Freitag, 9. Dezember 2011

Der Hund vom Teufelsmoor - Tanja Litschel

Hitze, Hund und Mörderjagd 

Eine brütende Hitze liegt seit Monaten über dem Teufelsmoor in der Nähe von Bremen. Auch heftige Hitzegewitter sind an der Tagesordnung. In solch einem Gewitter mit starkem Regen versucht ein schwarzer Lieferwagen Rebecca von der Straße abzudrängen. Doch zum Glück fährt Lukas in seinem alten Ford vor Rebecca her, sie bremst und kracht gegen einen Baum. Lukas eilt ihr zur Hilfe und der schwarze Lieferwagen löst sich in Luft auf. Sonst wäre Rebecca die nächste gewesen, die im Teufelsmoor verschwand, wie schon viele andere vor ihr. Und Polizeihauptkommissar Gässler findet einfach keinen Zusammenhang geschweige denn den Kidnapper. Das Verschwinden reißt nicht ab und mit Lukas Hund scheint seit diesem Tag etwas vor sich zu gehen, was sich keiner so genau erklären kann. 

Tanja Litschel hat mit „Der Hund vom Teufelsmoor“ interessanterweise eine isländische Sage mit brütender Hitze über Bremen zusammengebracht. Für solch ein Thema stelle ich mir immer kühlere Bedingungen vor, aber die Brennu Njals Saga, in der es unter anderem auch um Hunde geht, war trotzdem faszinierend und hat für mich das gesamte Buch ungemein aufgewertet. Ich glaube, mir hat das Buch ganz gut gefallen, weil es außer dem Krimi noch eine Mistery-Komponente gibt, dieses Unerklärliche, Unheimliche, das an der nächste Ecke lauert, das Bedrohliche, das im Teufelsmoor auf den Leser wartet, dies alles hat für mich den Lesespass ausgemacht. 

Der Schreibstil war auch sehr angenehm zu lesen, die Perspektivwechsel, mit denen das Buch gespickt war, hat die ganze Story sehr gut aufgelockert. Zu Beginn haben sich alle Protagonisten am Unfallort getroffen, um dann auseinander zugehen, jeder sein eigenes Leben zu leben und dann irgendwann zum Ende hin wieder aufeinander zutreffen. Man konnte Situationen aus dem Leben von Lukas, Rebecca und Gässler hautnah miterleben und dann auch die Gedanken der jeweiligen Person wurden einem offenbart. Aber die Sprünge zwischen den Protagonisten waren weder verwirrend noch nervig, sondern spannend und sehr gut gemacht. 

Die Personen selbst waren sehr gut ausgearbeitet. Rebecca war mir eigentlich sehr sympathisch, nur ihre Aversion gegen Ärzte konnte ich gar nicht nachvollziehen. Lukas war irgendwie ein kleiner Schlaffi, traumatisches Erlebnis hin oder her, man braucht sich nicht so hängen zu lassen, es geht auch anders. Gässler war aber genau das, wofür Lukas ihn hält: Rambo und ein riesen Ar*******. Dass er so lange bei seinen Ermittlungen im Dunkeln tappte, habe ich ihm richtig gegönnt, nur dass es für alle anderen dadurch gefährlich wurde, fand ich weniger schön. 

Das Cover des großformatigen Taschenbuchs kann mich weniger überzeugen. Dunkle Wolken, ein Blitz und Regen sind aus der Perspektive im Front eines Autos zu sehen. Und natürlich eine graue, nasse Straße. An diesem Buch wäre ich sicherlich vorbei gegangen, ohne es eines Blickes zu würdigen. 

Abschließend würde ich sagen, dass dieser Mistery-Krimi mich sehr gut unterhalten hat, dennoch tendiere ich nur zu dreieinhalb Sternen, da es mich jetzt doch nicht so vom Hocker gehauen hat, wie ich es mir gewünscht habe. Allerdings kann ich „Der Hund vom Teufelsmoor“ getrost allen Krimi-Liebhabern empfehlen, die auch ein wenig Mistery nicht scheuen!



von Tanja Litschel
Broschiert: 247 Seiten 
Verlag: Prolibris Verlag Rolf Wagner; Auflage: 1., Aufl. (19. Oktober 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3935263880 
ISBN-13: 978-3935263887

Rezension vom 09.12.2012

Mein herzlicher Dank geht an   und den 
für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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