Sonntag, 21. August 2011

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett - Kady Cross

Wenn etwas Dunkles in dir lauert und nur darauf wartet, herausgelassen zu werden…

Zwei Seelen wohnen im Körper er jungen Finnley Jayne. Eine Gute und eine Böse, doch in letzter Zeit scheint die böse Seite in ihr immer öfter hervorzubrechen und diese liebt die Gefahr! Somit reagiert Finnley auch auf die unschicklichen Annäherungsversuche ihres Arbeitgebers, Lord Felix, mit Angriff und haut ihn windelweich. Danach flieht sie hinaus in die Nacht, wo sie im Hydepark von einem merkwürdigen Gefährt angefahren wird. Zwei junge Männer, Griffin und Sam, nehmen das verletzte Mädchen mit nach Hause. Der eine ist sehr misstrauisch, der Andere will ihr einfach nur helfen und findet sie interessant, denn er wittert ihr Geheimnis. Doch kann man sicher sein in Finnleys Gegenwart?

Kady Cross hat mich überzeugt! Die Geschichte, die dem Genre Steampunk zuzuordnen ist, hat mich von der ersten Seite an gepackt, so dass ich dreiviertel des Buches an einem Tag durchgelesen habe. Finnley Jayne war für mich ein toller und faszinierender Charakter und die Geschichte selbst wies immer neue Wendungen auf, auch wenn man sich ab einem gewissen Zeitpunkt an denken konnte, worauf das Ganze hinaus läuft. Finnleys Kampf mit sich und ihren zwei Seelen, ihre Zweifel und ihr Misstrauen und auch, dass sie sich zu zwei völlig unterschiedlichen Männern hingezogen fühlt haben für mich die Geschichte über die gesamte Länge interessant gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Er ist flüssig, aber auch ein wenig viktorianisch angehaucht, so dass es einfach authentischer wirkt. Spannung wird gleich von Anfang an erzeugt und auch wenn es mal in ein wenig ruhigere Passagen geht, bleibt es die ganze Zeit interessant, denn es ergeben sich immer neue Hinweise in dem Kriminalfall, in dem die Gruppe um Griffin ermittelt. Diese Gruppe kämpft um die Sicherheit den britischen Empires und die Geschichte ist in dessen Hauptstadt London angesiedelt.

Die Charaktere finde ich durchweg gelungen. Alle sind mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften ausgestattet, haben ihre Marotten, ihre Gedanken und Fähigkeiten und jeder Einzelne von ihnen war mir sympathisch und ich konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen. Ich kann gar nicht genau sagen wer mir von allen am besten gefallen hat. Vielleicht Finnley und Jack Dandy? Oder Griffin und Emily? Keine Chance, ich mag sie alle! Sogar Griffins Tante Cordelia, die am Anfang ziemlich fies zu Finnley ist, hat sich in mein Herz geschlichen.

Der Schutzumschlag ist meiner Meinung nach wahnsinnig toll gestaltet. Hier erkennt man sofort, dass es sich um das Genre Steampunk handelt, denn das Mädchen auf dem Cover trägt einen viktorianischen Zylinder und eine Fliegerbrille. Der Buchtitel ist in pinken Buchstaben und in Spotlackoptik aufgebracht und hebt sich toll vor dem schwarzen Hintergrund ab.

Für mich ist „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ ein überaus gelungener Steampunkroman für jüngeres Lesepublikum, den aber auch ältere Lesehasen begeistern und mitreißen kann, denn er hat eine schöne und spannende Story  und ganz tolle Protagonisten zu bieten. Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht und ich empfehle es allen Fans des Genres sehr gerne weiter, aber auch allen, die es gerne mal mit Steampunk versuchen würden, sich aber bisher noch nicht ran getraut haben!



von Kady Cross
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten 
Verlag: Heyne Verlag (22. August 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3453267400 
ISBN-13: 978-3453267404 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre 

Rezension vom 07.08.2011

Ich danke recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! 

Kommentare:

  1. Bei mir ist das Buch weniger gut weggekommen, fand die Figurenzeichnung doch ein bisschen oberflächlich, aber die Fortsetzung werde ich wahrscheinlich schon lesen, weil ich dir Grundthematik sehr interessan finde und der Schreibstil gut zu lesen ist ^^
    Einen ähnlichen Eindruck haben auf mich "Worldshaker" und "Das Uhrwerk der Nacht" gemacht, vllt sind die beiden Bücher ja was für dich.
    übrigens kann ich dir nur wärmsten die Clockpunk-Antholgie "Uhrwerk Venedig" ans Herz legen.
    LG :)

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    1. Oha, ich konnte mich irgendwie richtig gut in die Personen reindenken, deshalb sind sie wohl so gut weggekommen *g*.
      "Worldshaker" steht bei mir schon im Regal und möchte noch gelesen werden. ;) "Das Uhrwerk der Nacht" bzw. "Uhrwerk Venedig" sagt mir nichts, werde ich aber mal angucken. :) Danke für den Tipp!

      LG
      Kathi

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