Mittwoch, 14. März 2012

Ready Player One - Ernest Cline

Virtual Reality

Die Weltwirtschaftskriese hat den, uns heute bekannten Wohlstand, im Jahr 2044 dahingerafft. Eine große Energiekriese hat die USA und die gesamte Welt heimgesucht, das Autofahren und Fliegen können sich nur die Stinkreichen leisten und viele aus dem gemeinen Volk sind so arm, dass sie Trailerparks, den sogenannten Staks, leben müssen. Diese Staks sind aus Platzmangel immer weiter in die Höhe gewachsen. In solch einem Wohnwagenpark lebt der 18-jährige Wade bei seiner Tante, die ihn nur wegen der Essensgutscheine bei sich wohnen lässt. Zur Schule geht Wade in der virtuellen Welt OASIS, in der sich mittlerweile die meisten Menschen verlieren, denn die OASIS ist die einzige Möglichkeit, andere Länder bzw. Welten zu sehen, also zu reisen. Auch kann man hier sein, wer man will. In der OASIS ist Wade der Jäger Parzival, der, wie Millionen von anderen Jägern auch, versucht das Rätsel zu lösen, das OASIS-Entwickler Halliday nach seinem Tod angestoßen hat. Denn der Gewinner erbt das immense Halliday-Vermögen von mehreren Milliarden Dollar und dies scheint für Wade die einzige Möglichkeit zu sein, aus seinem tristen und ärmlichen Dasein auszubrechen. Doch die Jagd ist gefährlich, denn der skrupellose Konzern IOI schickt Profijäger ins Rennen. Plötzlich steht Wade auf deren Abschussliste und muss um sein Leben bangen… 

WOW!!! Einfach nur WOW!!! Dieses Buch ist wie ein guter Film, es packt einem am Anfang und lässt einen erst wieder los, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Ich versuche ja immer unvoreingenommen an meine Bücher heranzugehen, so habe ich auch ohne große Erwartungen „Ready Player One“ aufgeschlagen und ich wurde positiv überrascht! Da ich sehr gerne Cyber-Thriller und –Romane lese, war mir natürlich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen MUSS. Eine gewisse IT-Affinität und Film-, sowie Games-Nerdigkeit sollte man auf jeden Fall mitbringen, wenn man sich zusammen mit Parzival auf die Suche nach Hallidays Easter-Egg begeben will, sonst könnte ich mir vorstellen, dass es schnell too much wird, was die vielen Andeutungen zu Filmen, Serien und Computerspiele der 80er Jahre angeht. Denn diese spielen in der Geschichte eine wichtige und wesentliche Rolle! Man muss es mögen, denn diese Thematik ist wirklich etwas Besonderes, wie sie mir bisher in einem Buch noch nicht begegnet ist! 

Der Schreibstil von Ernest Cline ist wunderbar flüssig und angenehm zu lesen. Er versteht es auch längere Ausschweife in Wades oder Hallidays Leben unterhaltsam und kurzweilig zu erzählen, ohne dass Langeweile aufkommen kann. Spannung lässt der Autor ebenso leicht entstehen wie unglaublich lustige Passagen, bei denen ich mich schier bekringelt habe. Lange habe ich beim Lesen nicht mehr so oft gelacht, wie bei diesem Buch. Diese Mischung hat es mir schier unmöglich gemacht, das Buch wieder aus der Hand zu legen, wenn ich einmal begonnen hatte, es zu lesen. Die Geschichte wird aus Wades Sicht geschildert und er fungiert hier als Ich-Erzähler. So erhält man schnell Einblick in Wades/Parzivals Persönlichkeit. 

Die Protagonisten kamen alle unglaublich authentisch rüber und ich konnte sehr schnell eine Beziehung zu allen aufbauen. Wade war einem natürlich am Nächsten, da man alles aus der Perspektive des jungen, aber sehr einsamen Mannes erlebt. Zu Beginn hat er mir wirklich sehr, sehr Leid getan, aber er weiß das Beste aus seiner Situation zu machen. Art3mis ist Wade heimliche große Liebe, obwohl er nur ihren Avatar kennt. Sie war mir auch gleich sympathisch und ich konnte auch sie sehr gut verstehen. Auch zu Eech und den beiden Brüdern Daito und Shoto konnte ich gleich eine Verbindung aufbauen. Die Charaktere sind sehr ausgefeilt und man erkennt deutlich die Entwicklung, die vor allem Wade während der Quest durchwandert. 

Das Cover war gleich das allererste, was mir aufgefallen ist. Es ist unglaublich gut gemacht und passt wie die Faust aufs Auge zum Inhalt des Buches. Ganz oben ist ein gelber Pacman abgebildet, der drei gelbe Pillen frisst (Pacman hat natürlich einen Bezug zum Buch!), darunter ist in fetter gelber Schrift der Buchtitel zu lesen. In Pixelgrafik ist auch noch ein Avatar zu sehen, der eine verpixelte Daten-Straße entlangläuft. Sogar das Verlagslogo wurde an die Covergestaltung angepasst! Einfach wunderbar! 

Ich war etwas geschockt von dieser nicht gerade rosigen Zukunftsvision, in der die Menschen fast den ganzen Tag, an eine Videokonsole angeschlossen, in einer Cyberwelt verbringen und gar keine reales Leben mehr führen. Möge es niemals so weit kommen! Insgesamt lässt sich aber jetzt schon festhalten, dass „Ready Player One“ von Ernest Cline (der übrigens das Drehbuch zu dem klasse Nerd-Film „Fanboys“ geschrieben hat) schon jetzt eines meiner Jahreshighlights 2012 sein wird, egal, was da noch so kommen mag! Ready Player One?



von Ernest Cline
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten 
Verlag: Penhaligon Verlag (26. März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3764530901 
ISBN-13: 978-3764530907 
Originaltitel: Ready Player One

Rezension vom 03.02.2012
Ich bedanke mich recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Mensch, deine Rezension hat mich richtig neugierig gemacht und jetzt muss ich noch bis Montag warten, bis ich damit anfangen kann, weil es daheim ist und ich unterwegs bin ;o)
    Scheint sehr nach meinem Geschmack zu sein!

    LG,
    Linda

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    1. Jaaa, es ist echt toll!! Ich habe das Buch total genossen und hoffe, du hast damit genauso viel Spaß wie ich!

      LG
      Kathi

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  2. Hab mich bei BloggDeinBuch darauf beworben, aber noch keine Antwort bekommen :-( Aber deine Rezension lässt ja noch drauf hoffen :-)

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    1. Ich drück dir die Daumen, das Buch lohnt sich wirklich!

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    2. Habe es gewonnen :-) :-) :-) Morgen hole ich eine Sendung von der Post ab, vielleicht ist es das ja?! Aber ob ich das gleich nach "Erebos" lesen sollte? ;-)

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    3. Gute Frage, ich würde vielleicht noch ein anderes, kurzes dazwischenschieben, aber ich glaube nicht, dass sich Erebos und Ready Player One ähneln.

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