Montag, 28. November 2011

Engelsmorgen - Lauren Kate

Engelsgleich und doch so undurchsichtig 

Lucinda Price sitzt in einer kleinen Fischerhütte und erholt sich von der großen Schlacht auf dem Friedhof von Sword and Cross. Daniel schaut nur sporadisch vorbei und geht sonst mit Cam auf die Jagd. Die Beiden beschließen, dass Luce in Kalifornien an einer neuen Schule besser aufgehoben wäre. Daniel lockt Luce nach Kalifornien um sie dort vor vollendete Tatsachen zu stellen, während sie gehofft hatte, ein paar schöne Tage mit ihrem Liebsten zu verbringen. Doch er lässt sie wieder allein und Luce sieht sich in Shoreline einer neuen Zimmergenossin gegenüber, die ein wenig kratzbürstig ist. Eine Besonderheit hat die neue Schule: Es gibt eine Klasse für Nephilim, Menschen mit Engelsblut in ihren Adern, die alle irgendwas Besonderes können. Hier fühlt sich Luce etwas verloren, doch sie beginnt auch viele Dinge über sich, die Schatten und ihre Vergangenheit zu lernen und sie beginnt zu merken, dass Daniel sie anzulügen scheint… 

Die Geschichte setzt ein paar Tage nach den Ereignissen in „Engelsnacht“ ein und führt uns sofort ins schöne Kalifornien an Luces neue Schule namens Shoreline. Hier lernt sie unter den Nephilim neue Freunde kennen und beginnt endlich ein paar Dinge zu hinterfragen. Der Fluch der Daniel auferlegt wurde, bindet die beiden immer noch aneinander, doch die Beziehung ist nicht ganz so einfach. Luce fühlt sich bevormundet und eingesperrt, außerdem streiten sich die Beiden jedes Mal, wenn sie sich sehen. Die kitschigen Momente schlagen immer um in dicke Luft, weswegen sie einigermaßen zu ertragen waren. Natürlich legt Lauren Kate auch in „Engelsmorgen“ viel Wert auf Gefühl, aber es ist nicht mehr ganz so einfach, romantisch und verklärt. Nur wer hier die Antworten auf die aufgeworfenen Fragen aus Band 1 sucht, wird enttäuscht werden! 

Der Schreibstil der Autorin ist wieder einmal sehr schön flüssig zu lesen. Wenn einem die Seiten nur so durch die Finger rauschen und das Buch, wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft, dann hat sie definitiv alles richtig gemacht. Ich konnte mir alles wunderbar vorstellen, jeden Stein, das Meer, die Schatten und auch in Lucindas Gefühlswelt konnte ich eintauchen. Spannung kommt natürlich neben der Romantik auch nicht zu kurz, vor allem wenn es am Ende zum großen Showdown kommt. Aber auch zwischendurch hatte die Geschichte durchaus den einen oder anderen Höhepunkt zu bieten. 

Die Figuren fand ich dieses Mal besser gelungen. Gerade Luce macht eine Entwicklung durch, nimmt nicht mehr alles einfach so hin, was Daniel ihr befiehlt und beginnt selbstständig zu denken. Cam kam leider ein wenig zu kurz, ich hoffe im dritten Band wird ihm wieder mehr Aufmerksamkeit zu Teil. Die neueigeführten Charaktere Shelby, Luces neue Zimmergenossin und Miles, ein sehr netter, cooler Junge haben sich für mich zu richtigen Sympathieträgern entwickelt, die wir hoffentlich in den Folgebänden wiedertreffen dürfen. Daniel wiederum wurde mir immer unsympathischer. Er ist besitzergreifend und nicht ehrlich zu Luce. 

Der Schutzumschlag, in den das Hardcover eingeschlagen ist, ist mal wieder eine wahre Augenweide! Ein Mädchen in einem pompösen, schwarzen viktorianischen Kleid, das uns den Rücken zukehrt steht vor einer grauen Landschaft. Der Titel ist wieder erhaben und in Spotlackoptik aufgebracht. 

Mein Fazit lautet: „Engelsmorgen“ ist eine würdige und sehr schön zu lesende Fortsetzung von „Engelsnacht“, die allerdings auch ein paar Kitschmomente aufweisen kann. Lauren Kate hat das Engelsmotiv wieder sehr gut umgesetzt und man kann sich von ihr in die Welt von Luce und Daniel entführen lassen, die Welt der himmlischen Heerscharen!



von Lauren Kate
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten 
Verlag: cbt (12. September 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3570160785 
ISBN-13: 978-3570160787 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre 
Originaltitel: Torment

Rezension vom 28.11.2011

Mein herzlicher Dank gilt dem cbt-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Hachja das hört sich sooo toll an!!! Mal gucken vielleicht kauf ich mir das Buch vom Weihnachtsgeld :D

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  2. Es war richtig schön (ich denk mir die Kitschmomente einfach weg *lol*). Da kannst du nix falsch machen, wenn du "Engelsnacht" mochtest.

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