Montag, 5. März 2012

Die Frau in Schwarz - Susan Hill

Schaurig schön 

Der junge Anwalt Arthur Kipps wird von seinem Chef von London aus in eine kleine Ortschaft auf dem Land geschickt, um die Nachlassangelegenheiten einer verstorbenen, etwas merkwürdigen Klientin zu regeln. Schon von Beginn an schlägt Arthur Kipps von den Einwohnern Crythin Giffords nur eisiges Schweigen und entsetze Gesichter entgegen, sobald er die Klientin Mrs. Drablow oder ihren Besitz Eel Marsh House auch nur erwähnt. Bei ihrer Beerdigung sieht er sie dann zum ersten Mal: Die Frau in Schwarz und es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, denn das Grauen, was nun folgt, hätte sich der junge Anwalt in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt! 

Das dünne, kleine Büchlein hat es wirklich in sich! Hier erhält man eine englische Schauergeschichte par excellence und der wohlige Grusel kriecht einem beim Lesen in die Glieder. Das, was Arthur Kipps hier in Eel Marsh House erlebt würde ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen. Mehr kann und mag ich über die Geschichte auch gar nicht erzählen, denn lest selbst, das ist das einzige, was ich euch raten kann! 

Der Schreibstil der englischen Autorin mutet im ersten Augenblick ein wenig altbacken an, aber schnell merkt man, dass er genau richtig gewählt wurde und wunderbar in die Umgebung passt, in der die Story angesiedelt ist. Arthur Kipps bringt seine Erlebnisse aus jungen Jahren im gestanden Alter zu Papier und da diese wohl zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt sind, so genau erfährt man das nicht, fühlt man sich durch die etwas gehobene Ausdrucksweise gleich in dieses Zeitalter hineinversetzt. Er ist der Ich-Erzähler und somit hat man an seinen Empfindungen einen großen Anteil. Susan Hill schafft es außerdem, eine düstere und schaurige Atmosphäre aufzubauen und Spannung zu schüren, ab dem Zeitpunkt, zu dem die eigentliche Geschichte beginnt. 

Der Protagonist Arthur Kipps, dessen Name im Laufe der Geschichte nur sehr selten erwähnt wird, ist ein junger aufstrebender Anwalt mit einer hübschen Verlobten namens Stella, der gerade etwas mehr Verantwortung von seinem Brötchengeber übertragen bekommt. Er ist sehr selbstbewusst, den Dorfbewohnern gegenüber fast überheblich, wie es viele Londoner zu jener Zeit sind. Er ist aber auch mutig, da er sich den Dingen stellt, die in der Marsch lauern. Der einzige Verbündete, den er vor Ort hat, ist Mr. Daily, über den man aber nicht allzu viel erfährt, außer, dass er Großgrundbesitzer in dieser Gegend ist und Arthur gegenüber wohlgesinnt. Alle anderen Personen sind nur Nebenfiguren und dementsprechend kurz erwähnt. 

Für das Cover wurde ein Filmmotiv gewählt, da die mir vorliegende Ausgabe, die Ausgabe zum bald anlaufenden Kinofilm, mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle, ist. Es transportiert aber wunderbar die düstere und schaurige Atmosphäre des Romans. 

Im Großen und Ganzen wurde ich von dieser kurzen und knackigen Schauergeschichte bestens unterhalten und ich bin froh, endlich ein Werk auf der Feder der englischen Schauer-Queen Susan Hill gelesen zu haben!



von Susan Hill
Taschenbuch: 216 Seiten 
Verlag: Knaur TB (1. März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426502208 
ISBN-13: 978-3426502204 
Originaltitel: The Woman in Black

Rezension vom 04.03.2012

Vielen Dank an die   für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Hihi, ja so ists mir auch gegangen mit der Gänsehaut :) ... schöne Rezi!

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    1. Danke, liebe Fabella! Das Buch war wirklich klasse! :)

      LG
      Kathi

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