Montag, 23. Mai 2011

Göttlich verdammt - Josephine Angelini

Was ist deine Bestimmung?

Irgendwie war die 16-jährige Helen Hamilton immer anders als die anderen Kids gewesen. Irgendwas unterscheidet das große blonde Mädchen von den Anderen, doch sie selbst ist nie darauf gekommen, was es war. Doch als die Großfamilie Delos aus Spanien auf die kleine Insel Nantucket in vor der Küste Massachusetts ziehen ändert sich alles: Die sonst so auf Unsichtbarkeit zwischen den anderen Schülern bedachte Helen stürzt sich in einem heftigen Wutanfall, wie von Furien getrieben, auf einen der Delos-Jungs, Lucas. Sie will ihn tatsächlich umbringen und Lucas geht es nicht anders. Welches Geheimnis birgt die Delos-Familie und welches Geheimnis steckt tief in Helen selbst, das sie sich nicht eingestehen will?

„Göttlich verdammt“ wanderte schon recht zeitig auf meinen Wunschzettel, verschwand davon aber auch recht schnell wieder, denn ich hatte die Schnauze voll von schnulzigen Jugend-Urban-Fantasy-Romanen à la „Evermore“ & Co. Allerdings gibt es da auch noch Cassandra Clares „City of Bones“, das mir ausgesprochen gut gefallen hat und das das Buch dann eh als Rezensionsexemplar hereingeflattert war, war klar, dass ich es lesen werde. Und ich bin froh, dass ich es getan habe! Die Geschichte um Helen und Lucas ist wirklich hinreißend und vor allem gar nicht schnulzig!!! Okay, ein bissel weniger Angestarre hätte es auch getan, aber das hat mein Lesevergnügen nicht allzu sehr trüben können.

Blitzschnell lässt Josephine Angelinis Schreibstil einen in die Geschichte abtauchen und man wird mitgezogen, wie von einem reißenden Strom. Dagegen anzuschwimmen hatte gar keinen Sinn, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen und weiterlesen! Der Schreibstil selber ist sehr flüssig und einem Jugendbuch angemessen locker, ohne flapsig zu wirken. Durch den auktorialen Erzähler erfährt man viel über die Gedanken und Gefühle aller beteiligten, was einem sehr schnell einen Zugang zu Protagonistin Helen oder auch Lucas verschafft hat. Auch die Dialoge hatten immer etwas Natürliches, nichts wirkte aufgesetzt, so dass ein angenehmes Zusammenspiel aller Komponenten entstand.

Die Personen selber waren ebenfalls sehr natürlich, sowie sehr gut ausgearbeitet. Ihre Handlungen waren plausibel, zumal sie manchmal von einer übernatürlichen Macht gelenkt wurden. Ich konnte mich von Anfang an in Helen hineinversetzen und eine Beziehung zu ihr aufbauen. Nur ihre merkwürdige Angst, von anderen angestarrt zu werden, blieb ziemlich lange ein Rätsel. Helens anfänglicher Hass auf Lucas, der sich nach einem einschneidenden Erlebnis langsam Liebe verwandelt, war eine angenehme Abwechslung in den ewig gleichen Liebesgeschichten, die derzeit den Buchmarkt überschwemmen. Auch Helens Freundin Claire oder die gesamte Delos-Familie waren sehr gut angelegte Figuren, die ihren Anteil dazu beitrugen, dass die Story immer interessant und lebendig blieb. Vor allem den stolzen und manchmal etwas kopflosen Hector habe ich neben Helen und Lucas sehr in mein Herz geschlossen.

Die Aufmachung des Buches ist superschön! Hier wurde alles richtig gemacht! In Anlehnung an die griechische Mythologie, die in dem Buch eine große Rolle spielt, rankt sich ein goldener Rahmen mit mythologischen Symbolen um ein halbes Mädchengesicht mit blondem Haar. Das Cover fängt die Stimmung des Buches, die manchmal mystische Züge annimmt, sehr gut ein.

