Montag, 12. März 2012

Die Bruderschaft des Schwertes - Christoph Lode

Von Byzanz nach Litauen 

Im Jahr 1309 ist Raoul Bazerat Comes im Byzantinischen Reich und nahe der Stadt Konstantinopel stationiert, in der er mit seiner Frau Jada und der gemeinsamen Tochter Naje lebt. Naje wird in letzter Zeit von merkwürdigen Visionen heimgesucht und ihre Eltern machen sich großen Sorgen um das Mädchen. Mit dem Kaufmann Ardeshir, der Jada eines Abends aufsucht, taucht eine große Gefahr für Naje auf, denn er will, dass Jada und Naje ihn auf eine lange Reise begleiten, denn nur er könne der Fünfjährigen helfen. Als Jada ablehnt, entführt er sie und ihre Tochter kurzerhand aus ihrem Stadthaus während Raoul auf einer Mission für den Kaiser unterwegs ist. Bis Raoul zurück ist und die Abwesenheit seiner Familie bemerkt, hat Ardeshir schon einen Tagesritt Vorsprung, doch Raoul nimmt sofort die Verfolgung auf, begleitet von seinem treuen Freund Narses, und die gefahrvolle Reise führt sie fast bis ans andere Ende der bekannten Welt… 

Der Klappentext und die Aufmachung des Buches „Die Bruderschaft des Schwertes“ haben mich sofort begeistert und ich musste es einfach über kurz oder lang lesen. „Die Bruderschaft des Schwertes“ ist eigentlich der dritte Teil einer lose in Verbindung stehenden Reihe, doch man kann es auch sehr gut ohne die Vorkenntnisse der ersten Teile „Der Gesandte des Papstes“ und „Das Vermächtnis der Seherin“ lesen und verstehen. Besonders gut hat mir die zeitliche Ansiedlung der Geschichte gefallen und auch die Orte, wie die Walachei, Siebenbürgen, Krakau und Litauen, die hier vorkommen, werden nicht unbedingt oft in Historischen Romanen als Schauplatz verwendet. 

Der Schreibstil des Autors hat mich erneut begeistert, denn ich kam sehr gut und schnell in die Geschichte hinein, wurde schnell mit den Protagonisten warm und auch Spannung wurde von Anfang an gekonnt geschürt. Im Verlauf der Geschichte gab es kaum einen Punkt, an dem die Handlung ins Stocken geriet, sondern sie wurde immer gut und schnell voran getrieben, so dass einem als Leser kaum eine Verschnaufpause vergönnt war. So kam ich aber sehr gut und zügig durch das Buch hindurch. Besonders gerne gelesen habe ich auch die landschaftlichen Beschreibungen von Gegenden, die ich unglaublich interessant fand. 

Die Protagonisten waren alle sehr lebendig und jeder hatte seine eigenen Macken und Besonderheiten. Raoul ist der starke Held, der seine Schlachten schlägt, wie sie kommen, doch er hat ein großes Herz und liebt seine Familie abgöttisch. Narses war aber für mich der eigentliche Sympathieträger während der gesamten Suche nach Jada und Naje. Mit seinem Witz und seiner Unbeschwertheit, seinen Frauengeschichten oder den amüsanten Erzählungen über Onkel Ismael hat er mich super unterhalten und das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht. Raoul ist er der beste Freund und Kampfgefährte, den ein Mann sich nur wünschen kann. Jada ist eine sympathische und schöne Frau, aber zu ihr habe ich während der Ereignisse den Bezug verloren, konnte nicht mehr in sie hineinsehen. Ardeshir ist ein Bösewicht, wie er im Buche steht. Nach außen hin zuvorkommend, aber eigentlich ein wahrer Widerling mit kranken Plänen. 

Das Cover der hochwertigen Klappenbroschur ist sehr schön. Vor allem die Blautöne gefallen mir sehr gut und dieser Gegenstand, der darauf abgebildet ist, spielt auch im Buch eine große Rolle. Es passt also hervorragend zum Inhalt. 

Mein Fazit zu diesem Buch lautet also, dass ich schon lange keinen so spannenden und interessanten Historischen Roman mehr gelesen habe. Gerade die mystischen Elemente, die der Autor Christoph Lode hier einfließen ließ, macht den Reiz der Geschichte aus und „Die Bruderschaft des Schwertes“ zu etwas Besonderem!



von Christoph Lode
Taschenbuch: 512 Seiten 
Verlag: Goldmann Verlag (18. April 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442473764 
ISBN-13: 978-3442473762

Rezension vom 10.03.2012


Vielen Dank an den   Verlag für die freundliche Unterstützung mit diesem Buch!

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