Sonntag, 24. April 2011

Der Name des Windes - Patrick Rothfuss

Mein Name ist Kvothe. Ihr habt womöglich schon von mir gehört…

In einem abgelegenen Wirtshaus versteckt sich der womöglich größte Magier seiner Zeit unter dem Decknamen Kote vor der Welt. Doch plötzlich tauchen dämonische Spinnen auf den, eh schon unsicheren, Straßen der Gegend auf und Kvothe macht sich daran, sie zu beseitigen. Dabei lernt er den Chronisten kennen, der ihn überredet, seine Geschichte aufschreiben zu dürfen. Langsam versinken Kvothe, sein Schüler Bast und der Chronist in den Anfängen von Kvothes Leben, auf dem Weg dorthin, wo er zu dem wurde, was er nun ist: Der größte Magier seiner Zeit! Und dieser Weg war steinig…

Zu allererst muss ich sagen, dass ich dieses Buch schon zum zweiten Mal gelesen habe. Das erste Mal auf Englisch und nun nochmal auf Deutsch und seine Magie ist ungebrochen! Kvothes Geschichte nimmt einen ab der ersten Seite gefangen, schubst einen in einen Strudel der Gefahren, der Abenteuer und der Musik, die das frühe Leben des angehenden Magiers bestimmen. Und natürlich das Lernen verschiedener Künste steht hier im Mittelpunkt. Aber es ist nicht so, wie in anderen Geschichten, denn Kvothe ist zwar sehr begabt und mittelos, aber er muss einige Fehl- und Rückschläge einstecken, es läuft nicht alles so reibungslos, wie es bei den meisten Helden der Fall ist. Und auch das Mädchen entschlüpft ihm immer wieder.

Der Schreibstil von Patrick Rothfuss ist einmalig gut! Ganz mühelos und flüssig lotst er denn Leser durch die Seiten seines Buches, immer darauf bedacht, die Spannung hoch zu halten und mir kam es vor, als wäre das seine leichteste Übung! Bevor Kvothe seine Geschichte beginnt, werden die Ereignisse rund um Kotes Wirtshaus aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschildert, während Kvothe erzählt, ist er natürlich der personelle Ich-Erzähler, aus dessen Perspektive man alles erlebt. Natürlich weiß Kvothe zu diesem Zeitpunkt schon, was alles geschehen ist und greift auch manchmal den Ereignissen voraus oder schürt mit geschickt eingestreuten Bemerkungen die Neugier des Lesers.

Die Figuren, vor allem die Kvothes, sind so gut und facettenreich ausgearbeitet, wie man es sich nur wünschen kann! Schnell stellt man eine Sympathie zu Kote/Kvothe her und beginnt mit ihm mit zu fiebern. Für die Dorfbewohner ist er einfach nur der Wirt Kote, aber für Bast und den Chronisten ist er der Mann, um den sich schon seit seiner Jugend Heldensagen rankten, der Junge der loszog, um den Namen des Windes zu lernen. Sein Schüler Bast ist von eher aufbrausender Natur, der versucht seinen Meister vor seinem eigenen Abgrund zu bewahren. Der Chronist ist der Schreiber, ein ruhigerer Geselle, er ist da, damit wir diese Geschichte lesen können.

Der Umschlag dieses Hardcovers ist eigentlich relativ schlicht gehalten. Im Mittelpunkt steht der Titel des Buches in einem, mit rot-bräunlichen Ornamenten umrankten Rondell auf sandbraunem Untergrund. Darunter steht eine einsame, dunkle Gestalt mit Umhang und Stab, die in die Ferne blickt. Mir gefällt dieses Cover total gut, denn irgendwie schafft es, die Stimmung des Buches einzufangen.

„Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss ist ein Buch, dass man Liebhaber der klassischen Fantasy unbedingt gelesen haben sollte, denn es ist tatsächlich das Beste, was der Fantasy Markt derzeit zu bieten hat! Eine Geschichte, wie der Wind selbst: grenzenlos gut!




von Patrick Rothfuss
Gebundene Ausgabe: 863 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 9. Aufl. (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 360893815X
ISBN-13: 978-3608938159
Originaltitel: The Name of the Wind

Rezension vom 24.04.2011

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