Mittwoch, 24. August 2011

Ketzerschwestern - Arnulf Zitelmann

Eine fanatische Zeit

Regensburg im Mittelalter: Die Zwillingsschwestern Kathie und Ina leben bei den Schwestern von St. Sixtus, einer Gruppe unabhängiger Beginen, die sich Gott und Hilfsbedürftigen Menschen widmen. Ihr Tagesablauf ist vom Gebet geprägt und Kathie arbeitet im Garten, während Ina lesen und schreiben kann und ihre Zeit in der Schreibstube verbringt. Dies führt aber auch dazu, dass sich Ina in Kreisen bewegt, die von der Obrigkeit verfolgt und verbrannt werden: Die Ketzer. Kathie erkennt wie sehr sich ihre gebildete Schwester von ihr entfernt hat und in welcher Gefahr sie schwebt, vor allem als schwarze Mönche in Regensburg auftauchen und sich der Kaiser zum großen Besuch in Regensburg ankündigt…

Dieses Buch ist anders, als bisher Gelesenes. Es ist ein historischer Jugendroman der auf Authentizität setzt und sich auch einer etwas umständlichen Sprache bedient. Arnulf Zitelmann versucht hier die Atmosphäre des 13. Jahrhunderts in die Neuzeit zu transportieren, was ihm auch ganz gut gelungen ist, doch ich denke, dass es für die Zielgruppe der 14 bis 16-Jährigen etwas zu sperrig geschrieben ist. „Ketzerschwestern“ ist ein Buch, das über weite Strecken leisere Töne anschlägt, aber trotzdem interessant und unterhaltsam ist. Gerade das Leben auf dem Hof der Schwestern von St. Sixtus ist sehr gut beschrieben und man erfährt viel über die damaligen Zustände.

Der Schreibstil ist, wie schon erwähnt, für ein Jugendbuch nicht unbedingt einfach. Es tauchen viele Wörter und Begriffe der damaligen Zeit auf, von denen die meisten aber hinten im Buch, in einem Glossar, erklärt werden. Kathie ist die Ich-Erzählerin und sie erzählt in ihren Worten, wie sie den Alltag, die Gartenarbeit, das Arbeiten im Hospital oder die Gebetsstunden erlebt. Vieles klingt in unseren Ohren etwas geschwollen, aber ich denke, so kommt die Geschichte noch glaubwürdiger herüber. Allerdings ließ sich das Buch nicht so flüssig lesen, wie z.B. „Totenmädchen“ oder „Blutrote Lilien“.

Die Charaktere sind mir die ganze Zeit ein wenig fremd gewesen. Erst als Kathie den Schwestern den Rücken kehrt, also nach etwas dreiviertel des Buches, konnte ich mich besser in sie hineinversetzen. Es gelang mir einfach nicht, mir vorzustellen, wie man keine Männer kennen und insgesamt relativ ungebildet, selbst für die damalige Zeit, sein kann, während die Schwester des Lesens und Schreibens mächtig ist. Ina hingegen war schon eher meine Kragenweite, ein wenig rebellisch und andersdenkend. Ich hätte ehrlichgesagt die Geschichte viel lieber aus ihrer Sicht gelesen. Das wäre ein wenig spannender gewesen. Die restlichen Figuren bleiben die ganze Zeit über sehr blass, so dass sie schon wenige Sätze später wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden waren.

Der Schutzumschlag des gebundenen Jugendbuches ist sehr schön gestaltet. Es ist mir gleich ins Auge gestochen. Schöne Goldornamente sind links und rechts an den Rändern eingeprägt und der Rücken eines jungen, schlicht gekleideten Mädchens ist hier zu sehen. Dunkelgrün ist die dominierende Farbe. Die ersten und letzten beiden Seiten sind wie alte Buchseiten gestaltet und das Buch verfügt über ein goldfarbenes Lesebändchen. Eine rundum gelungene Covergestaltung.

Mein Fazit lautet: Ein interessantes Buch, dass einem die Lebensumstände des 12. Und 13. Jahrhunderts in einer Stadt wie Regensburg nahe bringt, allerdings mit einem eher sperrigen Schreibstil und einer relativ langweiligen Protagonistin.



von Arnulf Zitelmann
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten 
Verlag: Gabriel Verlag; Auflage: 1. (15. Juli 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3522302664 
ISBN-13: 978-3522302661 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre

Rezension vom 24.08.2011

Ich danke recht herzlich   und dem   für die Bereitstellung dieses Buches!


1 Kommentar:

  1. Also ich fand das Buch ehrlich gesagt ziemlich langweilig...Das man das Leben in dieser Zeit kennenlernen kann stimmt schon,aber ich wollte eigentlich ein spannendes Jugendbuch lesen,kein Sachbuch.Die Charaktere waren mir selbst am Ende des Buches immer noch fremd.Also ich würde es nicht empfehlen...

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