Mittwoch, 4. Januar 2012

Die Bestimmung - Veronica Roth

Welchen Weg wirst du gehen? 

Die Welt nach der Apocalypse: Nichts ist mehr wie es war, die Menschen sind nach einer Katastrophe in ihrer Stadt gefangen und haben sich in fünf Fraktionen aufgeteilt. Altruan, Ken, Ferox, Amite und Candor. Jede Fraktion hat für sich einen anderen Ansatz gefunden, der Schuld am Krieg ist. Beatrice gehört zu den Altruan, den Selbstlosen, aber sie ist einfach nicht selbstlos genug. Ihr 16. Geburtstag naht und Beatrice muss sich nun entscheiden, in welcher Fraktion sie ab sofort leben will. Der Eignungstest fällt für sie nicht gut aus: Unbestimmt. Ein vernichtendes und gefährliches Urteil. Sie entscheidet sich für die Ferox, die Furchtlosen, nichtsahnend, dass sie eine brutale Initiierung überstehen muss und als Unbestimmte, lebt es sich noch gefährlicher in ihrer geteilten Welt… 

„Die Bestimmung“ (eng. „Divergent“) wurde schon seit Monaten hochgelobt. Wenn ein Buch so gehyped wird, gehe ich immer vorsichtig und skeptisch an es heran, denn bei den ganzen Vorschusslorbeeren, kann es eigentlich nur verlieren. Ganz so schlimm war es zwar nicht, aber die Geschichte hat mich jetzt nicht umgehauen. Warum, erkläre ich euch gleich. Die Idee, die die hinter der Story steckt ist großartig. Diese geteilte Welt, in der die Menschen in Fraktionen leben, die sich auf eine Eigenschaft spezialisiert haben ist durchdrungen von guten Ideen. Die Fraktionslosen, die irgendwie durchs Raster gefallen sind, sind am Schlechtesten dran, sie müssen in den Müllentsorgungsbetrieben arbeiten gegen Essen und Kleidung. Die Altruan regieren die Stadt, was den Ken gar nicht passt, weil die Selbstlosen den Wohlstand verschmähen. Die Straßen haben Löcher, es gibt verlassene und verfallene Stadtteile und einen Zug, der nirgends hält und mit dem nur die Ferox fahren. 

Ich muss sagen, ich bin nur recht schwer in die Geschichte hinein gekommen. Es war nicht der Schreibstil, der hat mir von Anfang an gefallen. Er ist flüssig, kurz und knapp, wie es sich für ein Jugendbuch gehört. Schnörkellos erzählt er Beatrices Geschichte, die sich bei den Ferox Tris nennt, aber zu Beginn wollte der Funke einfach nicht überspringen. Erst als Tris ihr Training bei den Ferox aufnimmt und harter Drill und Gewalt hinzukommen, klappte es besser mit dem Lesen. Irgendwie wurde die Story authentischer. Wir erleben die Ereignisse aus Tris‘ Sicht. Sie ist die Ich-Erzählerin, so erlebt man eine besondere Nähe zu ihr. 

Die Protagonisten haben mich hin und wieder nicht ganz so überzeugen können. Tris war mir zwar schnell sympathisch, aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie ein wenig übermenschlich ist, auch wenn man über sich hinauswachsen kann. Ihre Blessuren verschwinden z.B. von Zauberhand bzw. werden einfach nicht mehr erwähnt. Four ist der geheimnisvolle junge Mann, der auch in dieser Jugenddystopie nicht fehlen darf. Ich mochte ihn schon gern, da er auch Fehler hat, aber er war zu leicht zu durchschauen für den Mystery-Man. Die Lovestory, die sich zwischen den beiden anbahnt, war ganz okay, aber irgendwie nicht so das Wahre. Tris hat natürlich auch Freunde, aber die sind nur nettes Beiwerk, genauso wie ihr „Erzfeind“ Peter, der die Initiierung um jeden Preis auf dem ersten Platz beenden will und dafür auch über Leichen geht. 

Die Umschlaggestaltung finde ich sehr gut gelungen. Hier wurde das amerikanische Originalcover übernommen, das aber eine gewisse Ähnlichkeit zum Panem-Originalcover aufweist. Dieses flammende Zeichen ist aber sehr gut gewählt, das es einen Bezug zur Geschichte hat und der blaugraue Himmel über der Stadt wirkt ein wenig trostlos und einschüchternd, wie Tris‘ Situation. 

Im Großen und Ganzen hat mir „Die Bestimmung“ von Veronica Roth gut gefallen und nachdem das erste Drittel geschafft war, lies sich das Buch einwandfrei lesen, aber ich hätte mir ein paar Hintergrundinformationen über die Katastrophe gewünscht, die zum Zustand der Stadt und der Aufsplittung in die Fraktionen geführt hat. Auf jeden Fall werde ich die Abenteuer von Tris und Four weiterverfolgen, denn zum Ende hin, hat mich das Buch nicht losgelassen.



von Veronica Roth
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten 
Verlag: cbt (19. März 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570161315 
ISBN-13: 978-3570161319 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Rezension vom 04.01.2012

Ich bedanke mich recht herzlich beim  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Schon die dritte Rezension heute zu dem Buch ... Und alle positiv. Es ist und bleibt auf meiner WL ;-)

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  2. @Katharina
    Hallo Namensvetterin :-), ja das Buch ist echt nicht schlecht, man darf es blos nicht zu sehr überbewerten und zu hohe Erwartungen hineinsetzen ;).

    LG
    Kathi

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  3. Das Buch werde ich auch bald einmal lesen . . . aber weswegen ich hier bin . . . Du hast etwas bei meinem Geburtstags-Gewinnspiel gewonnen :-)
    Herzlichen Glückwunsch!
    Was es ist, erfährst du hier: http://favolas-lesestoff.ch/2012/01/auslosung-geburtstags-gewinnspiel/

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  4. "übermenschlich" ist genau das richtige Wort, das hat mich auch gestört. Mit den Blessuren hast du Recht, das ist mir noch gar nicht so aufgefallen. Letztendlich hast du das mit "nicht im Gedächtnis bleibend" ganz gut zusammengefasst, ich konnte mich jetzt schon an manche Teile der Geschichte garnicht mehr erinnern und ich hab das Buch letzte Woche gelesen :p

    Ps: Ist die Captcha-Funktion in den Kommentaren Absicht? (hab ich das schonmal gefragt?)

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    1. Hi Mila,
      ich hab auch schon ziemlich viel vergessen. Okay, ist zwar schon eine Weile her, aber von anderen Büchern weiß ich noch viel mehr. Ich denke, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde, weil mich doch interessiert, was aus Tris wird, aber zu meinen Lieblingsbüchern wird "Divergent" nicht zählen. ;)

      Ja, die Captcha-Funktion ist Absicht, damit kein Spam hier landet.^^ Ich trau der Spam-Funktion nicht so ganz. *g*

      LG
      Kathi

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