Montag, 20. August 2012

Das zerbrochene Fenster - Zoe Beck

Wenn du nicht loslassen kannst 

Vor sieben Jahren ist Philippa Murrays Freund Sean spurlos verschwunden. Seit dem sucht sie verzweifelt nach ihm. Als nach einer verschneiten Nacht die Leiche einer reichen Witwe gefunden wird, taucht Philippa bei der Polizei auf und behauptet Sean hätte die Frau getötet. Danach verschwindet auch Philippa spurlos. Jetzt ist es an Dana, Philippas Schwester, herauszufinden, was mit ihr geschehen ist… 

Mit „Das zerbrochene Fenster“ habe ich eben einen Psychothriller beendet, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Ich habe immer den Drang gespürt, weiterzulesen, denn ich wollte unbedingt herausfinden, was es mit Seans Verschwinden auf sich hat. Und auch, warum Philippa auch plötzlich verschwindet, nach dem sie Sean sieben Jahre lang gesucht hat. Immer abwechselnd bekommt man Auszüge aus Philippas Tagebuch, in dem sie ihre Suche festgehalten hat, und die Ereignisse nach der Ermordung von Lillian Darney zu lesen. Hier jagen nämlich verschiedene Personen der Wahrheit hinterher, allen voran der junge Cedric Darney, der Stiefsohn der ermordeten Witwe. 

Der Schreibstil konnte mich gleich von Anfang an fesseln und begeistern. Ich habe sehr schnell in die Geschichte hineingefunden und war bald ganz darin versunken. Die Abschnitte aus Philippas Tagebuch waren durch eine andere Schriftart und auch durch eine andere Sprache gekennzeichnet. Hier kamen öfter kurze und knappe Sätze in der Alltagssprache zum Einsatz, aus denen die gesamte Verzweiflung der jungen Pippa herauszulesen war. Die Kapitel die das Mordgeschehen beleuchten, heben sich durch eine flüssige, gut lesbare Sprache von den Tagebucheinträgen ab. Schon zu Beginn kommt Spannung auf, die auch aufrechterhalten, und kontinuierlich gesteigert wird. Ich mochte den Thriller kaum aus der Hand legen! 

Mit den Charakteren konnte ich mich auch sehr gut identifizieren. Mit Pippa konnte ich mitfühlen und um ihren verlorenen Freund Sean trauern, ich konnte es aber auch sehr gut nachvollziehen, dass sie einfach nicht loslassen konnte, egal was im Laufe der Zeit alles über ihn herauskam. Sie ist eine sympathische und willensstarke junge Frau, die ihren eigenen Weg geht, obwohl sie einen schwierigen familiären Hintergrund hat. Cedric Darney ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er hat eine psychische Störung, leidet unter Verfolgungswahn und ist trotzdem darauf aus, den Mord an seiner Stiefmutter aufzuklären. Wenn auch nicht aus uneigennützigen Beweggründen. Dana, Pippas Schwester ist ebenso eine kaputte Persönlichkeit, aber genauso interessant, denn über sie kommen viele Abgründe zu Tage. Wie Ben großartig zur Story beiträgt, hat sich mir bis zum Schluss hin nicht richtig erschlossen. Er kam mir wie ein Fremdkörper in der sonst so harmonisch abgestimmten Storyline vor. Auch alle weiteren Charaktere waren großartig, stark und blieben im Gedächtnis haften. 

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es wird eine zerbrochene Glasscheibe angedeutet, in der sich eine weibliche Person schemenhaft spiegelt. Das zerbrochene Fenster spielt eine Rolle, ob die Frau Pippa darstellt, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. 

Insgesamt hat mir „Das zerbrochene Fenster“ von Zoe Beck sehr, sehr gut gefallen! Ein spannender Psychothriller, mit einem Ende, das ich so nicht unbedingt erwartet habe und den ich allen Fans von guter, packender Unterhaltung absolut empfehlen kann!



von Zoe Beck
Taschenbuch: 368 Seiten 
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (20. Juli 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3404160460 
ISBN-13: 978-3404160464

Rezension vom 15.08.2012

Vielen Dank an   und !

Kommentare:

  1. Hallo,
    also schlecht fand ich das Buch ja nicht, aber eben auch nicht sooo megaspannend - hatte mir da etwas mehr erwartet. Aber außergewöhnlich ist das Buch, das kann man nicht bestreiten.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Irgendwie hat mich der Schreibstil von Zoe Beck richtig gepackt und ich konnte mich so toll in Pippa und sogar in Cedic einfühlen. Ich hätte gerne ein wenig mehr Schottland in diesem Buch gehabt, aber ansonsten hat es für mich richtig gut gepasst.

      LG
      Kathi

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