Sonntag, 30. Oktober 2011

Book in the post box: Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder

von Ransom Riggs
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: PAN (2. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426283689
ISBN-13: 978-3426283684
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Miss Peregrine's Home for Peculiar Children





Kurzbeschreibung 

Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer? Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt …

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Hier melde ich mich nun wieder zwischen dem ganzen Umzugsstress. Gestern haben wir alles von der alten Wohnung in die Neue gekarrt, aber wir hatten so viel Hilfe. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Helfer/innen!!!! Ohne euch hätten wir das nie geschafft! Und es kam noch ein wunderbaren Buchpäckchen zwischen alle dem Hin- und Hergschleppe. ach, hab ich mich gefreut! "Die Insel der besonderen Kinder" aus dem PAN Verlag ist es und es ist sage und schreibe mein zweiter Neuzugang in diesem Monat! Umso schöner war es, das Buch in Händen zu halten! Es sieht wirklich schaurig aus, sehr passend zu Halloween morgen! *g* Ich bin unglaublich gespannt, was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet! 

Übrigens: Sobald meine Bücherregale wieder mit Büchern gefüllt sind, zeige ich sie euch natürlich sehr gerne!

Ach ja, unser Internet funktioniert zwar noch nicht, aber wir dürfen über das Nachbarnetzwerk surfen, vielen lieben Dank auch hierfür!!!

Freitag, 28. Oktober 2011

Bis hoffentlich bald!!!

So, ihr Lieben,
ich bin ultrafleißig am Kistenpacken, denn morgen wird unser ganzen Hab und Gut in den Umzugswagen gepackt und in die neue Wohnung verfrachtet. Meine Bücher sind in acht Bücherkisten gewandert und mein Freund hat sich mal wieder beschwert, ich hätte zu viele Bücher...^^ das kann ja mal GAR NICHT SEIN *gg*. Auf jeden Fall wollte ich euch nur sagen, dass ihr euch nicht wundern braucht, warum es in den nächsten Tagen noch ruhiger wird, als die letzten zwei Wochen, denn es könnte sein, dass unser Internet erstmal nicht funktioniert. Ich hoffe natürlich, ganz bald wieder bei euch sein zu können!

LG und bis (hoffentlich!) sehr bald
BlueNa


Mittwoch, 26. Oktober 2011

Aus Licht gewoben - Alexandra Bracken

Der Zauberer und das Mädchen

Sydelle Mirabil lebt in dem kleinen Dörfchen Cliffton, das seit Jahren von einer unerklärlichen Dürre geplagt wird. Staub und Sand und ihr Webrahmen, sowie ihr guter Freund Henry sind ihre Welt. Bis plötzlich ein junger Zauberer namens Wayland North auf der Bildfläche erscheint und endlich den ersehnten Regen bringt. Dann verlangt er, dass Sydelle ihn begleitet, er reißt sie quasi aus der Mitte ihrer Familie und „springt“ mit dem jungen Mädchen in die Berge. Nun beginnt für Sydelle, aber auch für North eine aufregende und abenteuerliche Reise nach Provincia, die Hauptstadt von Palmarta um der Königin  eine wichtige Nachricht zu überbringen und einen Krieg zu verhindern. Unterwegs verwandeln sich Sydelles Gefühle für North von Abscheu und Hass in etwas anderes, größeres, doch den jungen Zauberer umgibt ein düsteres Geheimnis…

Ich bin mit einigen Vorbehalten an dieses Buch herangegangen, weil ich gehört habe, es wäre eine sehr romantische Fantasygeschichte. Aber glücklicherweise war es nicht ganz so schlimm, wie befürchtet, so dass ich ganz schnell und tief in das Buch abtauchen konnte. Ab und zu gibt es etwas zu kitschig geratene Szenen, z.B. wenn North von seinem „wunderschönen Liebling“ spricht. Da musste ich schon mal die Augen verdrehen, aber im Großen und Ganzen stand die Geschichte in einer schönen Fantasywelt im Vordergrund und diese ist wirklich lesenswert! Das Schöne war auch, dass es sich bei „Aus Licht gewoben“ um High Fantasy mit einer Queste handelt und sowas lese ich unglaublich gerne.

Der Schreibstil war für mich wunderbar angenehm und flüssig zu lesen. Alexandra Bracken hat es geschafft, dass ich in dieses Buch eingetaucht bin und über jegliche Störung mehr als verärgert war. Zum Beispiel, als meine Station kam, an der ich aussteigen musste. Ich wäre viel lieber in der Bahn sitzen geblieben, um weiterzulesen. Ich fand die Handlung sehr spannend und abwechslungsreich, da immer neue Gefahren auf Norths und Sydelles Weg auftauchten. Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Ausführlichkeit und Erklärungen gewünscht, denn wenn North direkt nach einer sehr schweren Verwundung zwar ein wenig blass aussieht, aber trotzdem (im übertragenen Sinn) Berge versetzen kann, habe ich mich doch ein wenig gewundert.

Die Protagonisten selbst waren für mich tief und interessant genug gestaltet, so dass ich mich in sie hineinversetzen konnte. Sydelle ist am Anfang von ihrem Hass getrieben und auch, dass sie verärgert ist, weil North Geheimnisse vor ihr hat, ist für mich völlig nachvollziehbar. Sie benimmt sich nur selten kindisch oder doof, also ihrem Alter von 17 Jahren angemessen, das hatte ich schon lange nicht mehr. North war für mich sehr interessant, denn er ist weder perfekt noch superschön oder sonst was. Er ist ein junger Mann, der sein Päckchen zu tragen hat. Er ist geheimnisvoll und verschlossen, was Sydelle manchmal zur Weißglut treibt. Ein sehr schönes Gespann!

Das Cover ist leider sehr 08/15 ausgefallen. Ein Mädchengesicht im Profil vor einem Sternenhimmel, umrankt von Lichtornamenten, sieht zwar auf den ersten Blick schön aus, hat aber leider überhaupt keinen Wiedererkennungswert. Das ist sehr schade, denn in diesem Buch steckt mehr als die übliche Urban-Romantic-Fantasy Kost, die es derzeit überall zu kaufen gibt.

„Aus Licht gewoben“ von Alexandra Bracken hat zwar einige kleine Schwächen, aber die haben mich nicht weiter gestört, denn man bekommt hier eine sehr schöne High Fantasy Geschichte, in der die Romantik nicht zu kurz kommt und noch vieles darüber hinaus! Ich empfehle dieses Buch gerne weiter, auch an die Romantic-Suspense-Leserschaft! Wer ein wenig High Fantasy Luft schnuppern möchte, ist hier goldrichtig!



von Alexandra Bracken
Taschenbuch: 352 Seiten 
Verlag: Goldmann Verlag (16. Mai 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442472601 
ISBN-13: 978-3442472604 
Originaltitel: Brightly Woven

Rezension vom 26.10.2011

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Eine dunkle und GRIMMige Geschichte - Adam Gidwitz


Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald…

…es war gar dunkel und auch so bitterkalt. Sie kamen an ein Häuschen aus Pfefferkuchen fein… Aber halt, da sind wir ja schon mitten in der Geschichte! Zuvor klaut ein Prinz eine wunderschöne Prinzessin, die auf Gold steht und ihr gefällt das auch noch. Aber bevor die beiden heiraten können, müssen sie vor drei grausamen Schicksalsschlägen bewahrt werden. Dafür hat der Prinz den treuen Johannes, der daraufhin zu Stein erstarrt. Wieso Hänsel und Gretel ihren Eltern davonlaufen und zu der Hexe ins Pfefferkuchenhaus gelangen, hat auch mit dem treuen Johannes zu tun. Und die Geschichte ist grausam! Hänsel und Gretel müssen jedenfalls viele grausame Prüfungen bestehen, aber welche das genau sind, müsst ihr selber nachlesen!

Es waren einmal die Märchen der Gebrüder Grimm und es war einmal ein Autor, der diese Märchen faszinierend fand und sie in neuer Form umsetzte. Heraus kam „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ und sie ist wirklich dunkel und grimmig. Es rollen Köpfe, Finger werden abgehackt, Menschen getötet, Seelen gestohlen, aber alles auf eine so liebenswerte Weise, dass es mir häufig ein Schmunzeln entlockte. Denn dieses Buch, so brutal es auch klingt, ist nicht grausamer als die Originalmärchen es sind. Aber  die Altersempfehlung ab 10 Jahren ist durchaus gerechtfertigt, denn es fließt schon eine Menge Blut!  Ich würde dieses Buch sogar eher erst ab 12 Jahren empfehlen.

Der Schreibstil ist kindgerecht und einfach. Viele kurze Sätze reihen sich aneinander, einfache Beschreibungen, die nicht zu sehr ins Detail gehen und ein Erzählstil, wie aus dem Märchenbuch lassen einen die großbedruckten Seiten wie der Wind durchlesen. Zwischendurch meldet sich immer mal wieder ein neunmalkluger Erzähler zu Wort, quasi eine Stimme aus dem Off, die den Leser direkt anspricht. Diese Einschübe sind sehr witzig geschrieben und lockern den Märchenstil sehr schön auf.

Die Protagonisten Hänsel und Gretel sind märchentypisch oberflächlich gehalten. Die Geschichte wird aus der Ferne erzählt und die Handlungen der Kinder geschildert. Selten fließen mal die Gedanken der Beiden ein. Sie müssen viele Gefahren bestehen, aber es berührte mich nicht richtig, was der Oberflächlichkeit der Charaktere geschuldet war. Alle anderen Figuren wie der König oder die Königin waren noch weniger tiefgründig, wie Hänsel und Gretel.

Die Aufmachung des gebundenen Kinderbuches ist überaus gelungen! Der Schutzumschlag ist sehr schön in Nachtblau gestaltet. Im Vordergrund sieht man wie in einem Schattenspiel schwarze Figuren aus den Erzählungen. Sogar den Drachen und die drei schwarzen Raben findet man wieder.  Der Titel, in Gelb und erhaben aufgebracht springt einem sofort ins Auge.

„Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ ist eine wunderbare Adaption der Märchen der Gebrüder Grimm mit Hänsel und Gretel als den Stars im Königreich Grimm. Kleinen Kindern sollte man diese Geschichten nicht vorlesen, aber ältere Kinder können auch die dunklen Details vertragen und da die einzelnen Geschichten nicht lang sind, eignen sie sich auch sehr gut als (blutige^^) Gutenachtgeschichte.



von Adam Gidwitz
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten 
Verlag: arsEdition (8. Juni 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 376078366X 
ISBN-13: 978-3760783666 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre 
Originaltitel: A Tale Dark & Grimm

Rezension vom 20.10.2011

Vielen Dank an   und den Verlag 
 für die Bereitstellung dieses Buches!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Der Pakt - Gemma Malley

Eine Welt, in der Kinder Überschuss sind…

Die 15-jährige Überschüssige Anna lebt in einem Heim für Überschuss. Hier geht es hart zu, denn die strenge und kaltherzige Heimleiterin Mrs. Pincent will aus den Kindern eine wertvolle Arbeitskraft machen, damit sie sich ihren Platz auf diesem Planeten verdienen können, auf dem sie illegalerweise leben, dessen Luft sie atmen und dessen Wasser sie trinken. Annas Eltern haben ein schweres Verbrechen begangen, indem sie ein Kind bekommen haben und deshalb hasst Anna sie aus tiefsten Herzen. Doch als in diesem ganze Drill ein fremder Junge in Annas Alter in das Heim eingeliefert wird, beginnt sich alles zu verändern, denn Peter will sie überreden wegzulaufen…

In diesem recht unscheinbaren und schmalen Büchlein steckt viel. Sehr viel. Eine schlimme und mahnende Zukunftsvision: Eine Welt ohne Kinder. Eine Welt in dem es nur Alte gibt, auch wenn sie jung aussehen und fast alle Kinder, die dennoch geboren werden, sind Überschuss und werden von den Fängern der Obrigkeit gejagt, eingefangen und dann in ein Heim für Überschuss gesteckt. Hier werden die Überschüssigen zu Dienern der Legalen ausgebildet, immer unsichtbar, immer bereit zu dienen, eben eine wertvolle Arbeitskraft zu werden. Wer nicht spurt, wird in ein Arbeitslager in der Wüste geschickt. Auch im Heim sind Schläge, Prügel und kalte und dunkle Arrestzellen an der Tagesordnung.

Das Buch schlägt zu Beginn ruhigere Töne an. Man lernt erst Überschuss Anna und ihr Leben im Heim Grange Hall kennen, es dauert eine ganze Weile, bis Schwung in die Handlung kommt, aber das hat mich dieses Mal überhaupt nicht gestört. Ich fand es sehr gut, so tief in die Geschichte eingeführt zu werden, denn dies ist nötig, um das ganze Ausmaß dieser dystopischen Gesellschaft zu erkennen. Der Schreibstil selber ist sehr angenehm zu lesen, einen Spannungsbogen gibt es aber erst ab ungefähr der Hälfte des Buches. So lange dauert es auch, bis Anna auch eine andere Wahrheit zu akzeptieren lernt.

Die Charaktere waren sehr einprägsam geschildert. Protagonistin Anna kennt nur das Heim und die Parolen der Heimleiterin, die ihr von Kind an eingetrichtert, ja eingeprügelt wurden. Dies ist ihre Wahrheit, bis Peter sie in ihren Grundfesten erschüttert. Peter ist ein Rebell und bringt Schwung nach Grange Hall. Er rebelliert gegen alles und jeden, denn er ist in Freiheit aufgewachsen, auch wenn er Überschuss ist. Mrs. Pincent ist ein Tyrann und ein Drachen, sie ist kalt und knallhart, kennt kein Mitleid mit dem Überschuss.

Die Umschlaggestaltung des Hardcovers ist sehr schlicht ausgefallen. Als Hintergrund ist eine beschriebene Seite von Annas Tagebuch zu sehen, davor ein blasses Gesicht und über dem roten Titel befindet sich ein schwarzer Schmetterling. Dieses Cover hat einen starken Bezug zum Buch, deshalb finde ich es überaus passend und gut gewählt!

Alles in Allem hat mir die Dystopie „Der Pakt“ von Gemma Malley sehr gut gefallen, auch wenn sie eine schreckliche Gesellschaft wiederspiegelt, die mit ein bisschen Fantasie tatsächlich wahr werden könnte. Auch Jugendbücher können gesellschaftskritisch sein und das ewiges Leben nicht unbedingt erstrebenswert ist, davon ist man spätestens nach dieser Lektüre wirklich überzeugt!



von Gemma Malley
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten 
Verlag: Bloomsbury; Auflage: 1., Aufl. (November 2007) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3827052637 
ISBN-13: 978-3827052636 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre 
Originaltitel: The Declaration

Rezension vom 18.10.2011

Vielen Dank an den Verlag  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!





Sonntag, 16. Oktober 2011

Book in the post box: Eine dunkle und GRIMMige Geschichte

Eine dunkle und GRIMMige Geschichte

von Adam Gidwitz
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: arsEdition (8. Juni 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 376078366X
ISBN-13: 978-3760783666
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
Originaltitel: A Tale Dark & Grimm






Kurzbeschreibung

LESER, NIMM DICH IN ACHT!

Was nun folgt, ist ein Märchen.

Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram!

Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald.

WAS ZWISCHEN DIESEN SEITEN AUF DICH LAUERT ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel - ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen.

TRITT EIN.

Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen die du kennst, ist dieses hier wahr.

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Seit längerem gab es bei mir mal wieder einen Neuzugang zu vermelden. Ich halte mich gerade stark zurück, was den Bücherkauf angeht, denn alles, was ich hier anschleppe, muss auch mit umgezogen werden. In zwei Wochen ist es soweit und meine Bücher finden ein neues zu Hause :). Und dann dürfen auch wieder neue Bücher eintrudeln!

"Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" habe ich über Blogdeinbuch erhalten und ich freu mich schon toooootal auf die Lektüre dieses Buches. Das kommt natürlich gleich drann, wenn ich mit "Der Pakt" fertig bin. Im Moment lese ich eher dünnere Büchlein, alles was schnell und einfach von der Hand geht, denn zwischen dem ganzen Renovierungsstress brauche ich etwas leichtere Lektüre ;).

Freitag, 14. Oktober 2011

Wenn du mich siehst - Tara Hudson

Und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm!

Jahrelang ist Amelia durch die Welt gewandert. Wie durch eine Nebelwand hat sie alles gesehen und wahrgenommen, eine allumfassende Taubheit hat sie abstumpfen lassen. Denn Amelia ist tot, sie ist ein Geist, der nicht zur Ruhe kommt. Einzig ihre Alpträume, in dem sie immer wieder in einem dunklen Wasser ertrinkt und dann Stunden später auf einem Friedhof wieder zu sich kommt, durchbrechen die Trostlosigkeit. Doch dann stürzt ein Junge mit seinem Auto in den Fluss und droht zu ertrinken. Das kann Amelia nicht zulassen, sie schreit und berührt den Jungen und plötzlich kann er sie sehen. Als einziger Mensch überhaupt…

Irgendwie habe ich mir von diesem Buch mehr erwartet. Die Idee, eine Geschichte aus  Sicht eines Geistermädchens zu schreiben, gefiel mir sehr gut und deshalb wollte ich sie lesen. Aber das hätte ich mir auch echt schenken können, denn diese Geschichte kommt über ein Mittelmaß nicht hinaus. Langsam plätschert die Handlung vor sich hin und nie kommt richtig Spannung auf. Selbst „das große Finale“ konnte mich nicht wirklich fesseln, vielleicht war es mir zu unkreativ geraten.

Der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm zu lesen. Trotz der eher ereignislosen Story kam ich ganz gut durch die Seiten durch, was wirklich ein positiver Aspekt ist. Man erlebt die Ereignisse aus Amelias (Geister-)Sicht, sie ist die Ich-Erzählerin und ihre Gedanken sind anfangs einigermaßen interessant. Eben dieser Effekt von „kenn ich noch nicht“. Aber einen wirklichen Spannungsbogen sucht man in diesem Buch vergeblich. Auch als Amelia und Joshua (der Junge) beginnen sich zu treffen und sie anfangen Nachforschungen anzustellen, wer Amelia eigentlich ist, hält der kleine Anflug von Spannung nicht lange vor.

Die Figuren haben mich diesmal kaum berührt. Amelia als Geist ging mir irgendwann auf die Nerven, wie sie an Joshuas Rockzipfel hing. Okay, er ist der einzige Mensch, der sie sehen kann, aber trotzdem war das wenig geisterhaft. Joshua ist natürlich sehr gutaussehend (wie könnte es auch anders sein) und überhaupt nicht schockiert, als er herausfindet, dass Amelia ein Gespenst ist. Das ist einfach unglaubwürdig und das Angeschmachte ging mir echt zu weit. Eli, ein weiterer Geist, war für mich die Interessanteste Person der ganzen Geschichte. Er ist rebellisch und irgendwie böse, aber ich mochte ihn!

Der Schutzumschlag des Hardcovers ist wie die Geschichte selbst etwas blass geraten. Ein durchscheinendes Mädchen vor blauem Hintergrund, dieses Cover würde mir kaum auffallen, auch wenn die Farbgebung und das Gesamtbild in sich stimmig sind.

Leider entspricht „Wenn du mich siehst“ von Tara Hudson nicht so ganz meinem Buchgeschmack, es war zwar keine gänzlich verschwendete Zeit, dieses Buch zu lesen, aber ich denke, jemand, der gerne kitschige Liebesgeschichten liest könnt eher Gefallen daran finden! Amelia hat auf jeden Fall keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen!



von Tara Hudson
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten 
Verlag: Heyne Verlag (29. August 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453267230 
ISBN-13: 978-3453267237 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre 
Originaltitel: Hereafter

Rezension vom 14.10.2011

Ich bedanke mich herzlich bei für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Das Wörterbuch des Viktor Vau - Gerd Ruebenstrunck

Die exakte Sprache birgt große Gefahren!

Viktor Vau ist ein Wissenschaftler, wie er im Buche steht: Einzelgänger, ritual- und ordnungsliebend und er hegt nur sehr wenige soziale Kontakte. Und er führt immer ein kleines, schon sehr abgegriffenes Notitzbüchlein mit sich: Sein Wörterbuch, in dem er Grammatik und Vokabular seiner entwickelten Plansprache in akkuraten kleinen Buchstaben aufgeschrieben hat. Als er die Einladung erhält im afrikanischen Staat Dagombé eine Botschaft zu entschlüsseln, reist er nur wiederwillig von der Hauptstadt der Union nach Afrika und übergibt seine klinischen Studien seiner neuen Assistentin Astarte. Von nun an stürzen die Ereignisse über Viktor Vau nur so herein und er hätte nie zu träumen gewagt, dass drei Geheimdienste hinter seinem Wörterbuch her sein würden. Was steht so Gefährliches in dem kleinen Büchlein?

Gerd Ruebenstrunk hat seine Geschichte um den Wissenschaftler Viktor Vau in einer fiktiven zukünftigen Gesellschaft angesiedelt, die sich mit einem allumfassenden Überwachungsstaat vergleichen ließe. Jeder wird auf Schritt und Tritt kontrolliert und überwacht, der Staat hat aus der Hauptstadt eine Planstadt gemacht und es gibt viele unzufriedenen Bürger in diesem System. Gereist wird mit Flugzeugen oder Zeppelinen, ansonsten mit Autos und der Metro oder kleinen Gyroscootern. Was das genau für Gefährte sind, konnte ich leider nirgends herauslesen. Bei der Union muss es sich um einen Zusammenschluss vieler Staaten zu einem riesigen Staat handeln, der in Europa angesiedelt ist und über dessen Grenzen hinausreicht. Genaue Angaben sind im Buch leider nicht zu finden.

Ich habe ein wenig gebraucht, um in diese Geschichte hineinzufinden, denn man wird abrupt in das Geschehen geworfen. Man erhält zwar eine Einführung der Figur Viktor Vaus, aber die Welt um ihn herum wird kaum oder gar nicht erklärt. So erfährt man erst nach und nach, dass das Buch nicht in unserer Welt bzw. Zeit angesiedelt sein kann. Den Schreibstil des Autors möchte ich auch als gewöhnungsbedürftig beschreiben. Mir fiel es zu Beginn nicht leicht, voll in Viktors Welt abzutauchen, denn irgendwie wollte der Schreibstil mir nicht richtig flüssig von der Hand gehen. Als Jugendlicher Leser hätte ich das Buch bestimmt zur Seite gelegt. Aber die Story insgesamt konnte mich fesseln und während mich unterschiedlichen Handlungsstränge am Anfang noch verwirrten, bildeten sie im Verlauf des Buches ein immer besser zusammenpassendes Bild und ich wollte unbedingt wissen, wie am Schluss alles zusammenläuft. Dies ist auch zur meiner Zufriedenheit geschehen.

Die Protagonisten sind, bis auf Viktor Vau und Astarte, seine Assistentin, für mich nicht richtig greifbar gewesen. Gerade Enrique und Marek waren mir sehr suspekt und die drei Gehimdienstler de Moulinsart, Winter und Fitzsimmons schienen mir hier gar nicht reinzupassen. Die innere Rivalität der Drei nimmt auch manchmal wirklich lächerliche Züge an. Manchmal schien es mir, dass es Fitzsimmons und de Moulinsart in diesem Buch nur gab, damit Viktor Vau von irgendwem gesucht werden kann. Viktor Vau war mir von Anfang an sehr sympathisch und auch Astarte möchte ich gleich.

Die Aufmachung des Buches ist richtig toll gelungen! Die Klappenbroschur ist dem Wörterbuch des Viktor Vau nachempfunden und sieht wie ein abgegriffenes Notizbuch aus, mit einem Gummi drum herum. Wenn man mit den Fingern über das Cover streicht, fühlt man die Erhebungen der Nieten und die Rillen des Gummis. Wunderbar!

„Das Wörterbuch des Viktor Vau“ war für mich jetzt keine Buchoffenbarung, dafür bin ich irgendwie zu lange völlig im Dunkeln getappt, was die Handlungsstränge anbelangte. Diesmal hat es bei mir nicht die Spannung gesteigert, sondern eher Frustration ausgelöst. Dennoch hat die Geschichte einen gewissen Reiz, dem ich mich nicht entziehen konnte, so dass ich das Buch zum Ende hin sehr gerne gelesen habe!



von Gerd Ruebenstrunk
Taschenbuch: 416 Seiten 
Verlag: Piper; Auflage: 2 (März 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492702244 
ISBN-13: 978-3492702249


Rezension vom 09.10.2011

Mein herzlicher Dank gilt dem  Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Samstag, 8. Oktober 2011

Leseliste September 2011

Ein bisschen verspätet diesen Monat kommt nun endlich meine Leseliste für September. Meine Ausbeute ist nicht besonders ausgefallen, trotz zwei Wochen am Strand unter Spanischer Sonne. Aber ich habe mein Urlaubspensum von vier Büchern geschafft. Auch insgesamt war der Urlaub sehr schön und erholsam mit vielen Strand- und Badetagen. Einen Ausflug haben wir diesmal aber auch gemacht und zwar in die schöne Stadt Valencia, die es mir wirklich angetan hat. Sehr schöne Plätze, überall Palmen und  ein supertolles Flair. Valencia ist wirklich einen Besuch wert!

Im Urlaub hab ich natürlich keine Rezis geschrieben, das musste alles hier daheim nachgeholt werden. Vier Rezensionen klingen im ersten Moment nicht viel, aber wir haben uns gleich in den nächsten Baumarkt gestürzt und danach in die Wohnungsrenovierung. Viele Tapeten sind schon ab, die Neuen kommen bald drauf und Ende Oktober wird umgezogen.

Im Kino war ich aber auch ein Mal. Wir haben uns "Die drei Musketiere" in 3D angeschaut und ich fand den Film einfach spitze! So schön ironisch und steampunkig, hach, das war wirklich eine tolle Neuinterpretation mit sehr guten Schauspielern und das für eine deutsche Coproduktion! Gerne mehr hiervon!!!

Meine gelesenen Bücher im September waren aber auch insgesamt alle sehr, sehr gut und mich für ein Buch des Monats zu entscheiden, fällt mir nicht leicht... jetzt aber erstmal mein kurzer Rückblick auf die September-Bücher (mit Klick auf die Links, kommt ihr auf die kompletten Rezensionen):

Liz Jensen Endzeit-Thriller "Endzeit" hat im September den Anfang gemacht. Hier hat man auf jeden Fall gemerkt, dass es kein Jugendbuch ist, denn es ließ sich nicht so schnell weglesen. Aber ich fand das Buch wirklich sehr gut und auch nicht langweilig oder zäh, sondern ich bin der Psychologin Gabrielle Fox gerne durch ihr Abenteuer mit ihrer besonderen Patientin Bethany Krall gefolgt. Ein wirklich lesenswertes Buch!





Weiter ging es mit einem Buch, das etwas Besonderes ist. Es enthält nämlich eine besondere Geschichte, die aus alten Volkssagen um die Gegend um Hamburg herum entstand. "Der Goldschatz der Elbberge" von Martin Schemm entführt den Leser in das tiefe Mittelalter, lange vor der Zeit der Hanse und in die Tiefen des Sollonbergs, in der die Schwarzalben ihren Hort voller Goldschätze hüten, die allein für die Götter bestimmt sind. Allein der Schreibstil hat mir ein wenig das Lesevergnügen genommen, denn der war etwas sperrig, aber ansonsten eine toll recherchierte Geschichte!


Geil, geil, geil, geil!!! Unbedingt lesen, ihr werdet es nicht bereuen!!! "Carpe Diem" von Autumn Cornwell ist meine Sommergeschichte 2011! Dieses Buch ist einfach fantastisch, locker, luftig, lustig, schräg, liebenswert, wundervoll und die Hauptperson hat den einprägsamen Namen Vassar Spore! Ich war so traurig, als Vassar von ihrem Ostasientrip wieder in die USA zurückgekehrt ist und das Buch zu Ende war, ich hätte noch so viel über Grandma Gerd, Hanks und Vassar lesen können, wie sie in die unglaublichsten Situationen rutschen und dieses supertolle Cover könnte ich ewig betrachten... Mein Buch des Monats September!!!





"Der Trakt" von Arno Strobel war mein Thrillerprogramm im September und leider hat er mich die Geschichte ein wenig enttäuscht, weil mir super schnell klar war, worauf es eigentlich hinausläuft. Dennoch fand ich das Buch lesenswert und kurzweilig und Sybille Aurichs Schicksal wollte ich bis zum Schluss mitverfolgen um auch zu wissen, ob ich mit meiner Vermutung Recht hatte^^.





Mein Wohlfühlbuch 2011 wird definitiv "Die Geister von Rosehill" von Susanna Kearsley! Als Buch des Monats September muss sich die Geschichte um die junge Archäologin Verity Grey, die mit einer Truppe ein Marschlager der verschollenen römischen neunten Legion ausfindig machen will, nur "Carpe Diem" geschlagen geben. Dieses Buch hat irgendwie mein Herz berührt und war so kurzweilig und unterhaltsam, das ich es jedem von euch nur nahe legen kann, Geist inklusive!!!

Dienstag, 4. Oktober 2011

Die Geister von Rosehill - Susanna Kearsley


Wer sucht, der findet!

Verity Grey ist eine 28-jährige Archäologin und auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch ins schottische Dörfchen Eyemouth. Unterwegs lernt sie den Schotten David kennen, der, wie sich herausstellt, am gleichen Projekt, wie sie, arbeiten wird. Der ehemals hoch angesehene, mittlerweile als Spinner verschriene Archäologe Peter Quinnell lädt Verity ein, mit ihm und seiner kleinen Gruppe, zu der auch Veritys Exfreund Adrian gehört, ein Marschlager der verschollenen römischen neunten Legion auszugraben. Verity nimmt natürlich an, doch bald merkt sie, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn der Geist eines römischen Legionärs scheint im Lager umherzugehen. Außerdem fühlt sie sich stark zu David hingezogen, was Adrian ziemlich sauer aufzustoßen scheint…

Ich muss sagen, dass ich in „Die Geister von Rosehill“ mein Wohlfühlbuch 2011 gefunden habe. Die Geschichte legt sich beim Lesen wie eine wohlig warme Decke um einen herum, man meint die Vöglein zwitschern zu hören und eine schöne Portion Liebe gibt’s auch noch dazu. Und, nein, ich fand diese schottische Lovestory ganz und gar nicht kitschig! Ich fand sie total schön und es gibt in diesem Buch noch so viel mehr außenherum zu entdecken, dass die Liebesgeschichte nur eine Nebenrolle zu spielen scheint. Es wird viel über Archäologie erzählt, wer das mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen! Dazu gibt’s ein bisschen Geistergruseln und Geschichtsunterricht in Sachen römische neunte Legion. Alles Dinge, die das Buch insgesamt für mich zu etwas Besonderem machen.

Der Schreibstil war für mich einfach super zu lesen und ich bin darin versunken. Dabei war er nicht mal sonderlich spannend zu lesen, sondern einfach interessant und sehr bilderreich, so dass ich jeden Grashalm vor Augen hatte, als wäre ich live dabei. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und Verity führt unglaublich unterhaltsam durch die Vorbereitungen zu den eigentlichen Ausgrabungen, zu denen es erst relativ spät im Buch kommt.

Die Charaktere sind sehr einprägsam und ich konnte sofort jede Person von der Anderen unterscheiden. Verity ist mir total schnell ans Herz gewachsen, denn sie ist ein sympathisches Mädchen, das sich nicht zu schade ist, auch mal im Dreck herumzuwühlen. Nur mit ihrem Slogan „Keine Liebschaften unter Kollegen“ ging sie mir ein wenig auf den Keks. Peter Quinnell ist ein schrulliger alter Professor, den man sofort mögen muss, sobald er seinen ersten Auftritt im Buch gehabt hat. David war mir manchmal zu brav, hat aber dennoch alle Eigenschaften, die mir an einem Mann gefallen könnten. Adrian und Fabia waren ein passendes Paar und sorgten für allerhand Aufmerksamkeit und Abwechslung.

Ich habe mir die etwas günstigere Nivea Sun Sommeredition dieses Buches zugelegt, da es durch das Großteils hellblaue Cover einfach ein Sommerfeeling versprüht hat, das ich gerne mitnehmen wollte. Im unteren Bereich des Covers sieht mein ein schottisches Anwesen am dunkelblauen Meer, welche Stimmung und Thema der Geschichte sehr schön wiederspiegeln.

Wer sich, wie ich, für die Themen Archäologie und Schottland begeistern kann, gerne etwas über historische Fakten lernt und auch mit Geistern in Frauenromanen klar kommt, dem sei „Die Geister von Rosehill“ wärmstens empfohlen! 



von Susanna Kearsley
Taschenbuch: 432 Seiten 
Verlag: Piper Taschenbuch (Juni 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492272347 
ISBN-13: 978-3492272346 
Originaltitel: The Shadowy Horses

Rezension vom 04.10.2011

Sonntag, 2. Oktober 2011

Der Trakt - Arno Strobel


Wenn du nicht weißt, wer du bist…

Sybille Aurich erwacht  nach einem Alptraum, in dem ihr kleiner Sohn entführt wird, in einem abgeschlossenen, fensterlosen Klinikraum und wird von einem Arzt aufgeklärt, dass sie zwei Monate bewusstlos war, weil sie überfallen und niedergeschlagen worden ist. Außerdem versucht er ihr zu erklären, dass sie überhaupt keinen Sohn hat. Sybille ist völlig verwirrt und flieht aus dem Krankenhaus, in dessen Keller sie festgehalten wurde. Nun beginnt für sie eine wahre Tortur, denn ihr Ehemann und ihre beste Freundin erkennen sie nicht. Nur mit Hilfe einer resoluten älteren Dame namens Rosie versucht die junge Frau herauszufinden, ob die Geschichte, die ihr der Doktor aufgetischt hat, auch der Wahrheit entsprich und was mit ihrem Sohn passiert ist.

Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, da ich schon so viele positive Meinungen dazu gelesen habe. Das war wohl mein Fehler, denn die Geschichte blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Es beginnt sehr vielversprechend mit der Szene im abgeschlossenen Krankenzimmer und Sibylles Flucht aus diesem. Doch dann wurde es mir ein wenig zu obskur, als sie rein zufällig die alte Dame Rosie trifft, die ihr dann hilft. Mir war leider auch relativ schnell klar, worauf alles hinauslaufen wird und ich sollte Recht behalten.

Der Schreibstil von Autor Arno Strobel hat mir sehr gut gefallen. Manchmal war er mir ein wenig „zu Deutsch“. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber es ist so ein Gefühl, dass sich beim Lesen einstellt. Dabei lese ich sehr viele Bücher von deutschen Autoren.  Es wird sehr leicht und schnell Spannung aufgebaut und das Buch ließ sich insgesamt sehr flüssig und schnell lesen. Dennoch hatte ich zwischendurch das Problem, dass ich das Interesse an der Story verloren habe, aber ich wurde glücklicherweise wieder eingefangen und meine Aufmerksamkeit konnte dann gehalten werden, auch wenn ich wusste, wo die Reise hingeht.

Die Personen waren insgesamt sehr gut konstruiert und ausgefeilt. Die Hin- und Her-gerissenheit von Protagonistin Sibylle war sehr realistisch beschrieben und auch ihre Panik und Ängste kamen sehr glaubhaft herüber. Rosie war mir sehr sympathisch, aber ich weiß nicht, ob es solche Menschen in Wirklichkeit auch geben kann? Rössler war für mich von Anfang an irgendwie ein Mensch, den ich nicht mögen mochte oder konnte. Warum, möchte ich euch hier nicht verraten.

Das der Psychothriller hat ein sehr schlichtes, aber stimmungsvolles Cover. Man sieht ganz unten einen Krankenhausgang mit Linoleumboden, der zu einem hellen Fenster führt. Der Rest des Covers ist schwarz, nur der Buchtitel ist groß, erhaben und in Spotlackoptik aufgebracht. Mir gefällt es wirklich sehr gut.

Ich finde es ein wenig schade, dass meine hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, aber ich wurde trotzdem ganz gut unterhalten, auch wenn mir die Story ein wenig zu vorhersehbar geraten ist. Ich empfehle „Der Trakt“ von Arno Strobel trotzdem gerne weiter, denn ich fand die Thematik und Idee, die dann hinter der Auflösung steckt, eigentlich recht gut gelungen und ich denke, dass es genügend Leser/innen gibt, die nicht sofort hinter die Lösung kommen werden!



von Arno Strobel
Broschiert: 359 Seiten 
Verlag: Fischer; Auflage: 6 (1. April 2010) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3596186315 
ISBN-13: 978-3596186310

Rezension vom 02.10.2011