Montag, 9. Juli 2012

3 Fragen an Marc Raabe, das literarische Interview

copyright Foto: Gerald von Foris
Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren und wuchs in einer Kleinstadt in der Nähe der Domstadt auf. Schon mit 15 startete er zusammen mit einem Freund ein Filmprojekt, was ihn, nach mehreren Stationen, unter anderem, dem Versuch ein Buch zu schreiben, das Vorsprechen an der Filmhochschule in München und einem abgebrochenen Germanistik-, theater- und filmwissenschaftlichen Studium zu seinem heutigen Job als Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktionsfirma in Köln. Hier lebt Marc Raabe auch mit seiner Familie. 

Die Idee, ein Buch zu schreiben war aber immer noch vorhanden, so dass nach mehrjähriger Arbeit endlich sein Debutroman, der Psychothriller „Schnitt“, am 11.05.2012 im Ullstein Verlag erschien.




Kurzbeschreibung 

Ein kleiner Junge beobachtet einen grausamen Mord. Und er vergisst. Dreißig Jahre lang. Bis seine Freundin in die Hände eines gefährlichen Psychopathen gerät. Nur wenn er sich erinnert, kann er sie retten. Doch das bringt ihn in tödliche Gefahr.
(Quelle: amazon)


Hier könnt ihr meine Rezension zu „Schnitt“ von Marc Raabe nachlesen.




Ich habe ich sehr gefreut, dass ich dem Autor meine drei obligatorischen Fragen stellen durfte. Was Marc Raabe geantwortet hat, könnt ihr jetzt hier nachlesen:

3 Fragen an Marc Raabe, das literarische Interview

BlueNaversum: Marc, wie bist du dazu gekommen Schriftsteller zu werden und was hat dich dazu veranlasst?

Marc Raabe: Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht. Als Schüler habe ich für die Schülerzeitung geschrieben, mit 20 dann einen ersten Roman probiert. Allerdings habe ich mir mit der Geschichte damals sehr viel vorgenommen und musste dann feststellen, dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht so recht genügen konnte. Ich habe dann eine lange Pause mit dem Schreiben eingelegt und mich in den folgenden 20 Jahren damit beschäftigt, Geschichten fürs Fernsehen zu erzählen - mit Bildern. 

Aber das Schreiben hat mich nie losgelassen. Irgendwann dachte ich: So. Jetzt bist Du vierzig. Wenn Du das mit dem Schreiben noch mal probieren willst, dann jetzt! 

Also habe ich angefangen - und mich dabei gefühlt wie ein Fisch im Wasser.

BlueNaversum: In deinem aktuellen Buch „Schnitt“ geht es um Gabriel Naumann. Wieso hast du gerade diese Person als Hauptfigur gewählt und wie viel steckt von dir in dieser Person?

Marc Raabe: Gabriel finde ich deshalb so spannend, weil er eine gebrochene Figur ist. Als unschuldiges Kind gerät er in eine haarsträubende Situation, die ihm mehr abverlangt, als ein Kind zu leisten vermag. 

Das prägt ihn. Um zu überleben, legt er sich einen Schutzpanzer zu, eine zweite Stimme, die ihm immer wieder rät, sich nur auf sich selbst zu verlassen, alleine zu bleiben und hart zu sein. 

Es ist ein wenig, als wäre er aus der allgemeinen Moralvorstellung ausgestiegen. Er hat seine eigene Vorstellung von dem was richtig und was falsch ist, was erlaubt und verboten ist. Gabriel macht seine Regeln selbst und kollidiert dabei oft mit der Gesellschaft. 

Ich finde, dass der Grat zwischen Gut und Böse oft schmal ist. Und wenn man einmal aus dem Gleichgewicht kommt, dann kann es jedem passieren auf der falschen Seite zu landen. 
Auf diesem Grat muss Gabriel immer wieder balancieren und mit seiner inneren Zerrissenheit kämpfen. 
Das macht ihn für mich so spannend. 

Wie viel von mir in Gabriel steckt kann ich nicht genau sagen. Fest steht: In jeder der Hauptfiguren - ob Antagonist oder Protagonist - steckt etwas von mir. Nur so kann ich überhaupt die Figuren glaubwürdig erzählen. Das ist ja gerade der besondere Reiz als Autor. Ich muss alles hervorholen, was sonst im Verborgenen bleibt. Was selbstverständlich nicht heißt, ich würde gerne Menschen um die Ecke bringen! 

Es heißt nur, dass ich in der Phantasie gerne Grenzen überschreite, um zu zeigen, wie schnell man am Abgrund stehen kann.     


BlueNaversum: An welchen Buchprojekten arbeitest zu gerade, was erwartet deine Leser in der Zukunft?

Marc Raabe: Ich bleibe im Genre Psychothriller und auch dieser nächste Thriller wird wieder im Ullstein Verlag erscheinen. Über den Inhalt will ich noch nicht viel verraten. Nur so viel, dass auch diese Geschichte wieder ihren Ursprung in der Kindheit hat. Es geht um einen Traum, den wir alle schon einmal geträumt haben. Einen Wunsch, der niemals erfüllt werden kann. Und doch gibt es einen Jungen, der so verzweifelt ist, dass er einen Weg findet. In welchen Abgrund ihn dieser Weg als Erwachsener führt, davon handelt mein nächstes Buch.

BlueNaversum: Danke, dass du dir kurz Zeit genommen hast, die drei Fragen an Marc Raabe zu beantworten!

Wenn ihr noch mehr über Marc Raabe erfahren wollt, besucht den Autor doch auf seiner Homepage!

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