Ich mochte „Göttlich verdammt“, denn neben einer sympathischen Protagonisten, griechischer Mythologie und einer tollen Kulisse bot das Buch viel Spannung und ein zauberhaftes Liebespaar. Zum Schluss erinnerte es mich allerdings sehr an „City of Bones“, darum sei es allen, denen ebendieses Buch gefallen hat, sehr ans Herz gelegt!



von Josephine Angelini
Gebundene Ausgabe: 494 Seiten
Verlag: Dressler (Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791526251
ISBN-13: 978-3791526256
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Starcrossed

Rezension vom 23.05.2011

Ich danke der Verlagsgruppe  herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Mhhhh... irgendwie kommen wir beide nur selten auf einen Nenner. ;)
    Ich bin jetzt auf den letzten hundert Seiten und bisher sagt mir "Göttlich verdammt" gar nicht zu. Die Idee und den mytologischen Hintergrund finde ich total klasse. Aber der Schreibstil, schon auf den ersten Seiten tat ich mich damit schwer - immer diese ständigen Namenswiederholungen, das las sich für mich holprig. Zwischendurch wird es dann besser. Auch was die Erzählperspektive betrifft kann ich nicht ganz zustimmen. Gefühle und Gedanken gehen mir hier nicht tief genug. Zumindest spüre ich von Helens Seite kaum Gefühle. Es kribbelt weder ect. sie denkt immer nur ich würde ihn gern küssen etc., fühlen tue ich es kaum (vielleicht brauche ich es ein bisschen schnulziger, tiefer) - und nicht umsonst gilt der auktoriale Erzähler, als am enferntesten von den Personen - man kann zwar in mehrere Köpfe gleichzeitig blicken, aber die Erzählweise ist mehr von den Personen weg, als es beim Ich- oder personellen Erzähler der Fall ist. Manchmal dachte ich auch, die Autorin konnte sich nicht so recht für einen Erzählstil entscheiden... Na, mal sehen, ob mich der Rest noch ein wenig begeistern kann.
    LG Reni

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  2. Hi Reni,
    haha, du hast recht, wir sind sehr häufig entgegengesetzter Meinung (Ich mochte auch FdK 4^^). Ich war ja total skeptisch, als ich das Buch begonnen hab, aber mich hat es dann richtig gepackt! Der Erzählstil hat mir total zugesagt und ich war so unendlich froh, dass es nicht vor Schmalz und Kitsch troff! Das hätte sich mit mir nich gut vertragen *g*. Ich fand schon das Angetarre ein wenig zu viel. Stimmt, manchmal hat sie sich ein wenig zum personellen Erzähler hinbewegt, aber überwiegend wars dann zum Glück doch der Auktoriale, den mag ich einfach lieber. Wenn es dir jetzt nicht gefällt, dann wird dir auch der Schluss nicht gefallen, schätze ich!^^

    LG
    Kathi

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  3. Leider war es bei mir genau das Gegenteil - aber naja... ich bin heute abend viell durch und dann bin ich froh - wenn es eine Liebesgeschichte gibt, dann muss sie für mich auch gefühlvoll erzählt sein. Das ist hier nichts halbes und nichts ganzes. Mir geht das angestarre, ER hat ja so blaue Augen etc. und warum küsst er mich nicht? irgendwie auf die Nerven. Auch wenn es dazu bestimmt einen sehr guten Grund gibt, der natürlich schön hinausgezögert wird ... und ja, das mit dem personellen Erzähler stimmt, das hat mich zwischenzeitlich wirklich irritiert... Ach, und trotzdessen eine schöne und ausführliche Rezi, obwohl wir uns nicht einig sind. ;)

    LG Reni

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  4. Ich war auch sofort begeistert, und das passiert mir bei Jugend-Romantasy eher selten. Aber ich bin froh, das Buch für mich entdeckt zu haben.

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  5. @Reni
    Ich danke dir! :-* Ich hab wirklich gerne eine Liebesgeschichte in einem Buch dabei, aber sie darf nicht im Mittelpunkt stehen. Es muss drum rum einfach noch viel mehr passieren, als nur angeschmachte und rumgeknutsche, das nervt mich irgendwann dann gewaltig^^. Deshalb les ich auch keine Liebesromane.

    @Friedelchen
    Ja, so ging es mir auch. Das hatte ich das letzte Mal bei "City of Bones", dass es mich so gepackt hatte, also zumindest was den Jugend-Romantasy-Bereich angeht *g*.

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  6. Naja, das muss die Liebesgeschichte bei mir auch nicht, aber wenn es eine gibt, dann muss sie für mich auch das gewisse Etwas haben ... Naja, Geschmäcker sind halt verschieden, da kann man nicht dran rütteln ;) ... und hey die City of Bones Bücher fand ich auch total Klasse, freue mich schon riesig auf Teil 4... :)

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