Mittwoch, 26. Oktober 2011

Aus Licht gewoben - Alexandra Bracken

Der Zauberer und das Mädchen

Sydelle Mirabil lebt in dem kleinen Dörfchen Cliffton, das seit Jahren von einer unerklärlichen Dürre geplagt wird. Staub und Sand und ihr Webrahmen, sowie ihr guter Freund Henry sind ihre Welt. Bis plötzlich ein junger Zauberer namens Wayland North auf der Bildfläche erscheint und endlich den ersehnten Regen bringt. Dann verlangt er, dass Sydelle ihn begleitet, er reißt sie quasi aus der Mitte ihrer Familie und „springt“ mit dem jungen Mädchen in die Berge. Nun beginnt für Sydelle, aber auch für North eine aufregende und abenteuerliche Reise nach Provincia, die Hauptstadt von Palmarta um der Königin  eine wichtige Nachricht zu überbringen und einen Krieg zu verhindern. Unterwegs verwandeln sich Sydelles Gefühle für North von Abscheu und Hass in etwas anderes, größeres, doch den jungen Zauberer umgibt ein düsteres Geheimnis…

Ich bin mit einigen Vorbehalten an dieses Buch herangegangen, weil ich gehört habe, es wäre eine sehr romantische Fantasygeschichte. Aber glücklicherweise war es nicht ganz so schlimm, wie befürchtet, so dass ich ganz schnell und tief in das Buch abtauchen konnte. Ab und zu gibt es etwas zu kitschig geratene Szenen, z.B. wenn North von seinem „wunderschönen Liebling“ spricht. Da musste ich schon mal die Augen verdrehen, aber im Großen und Ganzen stand die Geschichte in einer schönen Fantasywelt im Vordergrund und diese ist wirklich lesenswert! Das Schöne war auch, dass es sich bei „Aus Licht gewoben“ um High Fantasy mit einer Queste handelt und sowas lese ich unglaublich gerne.

Der Schreibstil war für mich wunderbar angenehm und flüssig zu lesen. Alexandra Bracken hat es geschafft, dass ich in dieses Buch eingetaucht bin und über jegliche Störung mehr als verärgert war. Zum Beispiel, als meine Station kam, an der ich aussteigen musste. Ich wäre viel lieber in der Bahn sitzen geblieben, um weiterzulesen. Ich fand die Handlung sehr spannend und abwechslungsreich, da immer neue Gefahren auf Norths und Sydelles Weg auftauchten. Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Ausführlichkeit und Erklärungen gewünscht, denn wenn North direkt nach einer sehr schweren Verwundung zwar ein wenig blass aussieht, aber trotzdem (im übertragenen Sinn) Berge versetzen kann, habe ich mich doch ein wenig gewundert.

Die Protagonisten selbst waren für mich tief und interessant genug gestaltet, so dass ich mich in sie hineinversetzen konnte. Sydelle ist am Anfang von ihrem Hass getrieben und auch, dass sie verärgert ist, weil North Geheimnisse vor ihr hat, ist für mich völlig nachvollziehbar. Sie benimmt sich nur selten kindisch oder doof, also ihrem Alter von 17 Jahren angemessen, das hatte ich schon lange nicht mehr. North war für mich sehr interessant, denn er ist weder perfekt noch superschön oder sonst was. Er ist ein junger Mann, der sein Päckchen zu tragen hat. Er ist geheimnisvoll und verschlossen, was Sydelle manchmal zur Weißglut treibt. Ein sehr schönes Gespann!

Das Cover ist leider sehr 08/15 ausgefallen. Ein Mädchengesicht im Profil vor einem Sternenhimmel, umrankt von Lichtornamenten, sieht zwar auf den ersten Blick schön aus, hat aber leider überhaupt keinen Wiedererkennungswert. Das ist sehr schade, denn in diesem Buch steckt mehr als die übliche Urban-Romantic-Fantasy Kost, die es derzeit überall zu kaufen gibt.

„Aus Licht gewoben“ von Alexandra Bracken hat zwar einige kleine Schwächen, aber die haben mich nicht weiter gestört, denn man bekommt hier eine sehr schöne High Fantasy Geschichte, in der die Romantik nicht zu kurz kommt und noch vieles darüber hinaus! Ich empfehle dieses Buch gerne weiter, auch an die Romantic-Suspense-Leserschaft! Wer ein wenig High Fantasy Luft schnuppern möchte, ist hier goldrichtig!



von Alexandra Bracken
Taschenbuch: 352 Seiten 
Verlag: Goldmann Verlag (16. Mai 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3442472601 
ISBN-13: 978-3442472604 
Originaltitel: Brightly Woven

Rezension vom 26.10.2011

Vielen Dank an den  Verlag für die Bereitstellung des Buches!

Kommentare:

  1. Das Buck klingt ja recht interessant als kurze Fantasykost, aber das Cover ist mal wieder richtig aussagekräftig. Ich hätte es jetzt auf den ersten Blick eher für irgendeine kitschige (Vampir)romanze gehalten. Ich fühle mich an Winterlicht erinnert.

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  2. Ja, es war wirklich sehr angenehm zu lesen, wenn man mal nichts Anspruchsvolles will. Aber man wird trotzdem sehr gut unterhalten. Ein schönes Buch! :) Ja, bei Winterlicht war das irgendwie das Selbe^^.

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