Mittwoch, 20. Juli 2011

Dämonengold - Stephan Russbült

Dämonischer Kaugummi

Normalerweise foltert und tötet Baazlabeth Menschen in seinem Dämonenreich. Er zählt zur Rasse der Kriegerdämonen und ist noch dazu ziemlich von sich selbst überzeugt. Bis er eines Tages seiner Lieblingsbeschäftigung, Menschenfolter, entrissen und in eine Welt gerufen wird, um einen Auftrag zu erfüllen. Dieser lautet: Fülle eine Kiste mit 5000 ehrlich verdienten Goldmünzen. Kein Problem, denkt sich Baazlabeth, nachdem er dem Zauberer Nemrothar Rache geschworen hat, doch er muss schon sehr bald feststellen, dass er sich da gründlich getäuscht hat!

Dieses Buch zu bewerten fällt mir ziemlich schwer, denn eigentlich hab ich mich die ganze Zeit geärgert, dass ich immer nur so langsam voran kam mit Lesen. Denn die Geschichte war an sich echt nicht schlecht, doch hat sie sich gezogen wie Kaugummi! Irgendwie hat Baazlabeth mich in seinen Bann gezogen, nur der Schreibstil hat es eher geschafft, dass ich das Buch immer nach einigen Seiten entnervt zur Seite gelegt hab. Es war anstrengend zu lesen, es hatte zu wenig Action und Spannungsmomente, es hat eine Komponente gefehlt, die einen an die Seiten fesselt.

Der Schreibstil an sich war gut verständlich, aber an vielen Stellen langatmig und zäh. Es gab keinen wirklichen Spannungsbogen und oftmals war die Handlung ein vor-sich-hin-Geplätschere. Das finde ich total schade, denn so ein gruseliger und starker Dämon wie Baazlabeth hätte richtig viel Action und Spannung verdient. Erst als Lilith auf der Bildfläche erschienen ist, wurde die Geschichte ein wenig schwungvoller. Sie bringt frischen Wind in die, zu diesem Zeitpunkt, etwas festgefahrene Story.

Die Stadt Brisenburg, in die Baazlabeth gerufen wurde, ist sehr mittelalterlich geprägt und somit bleiben ihm auch nur mittelalterliche Jobs oder Methoden um sich ehrliches Geld zu verdienen. Außerdem hat er zu Beginn und auch im Laufe der Geschichte immer wieder Probleme damit, die Menschen richtig zu verstehen. Denn diese umschreiben Dinge gerne, während Baazlabeth sie lieber beim Namen nennt. Nemrothar ist ein greiser Zauberer, dem Baazlabeth seinen Auftrag verdankt. Er kommt zwar nicht so häufig vor, spielt aber dennoch eine Schlüsselrolle. Der interessanteste Charakter war, neben Baazlabeths Humunkulus aus Brotteig, die kleine Lilith, die sich vor den Menschen versteckt und ganz schön gerissen sein kann.

Die Covergestaltung ist sehr passend zum Buch gewählt worden. Hier ist verschwommen im Hintergrund ein fieser Dämon zusehen, der Goldmünzen in seiner Klauenhand hält. Der Titel und die Goldmünzen sind erhaben eingeprägt. Mir gefällt das Cover außerordentlich gut, denn es ist noch dazu schön düster!

Eigentlich habe ich von „Dämonengold“ einen spannenden Dämonenroman erwartet, der mit viel Action und Humor besticht. Leider wurden meine Erwartungen nicht so wirklich erfüllt und ich war mit der Zeit eher frustriert, weil Baazlabeth und ich einfach nicht vom Fleck kamen, uns immer wieder im Kreis gedreht und nicht so wirklich eine Richtung gefunden haben, in die sich die Geschichte entwickelt.

Mein Fazit lautet also: Sympathischer Dämon und interessante Ausgangslage, auch Humor findet man auf den Buchseiten und doch hielt die Geschichte nicht das, was sie versprach. Hier braucht man viel Geduld und Zeit um sich auf die Figuren einzulassen, trotzdem blieben sie meistens zu farblos für meinen Geschmack! 



von Stephan Russbült
Taschenbuch: 560 Seiten 
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (13. April 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3404200012 
ISBN-13: 978-3404200016 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Rezension vom 20.07.2011

Mein herzlicher Dank gilt dem Verlag  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Kommentare:

  1. Mit Dämonischer Kaugummi hast du wohl den Nagel auf den Kopf getroffen^^

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  2. Sehe ich ganz genauso. Darum war bei mir auch knapp zur Hälfte Schluss. ;-)

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  3. @Bella
    Irgendwie fand ich das auch passend *g*.

    @Soleil
    Ich hab auch ganz ernsthaft darüber nachgedacht, es abzubrechen. Aber irgendwas hat mich doch dazu angespornt durchzuhalten. Aber ich weiß nicht, ob ich nochmal ein Buch von dem Autor lesen möchte.

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