Donnerstag, 31. Mai 2012

Starters - Lissa Price

Der Vertrag deines Lebens 

Die 16-jährige Callie lebt mit ihrem kleinen Bruder Tyler auf der Straße und schlägt sich so irgendwie durch. Callies Eltern sind beide an den Folgen des großen Sporen-Kriegs verstorben und die Geschwister haben niemanden mehr, der sich um sie kümmern könnte. In einer Welt, in der es nur noch Greise, Enders, und Teens bzw. Kinder, Starters, gibt, regieren natürlich die Enders über Amerika. Und sie haben nichts übrig für minderjährige Waisen. Diese werden in Waisenhäusern zu Zwangsarbeit herangezogen. Tyler ist krank, deshalb geht Callie den schweren Schritt und „vermietet“ ihren Körper bei der Body Bank an Ender, die einen „Urlaub“ in der Jugend verbringen wollen. Doch etwas geht fürchterlich schief und Callie erwacht nicht in der Body Bank, sondern in einem Nachtclub und im Leben einer reichen Ender. Doch bald findet sie heraus, dass die Ender ihren Körper für etwas missbrauchen will, was Callie auf keinen Fall zulassen kann… 

Der Anfang hat sich ein wenig gezogen, bis Callie dann von Helena, der Ender mit dem Plan, gemietet wurde. Ab da begann mich die Geschichte richtig zu fesseln und ich wollte unbedingt immer wissen, wie es mit Callie weitergeht. Zuerst ist das Mädchen natürlich verwirrt, doch dann beginnt sie das neue Leben anzunehmen, verliebt sich sogar in den netten jungen Mann Blake. Das Szenario, das Lissa Price hier geschaffen hat, ist traurig und schrecklich zu gleich. Nur noch Kinder und Greise bevölkern Amerika, die Greise können durch modernste medizinische Technik mittlerweile über 200 Jahre alt werden. Ein grauenvoller Gedanke! Vor allem, dass alle Kinder ihre Eltern verloren haben, ist wirklich unvorstellbar schlimm! 

Den Schreibstil von Lissa Prices hoch gehandeltem Debutroman empfand ich nicht als so fesselnd, wie bei manch anderen Jugendbüchern. Er entwickelt aber nicht solch eine Sogwirkung, als dass ich das Buch nicht mehr hätte weglegen können. Das Buch ließ sich trotzdem schön flott lesen. Allerdings hat mir manchmal die Bildhaftigkeit gefehlt. Ich hatte öfter Schwierigkeiten, mir Orte bildlich vorzustellen, Szenen vor meinem inneren Auge erscheinen zu lassen. Hier sehe ich noch deutliches Entwicklungspotenzial der Autorin. 

Die Charaktere konnten mich wiederum überzeugen. Callie benimmt sich tatsächlich, wie ein Teenager, der schlimme Dinge erleben und früh Verantwortung übernehmen musste. Auch weiß sie nicht, was sie für ihren guten Freund Michael empfindet und fühlt sich stark zu dem reichen Senatorenspross Blake hingezogen. Tyler und Michael spielen nur eine Nebenrolle. Tyler ist verängstigt und krank, Michael stolz und rebellisch, aber auch fürsorglich und mutig. Blake blieb mir die ganze Zeit eher ein Rätsel, dennoch konnte ich gut nachvollziehen, was Callie an ihm so schätzt. Mit der Auflösung um Blake hatte ich so nicht gerechnet und ich wurde wirklich überrascht. Die ganze Geschichte mit Blake und Callie war aber so herrlich kitschfrei und eher nebensächlich, dass ich die Entwicklungen sehr genossen habe. Nun bin ich gespannt, wie es mit Callie, Michael und Blake weitergeht. 

Das Cover gefällt mir sehr gut. Ein minimalistischer schwarzer Hintergrund mit der blauen Silhouette eines Kopfes darauf. Unter dem Schutzumschlag glänzt das Buch blau-metallisch und es ist mit einem eisblauen Lesebändchen ausgestattet. 

Mein Fazit zu „Starters“ von Lissa Price: Eine spannende und herrlich kitschfreie Jugend-Dystopie, die ich, trotz der kleinen, erzählerischen Mängel, getrost weiterempfehlen kann! Ich freue mich auf Band 2 „Enders“!



von Lissa Price
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten 
Verlag: IVI; Auflage: 3 (März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492702635 
ISBN-13: 978-3492702638 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
Originaltitel: Starters

Rezension vom 31.05.2012

Vielen Dank an den  Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Hallo :-)
    Ja, "Starters" würde ich wirklich auch sehr gerne lesen. Ich kann mich zur Zeit ja sehr für Dystopien begeistern :-)

    LG Favola

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    1. Mit "Starters" kannst du nix Falsch machen, denke ich. Ein wirklich lesenswertes Buch und ich bin gespannt auf Teil 2 :).

      LG
      Kathi

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  2. Freue mich auch schon auf Teil 2, da mir das Buch richtig gut gefallen hat: spannend, tolle Idee und glaubhafte Darstellung der dystopischen Verhältnisse. Meine Rezension: http://www.leselink.de/buecher/jugendromane/starters.html

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  3. lässt sich der Schreibstil eig grob mit Suzanne Collins vergleichen? Fand Panem richtig gut, aber den Schreibstil eher unspektakulär.

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    1. Hmmm... nein, mit Suzanne Collins kann man den Schreibstil meiner Meinung nach nicht vergleichen. "Panem" hat mich auch voll fesseln können, bei "Starters" hab ich ein bisschen gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Er war mir ein bisschen zu distanziert, aber mir fällt grad nix ein, mit was ich ihn gut vergleichen könnte...

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