser ziemlich schockiert zurück, denn das Szenario, dass Cory Doctorow hier beschreibt, ist so realistisch, dass es morgen wahr werden könnte! Die Angst vor Terror und vor Terroristen steckt seit dem 11. September 2001 tief in unseren Knochen, vor allem in den USA hat es lange gedauert, bis die Stimmung sich wieder normalisiert hat. Somit ist es durchaus denkbar, dass die totale Überwachung der Bürger einer Großstadt wie San Francisco nach einem erneuten Terroranschlag böse Realität werden könnte. Auf den Anschlag selbst, auf den die erschreckenden Ereignisse in diesem Buch folgen, wird kaum eingegangen. Denn als Marcus und seine Freunde aus der Haft entlassen werden, sind schon einige Tage vergangen und das gröbste Chaos hat sich gelegt. Dann beginnen die totale Überwachung der Menschen und somit auch die Maßnahmen, die Marcus dagegen unternimmt. Er baut ein Linux basiertes X-Box-Netzwerk auf, ein sicheres Netzwerk, nachdem sein eigener Laptop und seine Bewegungen im Internet vom DHS überwacht werden. Über dieses Netzwerk bringt er viele, viele Gamer dazu, dem DHS ein Schnippchen zu schlagen. 

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch genau richtig. In einfachen Sätzen und doch wortgewandt beschreibt der Autor das Szenario der totalen Überwachung. Er schafft es, eine bedrückende Atmosphäre zu erzeugen, in der man die Anspannung, die Furcht und die Wut der Protagonisten hautnah spüren kann. Da das Buch sich Großteils mit Computertechnologie beschäftigt, birgt es auch großes Erklärungspotenzial, was aber wunderbar gelöst wird. Die Erklärungen liefert Marcus immer selbst und zwar einfach und leicht verständlich, so dass auch nicht so technikversierte Leser verstehen, was der Protagonist da gerade vorhat. 

Die Protagonisten sind sehr überzeugend dargestellt. Vor allem Marcus, den man die ganze Zeit begleitet, lernt man außerordentlich gut kennen. Ich konnte seine Gefühle und seine Motivation wunderbar nachvollziehen und auch, dass er sich in Ange verliebt, passt hervorragend zu ihm. Auch Marcus Freunde Jolu und die eben erwähnte Ange bleiben einem im Gedächtnis, da sie ihre ganz eigenen Eigenschaften haben. Mit diesen Protagonisten konnte ich mich identifizieren! 

Das Cover ist für meinen Geschmack zu unauffällig gewählt worden. Zwar spielen die abgebildeten Dinge eine Rolle im Buch, doch springt es zu wenig ins Auge, denn „Little Brother“ hat meiner Meinung nach noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient! 

Insgesamt kann ich „Little Brother“ von Cory Doctorow bedenkenlos allen empfehlen, die sich in das schockierend-realistische Szenario hineinwagen wollen. Das Buch birgt eine tiefere Moral, denn durch mutige Menschen und eine Presse, die sich nicht mundtot machen lässt, kann sich alles wieder zum Guten wenden! Unbedingt lesen!!!



von Cory Doctorow
Taschenbuch: 496 Seiten 
Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. März 2010) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3499215500 
ISBN-13: 978-3499215506 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
Originaltitel: Little Brother

 Rezension vom 24.10.2012

Kommentare:

  1. Diese Begeisterung kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Mein Freund hat das Buch ebenfalls gelesen und er ist eigentlich eher schwer vom Hocker zu reißen, was Bücher angeht. Aber "Little Brother" hatte es ihm echt angetan. Also scheint ja wirklich was dran zu sein ;)

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    1. Hi Ivy,
      ja, mein Freund hat das Buch auch gelesen und war seeehr begeistert. Nun kann ich ihn da absolut verstehen!^^

      LG
      Kathi

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  2. Hört sich ja richtig gut an....
    Du hast echt einen tollen Blog, bin direkt mal Leserin geworden :)
    Liebe Grüße Nina

    http://ninasbuecher.blogspot.de/

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    1. Hallo Nina,
      freut mich sehr, dass es dir bei mir gefällt! Herzlich Willkommen! Ja, "Little Brother" ist wirklich empfehlenswert!

      LG
      Kathi

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