Dienstag, 7. August 2012

Die Tochter der Tryll - Verborgen - Amanda Hocking

Wendy in Tryll-Land 

Wendy Everly ist 17 und schon wieder neu an ihrer Schule. Doch diesmal will sie sich wirklich Mühe geben und ihrer Tante und ihrem Bruder Matt beweisen, dass mehr in ihr steckt, als ein aufmüpfiger Teenager. Bei Wendys Vorgeschichte eigentlich kein Wunder: Als sie sechs Jahre alt war, wollte ihre Mutter sie umbringen und behauptete, sie sei ein Monster. An der neuen Schule begegnet ihr Finn, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Finn scheint Wendy dann auch eine Begründung zu liefern, warum sie sich nie irgendwo wirklich zugehörig gefühlt hat: Sie ist eine Tryll und nun soll sie mit dem jungen Mann „nach Hause“ gehen… 

Es ist schwierig, den Inhalt so weit zusammenzufassen, dass es einen Sinn macht und gleichzeitig nicht zu viel zu verraten, denn das Buch ist nicht gerade dick und es steckt einiges an Story zwischen den Seiten. Ich war zuerst skeptisch, ob Amanda Hocking mich von ihren Tryll überzeugen kann und ich wurde positiv überrascht. Natürlich hat das Buch auch seine kleinen Mängel, z.B. hätte ich mir manche Szenen etwas ausführlicher gewünscht, das hätte die Situationen wahrscheinlich gefährlicher wirken lassen. So ist es mir manchmal vorgekommen, als hätte die Autorin irgendwo den Rotstift ansetzen müssen und dem sind Dialoge und Beschreibungen zum Opfer gefallen. Doch insgesamt konnte mich die Geschichte überzeugen und ich habe das Buch wirklich gerne gelesen! Die Tryll leben in einer abgeschotteten Stadt nach einigen, manchmal recht merkwürdigen Regeln und in einer Monarchie. Darauf fußen auch die Intrigen, die gesponnen werden. 

Der Schreibstil ist für meinen Geschmack recht einfach und dadurch auch angenehm flüssig zu lesen. Meistens benutzt Amanda Hocking kurze knappe Sätze, gibt aber die Ereignisse sehr lebendig wieder. Nur die Beschreibungen hätten, wie schon erwähnt, etwas ausführlicher ausfallen dürfen. Man trifft hier wieder mal, wie in den meisten neueren Jugendbüchern, auf einen Ich-Erzähler. Das ist natürlich Wendy. Ich mag Ich-Erzähler, dadurch ist man immer so schön nah am Geschehen, doch diesmal fand ich es manchmal ein wenig unbefriedigend, denn man ist als Leser genauso ahnungslos wie Wendy selbst. 

Die Charaktere sind, bis auf Wendy und Finn, natürlich auch etwas oberflächlich, da hier einfach der Raum für ausschweifende Beschreibungen fehlt. Das finde ich natürlich etwas unglücklich, denn es sind interessante Nebenpersonen darunter, von denen ich einfach gerne etwas mehr erfahren würde. Wendy als Hauptprotagonistin lernt man schnell und gut kennen. Durch eine Rückblende erfährt man von ihrer Vergangenheit und kann ihre Emotionen gut nachvollziehen. Finn ist und bleibt auch die ganze Zeit über recht rätselhaft, was mir gut gefallen hat. Trotzdem ist er toll ausgestaltet und man kann mit ihm mitfiebern. Er hat einen wunderbaren Charakter! Mehr erfahren hätte ich gerne über Rhys, Tove und Elora und ich hoffe die Gelegenheit bietet sich in den Folgebänden. 

Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Der rote Hintergrund, sie Silhouette eines Castles und das Mädchen auf einer, mit roten Mohnblumen übersäten Wiese, sehen schön mystisch aus. Die verschlungenen Ornamente um den Titel sind ein Eyecatcher und ich hätte mir das Buch in der Buchhandlung sicherlich mal näher angeschaut. 

Insgesamt sind manche Szenen, wie auch der Showdown, etwas zu kurz und manche Charaktere etwas zu flach geraten. Dennoch kann ich „Die Tochter der Tryll – Verborgen“ von Amanda Hocking als Zwischendurch-Lektüre durchaus empfehlen. Mir haben das Buch und die vielen Ideen, die darin stecken, wirklich Spaß gemacht und ich freue mich auf die Teile zwei und drei!



von Amanda Hocking
Broschiert: 304 Seiten 
Verlag: cbt (27. August 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570161447 
ISBN-13: 978-3570161449 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre 

Rezension vom 07.08.2012

Vielen Dank an den  Verlag für dieses Buch!

Kommentare:

  1. Hey :-) Ich hab das Buch heute ausgelesen, fand es allerdings stinklangweilig. Meiner Meinung nach ist fast nichts passiert in den ganzen 300 Seiten. Man hätte das, was passiert ist, auch auf 150 Seiten schildern können. Ich werde die Trilogie nicht weiterlesen. Aber schön, dass es dir gefallen hat :-)

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    1. Haha, echt? Stinklangweilig?^^ Ich hatte es ruckzuck durchgelesen, aber ich lese auch nicht furchtbar viele Jugend-Fantasy-Romance-Dingens-Bücher. Mich konnte es, zumindest kurzzeitig, gut unterhalten. So für Zwischendurch halt.

      LG
      Kathi

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