Samstag, 11. August 2012

Vango - Zwischen Himmel und Erde - Timothée de Fombelle

Wo kommst du her, wo gehst du hin? 

Paris 1934 – Der 19-Jährige Vango kniet vor Notre Dame auf dem Boden und wartet darauf zum Priester geweiht zu werden. Dann fallen Schüsse und Vango ist auf der Flucht vor der Polizei, dabei weiß er gar nicht, wovor er flieht. Später erst findet er heraus, dass ihm ein Mord zur Last gelegt wird. Nun beginnt für den jungen Mann ein Leben auf der Flucht, die ihn an den Bodensee, auf die kleine italienische Insel seiner Kindheit und bis nach Schottland führt. Doch Vango wird nicht nur von er Pariser Gendarmerie gesucht, es sind ihm noch andere finstere Gesellen auf der Spur, und er weiß nicht warum. Es hat etwas mit Vangos Herkunft zu tun, die er allerdings selbst nicht kennt. 

„Vango – Zwischen Himmel und Erde“ ist meiner Meinung nach kein typisches Jugendbuch. Dafür ist die Geschichte zu verschachtelt, es gibt sehr viele Orts- Zeit und Perspektivwechsel, denen selbst ich manchmal schwer folgen konnte. Außerdem ist die Sprache für ein Jugendbuch ziemlich gehoben, doch darin sehe ich als absolute Stärke dieses Abenteuerromans. Die vielen Schauplätze und Charaktere machen das Buch abwechslungsreich und kurzweilig und ich wurde immer wieder von neuen Wendungen überrascht. Toll fand ich, dass ein Zeppelin eine nicht unwichtige Rolle spielt, denn ich bin immer wieder fasziniert von diesen riesigen Fluggeräten. 

Die Sprache ist, wie schon erwähnt, nicht null-acht-fünfzehn, sondern in der gehobeneren Kategorie einzuordnen. Es spiegelt sich auch der Hang des Autors zum Sarkasmus wieder, der mich sehr häufig hat schmunzeln lassen. Er schafft es fantastisch, die Komik mancher Situationen herüber zu bringen, die bei mir zu lauten Lachern geführt haben. Spannung wird auch in vielen Szenen aufgebaut, das Geheimnis um Vangos Herkunft ist so rätselhaft, dass es fast unerträglich wird, nicht zu wissen, warum der junge Mann ständig verfolgt wird. Ich bin sehr fasziniert von diesem wunderbaren, auktorialen, Erzählstil. 

Bei den Charakteren bin ich mir nicht ganz sicher. Zu den meisten von ihnen, habe ich keine Beziehung aufbauen können. Nur Vango und Ethel konnten mich erobern, mit ihnen konnte ich mitfühlen, aber selbst hier war immer eine gewisse Distanz spürbar, die sich irgendwie nicht richtig überbrücken ließ. Vango ist stark, wendig und anscheinend sehr gut aussehend, denn er konnte schon in jungen Jahren Ethels Herz im Sturm erobern. Nur ein richtiges Bild von Vango hatte ich nie vor Augen. Dafür von Ethel, ein starköpfige, wilde Schönheit, die rasante Ausfahrten im Automobil liebt. Sie fährt natürlich selber. Ihr Herz hat sie mit 12 an Vango verloren und nun kämpft sie mit allen Mitteln um den Jungen, den sie liebt. 

Das Cover dieses gebunden Buchs ist außerordentlich gut gelungen! Es hebt sich wohltuend von der Masse ab und verbindet viele Elemente aus dem Buch zu einem interessanten Gesamtkunstwerk. Auf dieses Cover bin ich aufmerksam geworden und der Klappentext hat dann sein Übriges getan. 

Fazit: „Vango – Zwischen Himmel und Erde“ von Thimotée de Fombelle hat mich schnell in seinen Bann ziehen können. Man findet hier einen Abenteuerroman, der in einer politisch sehr brisanten Zeit spielt, deren Ereignisse auch immer am Rande Erwähnung in der Geschichte finden. Dies alles wird verknüpft zu einem außergewöhnlichen Jugendbuch, das im zweiten Band „Vango – Prinz ohne Königreich“ seinen Abschluss findet. Nicht nur für Jugendliche absolut lesenswert und definitiv auch ein Buch für Jungs!



von Timothée de Fombelle
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: Gerstenberg Verlag; Auflage: 3., verb. Aufl. (1. März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 383695365X 
ISBN-13: 978-3836953658 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre

Rezension vom 11.08.2012

Vielen Dank an denVerlag für die Bereitstellung dieses Buches!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen