Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ewiglich. Die Sehnsucht - Brodi Ashton

Wenn die Ewigkeit die Hölle bedeutet

Nikki Beckett kehrt nach einer 100-jährigen Nährung an die Oberfläche zurück. Sie entscheidet sich gegen den Ewiglichen Cole und für eine Verdammnis in den Tunneln, nur um ihm nochmal nahe sein zu können. Ihm, dessen Bild Nikki 100 Jahre lang in der Dunkelheit vor Augen hatte: Ihre große Liebe Jack. Der ihr Herz gebrochen hat. Und dennoch will sie zurück, will noch eine Chance und sei es nur die, sich dieses Mal verabschieden zu können, bevor sie für immer in die Tunnel muss. Doch im Laufe der sechs Monate, in denen Cole Nikki immer wieder zu überzeugen versucht, mit ihm ins Ewigseits zu kommen und dort Königin zu werden, schöpfen Jack und sie Hoffnung, das Schlimmste doch noch abwenden zu können…

Eins vorweg: Ich mochte dieses Buch! Es war zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig durch die unterschiedlichen Zeitschienen, doch daran hatte ich mich sehr schnell gewöhnt. Die Geschichte, so ruhig sie auch war, hat mich berührt und mitfiebern lassen, auch wenn ich nicht ganz so mitgerissen wurde wie bei „Göttlich verdammt“ von Josephine Angelini, mit dem ich „Ewiglich. Die Sehnsucht“ unweigerlich vergleichen musste. Beide bedienen sich Elemente der griechischen Mythologie. Bei „Ewiglich“ ist es der Orpheus und Eurydike Mythos, eine mir, bisher nicht ganz so geläufige griechische Sage, aber eine sehr intensive und schöne, in der es um Liebe und Heldentum geht. Zum Schluss lässt Brodi Ashton auch ägyptische Mythologie miteinfließen, was ich persönlich toll finde, denn das ist auch ein Thema, das mich sehr interessiert.

Der Schreibstil ist sehr einfach, gut und flüssig zu lesen. Ich habe mich sehr schnell in die Geschichte um Jack, Nikki und Cole eingefunden. Das Buch beginnt damit, dass Nikki nach der 100-jährigen Nährung erwacht und sich entscheidet, an die Oberfläche zurückzuwollen. Ab da wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal im Hier und Jetzt und dann vor der Nährung und wie es überhaupt dazu kam, dass Nikki sich auf die Nährung eingelassen hat. Beide Erzählstränge werden aus Nikkis Sicht in der Ich-Perspektive geschildert. Man fühlt mit ihr mit (mehr oder weniger) und begleitet sie auf ihrem Weg zurück ins Leben. Spannend wird es zwischendurch immer wieder, vor allem wollte ich unbedingt wissen, wieso Nikki überhaupt mit Cole mitgegangen ist.

Die Protagonisten Nikki, Jack und Cole haben viel Tiefe und entwickeln sich im Laufe der Story immer weiter. Nikki, die mehr und mehr zu fühlen beginnt, Jack der nicht aufgibt um Nikki zu kämpfen und Cole, der immer wieder versucht Nikki zu sich zu ziehen. Über Nikkis Aussehen erfährt man nicht viel, außer dass sie lange schwarze Haare hat. Cole wird als sehr schön beschrieben und Jack als gutaussehenden, blonden Quarterback. Doch Cole muss sich als Ewiglicher von den Gefühlen anderer Menschen nähren und er hat noch so manch andere Tricks auf Lager. Die Nebenfiguren bleiben dafür leider sehr blass, hier hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht.

Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet. Der graublaue Hintergrund, der rote Granatapfel und das liegende Mädchengesicht heben sich angenehm von der derzeit gängigen Cover-Mode ab. Auch für den Titel wurde eine schöne und angenehme Schriftart gewählt. Sehr gut gelungen!

Abschließend bleibt zu sagen, dass „Ewiglich. Die Sehnsucht“ von Brodi Ashton ein sehr gelungener Auftaktroman zu einer interessanten und spannenden Jugendbuch-Trilogie ist. Der Vergleich mit „Göttlich verdammt“ bleibt nicht aus, aber da die Geschichte anders ist, braucht sie ihn auch nicht zu scheuen! Absolute Leseempfehlung!



von Brodi Ashton
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 
Verlag: Oetinger (Januar 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3789130400 
ISBN-13: 978-3789130403 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Rezension vom 14.12.2011

Vielen Dank an den  Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Ich habe es gerade beendet und bin hin und weg. Muss erstmal kurz sacken lassen und meine Rezi schreiben. Mir hat es sogar noch besser als "Göttlich verdammt" gefallen.

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  2. Ich habs gestern Abend fertig gelesen und es war gut, bis heute mit der Rezi zu warten. "Göttlich verdammt" hatte mich einfach mehr gepackt, aber von der Punktzahl sind beide Bücher bei mir gleichauf^^.

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  3. Das hört sich doch ganz gut an. Bereits auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich das Buch im Blick. Leider ja noch nicht käuflich erwerblich und unbedruckt (die Seiten waren leer, ist aber kaum jemandem aufgefallen). Ich werde es aber auf jedenfall lesen, scheint sich ja trotz kleiner Schwächen zu lohnen. Göttlich verdammt habe ich noch nicht gelesen (werde ich aber noch nachholen), daher werde ich auch keine vergleiche ziehen können. Bin da mal echt gespannt was mich erwartet. Nette Rezi

    LG
    Sandi

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  4. @Sandi
    Danke! Ja, mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es dir wirklich guten Gewissens empfehlen! Aber auch "Göttlich verdammt"!^^ Diese unbedruckten Bücher auf der Buchmesse finde ich auch total lustig! Aber schön, dass man zumindest mal das Cover sehen darf!

    LG
    Kathi

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