Montag, 8. Oktober 2012

Die Legende der roten Sonne: Nacht über Villjamur - Mark Charan Newton

Die Winterstarre zieht auf 

Eine bittere Eiszeit zieht über der Stadt Villjamur herauf, Flüchtlinge vom Land strömen zur großen Stadt in der sie sich Schutz vor der Kälte erhoffen. Brynd, der Kommandant der der kaiserlichen Nachtwache wird ausgesandt um die neue Kaiserin nach Hause zu geleiten. Ermittler Jeryd wird zu einem Mord an einem hohen Ratsmitglied herangezogen und Randur kommt nach Villjamur, um mit unlauteren Mitteln genügend Geld zu verdienen, um seiner Mutter zu einem längeren Leben zu verhelfen. Im Untergrund braut sich gleichzeitig eine finstere Verschwörung zusammen. 

Das klingt jetzt alles ein wenig zusammenhanglos und das ist es irgendwie auch. Sämtliche Protagonisten werkeln vor sich hin, man weiß oft lange gar nicht, was überhaupt der Grund dafür ist, dass eben jene Person in dieser Geschichte existieren darf und erst zum Schluss fügt sich das ein oder andere Puzzleteil ineinander. Das hat mir aber nicht genügt! Schon der Beginn der Geschichte gestaltete sich schleppend, ich bin nur sehr schwer reingekommen und habe doch tatsächlich immer wieder vergessen, wer denn eigentlich wer war, weil es einfach zu viele Protagonisten waren, die sich da aneinander gereiht haben. Und alle waren irgendwie wichtig und dann doch wieder nicht, so als ob sich der Autor einfach nicht hat entscheiden können, auf wen oder was er nun sein Augenmerk legen soll. Meiner Ansicht nach, ein Fehler, denn so wurde die Handlung ziemlich verworren und ich habe irgendwann die Lust an diesem Buch verloren. Natürlich habe ich es trotzdem zu Ende gelesen, auch wenn das am Schluss ein wahrer Kraftakt war! 

Der Schreibstil an sich ist gar nicht mal schlecht. Mark Charan Newton kann gut erzählen und Städte, sowie Landschaften beschreiben, bei Personen sieht das Ganze schon wieder anders aus. So ist Ermittler Jeryd zum Beispiel ein Rumel. Der Erklärung nach ein, mit dem Menschen verwandtes Wesen, dass viel länger lebt, eine festere Haut und einen Schwanz hat. Nur konnte ich mir unter dieser mageren Beschreibung absolut nichts Konkretes vorstellen! Auch sämtliche Menschen waren für mich nur vage umrissene Gestalten. Allein Hauptmann Brynd wird als Albino bezeichnet und sticht so deutlich aus der Masse heraus. Eine Spannungskurve konnte ich auch nicht wirklich entdecken, vielleicht ganz zum Schluss war ein Hauch von Spannung zu spüren, davor plätschert die gesamte Geschichte und auch der Kriminalfall, in dem Ermittler Jeryd ermittelt, vor sich hin. 

Mit den Protagonisten wurde ich einfach nicht warm. Erst einmal hat mich die Fülle der handelnden Personen genervt, denn keine von ihnen hatte irgendwas Spannendes zu tun. Am besten hat mir dann doch noch Randur gefallen, der von weiter entfernten Inseln stammt und der zweiten Kaisertochter Eir Fechten und Tanzen beibringt. Hier bleibt natürlich die Romanze nicht aus. Ermittler Jeryd war mir einfach zu gemächlich, wobei er zum Ende hin zu wahren Höchstleistungen aufläuft. Brynd reitet eigentlich unentwegt durch eisige Landschaften auf sinnlosen Missionen. Außerdem ist da noch Rika, die zukünftige Kaiserin, die auch einmal im Mittelpunkt steht um dann wieder in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Natürlich gibt es noch einen Haufen an Nebenpersonen, die sich immer wieder in den Vordergrund drängen, darunter zu finden sind eine Hure, ein Kanzler, ein Ermittlergehilfe, zwei Kultisten, usw. 

Das Cover der großformatigen Klappenbroschur gefällt mir dafür sehr gut. Es verspricht High-Fantasy und passt mit den dunklen, Blau-, Grau- und Violett Tönen sehr gut zur Stimmung des Buches. Der Titel ist in Spotlackoptik aufgebracht. Die Innenseiten der Klappen sind mit einem sehr schönen Bild bestückt, doch leider ist es beides Mal das Gleiche. 

Für mich war „Die Legende der roten Sonne: Nacht über Villjamur“ von Mark Charan Newton ein zäher Brocken. Allein die Ideen und Fantasie, die in dieser Geschichte stecken, haben mich davon abgehalten, das Buch zur Seite zu legen und mich bis zum Ende durchhalten lassen. Wem eine düstere Stimmung und eine Vielzahl von Protagonisten gefallen, der sollte es sich mal anschauen und alle, die auf Spannung aus sind, sollten die Finger von diesem Buch lassen! Für mich ist in dieser Reihe auf jeden Fall Schluss!



von Mark Charan Newton
Broschiert: 509 Seiten 
Verlag: Lyx; Auflage: 1 (5. April 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3802584554 
ISBN-13: 978-3802584558 
Originaltitel: Nights of Villjamur

Rezension vom 08.10.2012

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

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