Sonntag, 26. August 2012

Die Insel - John Conolly

Die Insel birgt Geheimnisse… 

Marianne Elliot hat auf der kleinen Insel Dutch Island, die von den Alteingesessenen auch Sanctuary genannt wird, mit ihrem Sohn Danny Zuflucht vor ihrem Ehemann gesucht. Der sitzt zwar im Gefängnis, aber wenn er frei kommt, das weiß Marianne genau, wird er sie suchen und töten. Dann gelingt ihrem Mann tatsächlich die Flucht aus dem Gefängnis und er macht sich mit einer Gruppe kaltblütiger Killer auf die Suche nach seiner Ehefrau. Auf der Insel selbst bietet nur der Inselpolizist Joe Dupree Schutz und gleichzeitig braut sich etwas auf der Insel zusammen: Eine mystische, uralte Macht erwacht… 

John Conolly hat mit „Die Insel“ einen Mystery-Thriller geschrieben, in dem die Thriller-Elemente eindeutig überwiegen. Ich würde hier von einem Thriller mit Mystery-Elementen sprechen, denn die Haupthandlung besteht aus der Jagd nach Marianne und Danny, während der der Killertrupp eine Spur von Leichen hinter sich her zieht. Durch verschiedene Einschübe und Rückblenden erfährt man aber auch von der blutigen Vergangenheit der Insel Sanctuary, in der wohl die mysteriösen Ereignisse von heute begründet liegen. Was genau da passiert, möchte ich hier nicht vorweg nehmen. Nach und nach erfährt man auch, warum Marianne vor ihrem Mann fliehen musste. 

Der Schreibstil war angenehm zu lesen. Zu Beginn war ich ein wenig verwirrt, warum man irgendwelche Typen, irgendwo in Amerika, bei irgendwelchen Morden begleitet, aber später fügt sich alles zu einem Gesamtbild ineinander. Nachdem man hier die Zusammenhänge erkannt hat, kommt auch schnell Spannung auf. Es wird immer zwischen Marianne auf der Insel und ihrem Mann auf dem Festland hin- und her gesprungen, zwischendurch trifft man auch auf Polizistin Macy. Ich mochte die Insel-Parts aber fast lieber, den hier bekam man schon die ganze Zeit eine mystische Grundstimmung vermittelt und die Beschreibungen der Insel sind auch richtig gut gelungen. 

Die Charaktere waren allesamt interessant gestaltet und gut ausgearbeitet. Joe Dupree, der Inselpolizist, ist ein gutmütiger, aber scheuer Mann, der als „Der Riese“ verspottet wird, weil er so groß ist. Marianne lebt unter dem Deckmantel der Lüge und ihr setzt es zu, dass sie sich niemandem anvertrauen kann, um sich und Danny nicht in Gefahr zu bringen. Der alte Maler auf der Insel ist eine schrullige und kauzige Gestalt, aber durchaus liebenswert. Der Killertrupp um Mariannes Ehemann Moloch birgt eigentlich lauter interessante und unterschiedliche Persönlichkeiten, die super beschrieben werden und alle ihre eigene Art des Tötens haben. Moloch selbst ist ein schrecklicher, grausamer Mensch, aber lest selbst! 

Ich habe die Ausgabe der Galileo-Mystery-Edition erstanden, so dass das Galileo-Mystery-Zeichen oben und links unten das Pro7-Logo auftauchen. Ansonsten ist das Cover in Schwarz und mystischem Grün gehalten. Ein Leuchtturm steht auf einem Felsen am Meer von grünem Nebel umgeben. Es passt auf jeden Fall sehr gut zum Inhalt des Buches. 

Insgesamt hat mir der Thriller „Die Insel“ von John Conolly gut gefallen, die Mystery-Elemente haben ihm das gewisse Etwas verliehen und konnten mich so an die Geschichte fesseln. Allerdings ist das Buch durch das viele Blutvergießen nichts für schwache Nerven!



von John Conolly
Taschenbuch: 480 Seiten 
Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. Mai 2008) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3548269400 
ISBN-13: 978-3548269405 
Originaltitel: Bad Men

Rezension vom 26.08.2012

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