Samstag, 15. Januar 2011

Evermore. Die Unsterblichen - Alyson Noël

Die Sprache der Blumen

Die 16-jährige Ever hat bei einem Autounfall ihre gesamte Familie verloren. Nur sie ist allein in einem Leben zurückgeblieben, das sie hasst. Nun lebt sie bei ihrer Tante Sabine in Orange County und hat hellseherische Fähigkeiten, die unkontrolliert auf sie einwirken und ihr Leben zur Hölle machen. Eigentlich ein hübsches Mädchen, versteckt Ever sich unter Kapuzenpullis und schottet sich durch ihren IPod von ihrer Umgebung und ihren Mitschülern ab. Nur in den Außenseitern Miles und Haven hat sie zwei Freunde. Auch spricht sie immer mit ihrer kleinen, toten Schwester Riley, die sie öfter besuchen kommt. Als der geheimnisvolle und schöne Damen an ihrer Schule auftaucht, entbrennt auch zwischen den Freunden Missgunst und Zwietracht und Ever weigert sich zuzugeben, dass Damen mehr ist, als nur ein neuer Mitschüler. Er versucht sie mit roten Tulpen und schönen Ausflügen für sich zu gewinnen, aber die ebenso geheimnisvolle Drina mischt sich immer ein und versucht ihre aufkeimende Liebe zu sabotieren. Welches Geheimnis verbergen Damen und Drina?

Alyson Noëls Jugend-Urban-Fantasy Roman entspringt einer sehr schönen und kreativen Idee. Diesmal spielen nicht die Vampire oder Werwölfe die Hauptrolle, sondern Unsterbliche und die Welt der übernatürlichen Wesen wird von einer neuen Seite beleuchtet. Leider hapert es etwas an der Umsetzung. Die ersten zweidrittel des Buches plätschert die Geschichte, wie ein kleines Rinnsal, träge vor sich hin. Es passiert kaum etwas Interessantes oder spannendes. Erst im letzten Drittel nimmt das Buch endlich Fahrt auf und ich konnte endlich einen Bezug zur Geschichte aufbauen, was „Evermore“ vor einer schlechten Bewertung bewahrt hat!

Ever ist eine 16-Jährige, die alles verloren hat und deren Leben sich grundsätzlich verändert hat. Sie lebt in ihrer Trauer und ihrem Schmerz, klammert sich an die Besuche ihrer Geister-Schwester Riley und gibt sich selbst die Schuld am Ableben ihrer Familie. Warum, erfährt man aber erst ganz zum Schluss. Durch ihre Gabe, Gedanken und die Aura von anderen Menschen lesen zu können, fühlt sie sich als Freak, dem kein normales Leben möglich ist. Aber Ever ist auch stur, weshalb sie auch die Hilfe einer Hellseherin lange ausschlägt und sich stattdessen in ihr Selbstmitleid flüchtet. Die Person ihrer Schwester Riley fand ich sehr gelungen. Die meiste Zeit etwas nervig, wie kleine Schwestern eben so sind, aber auch klug und eher einsichtig, als ihre große Schwester. Riley verleiht der Geschichte etwas Pepp, ohne den ich das Buch mit Sicherheit nach einigen Seiten zur Seite gelegt hätte! Miles und Haven sind zwar oft präsent, bleiben aber meiner Ansicht nach, sehr schwach und unausgegoren. Ihnen fehlt es an Schärfe, die den Figuren gut getan hätte. Damen bleibt auch die meiste Zeit über nicht greifbar und geheimnisvoll. Sein ständiges hin und her, ging mir irgendwann auf den Keks und zumindest Drina gab seiner Gestalt etwas Interessantes. Sie selber ist eine fiese, zickige Person.

Die Covergestaltung passt wunderbar zum Buch und wenn man es beendet hat, kennt man auch die Bedeutung der roten Tulpe. Das Cover selber ist in schwarz gehalten, auf dem in heller Schrift der Titel und die rote Tulpe prangt. Am oberen Buchrand verschwinden dunkle Vögel in hellem Nebel.

Alles in Allem lässt mich „Evermore. Die Unsterblichen“ etwas zwiegespalten zurück. Eigentlich mochte ich die Idee, der die Geschichte zu Grunde liegt, nur war deren Umsetzung am Anfang wirklich mangelhaft! Dennoch hatte sie irgendwas an sich, das mich weiterlesen ließ und der Schluss hat mir dann auch wirklich gefallen. Das Buch gehört bestimmt nicht zu meinen Lieblingsbüchern, aber da es zu einer Reihe gehört, möchte ich schon wissen, wie es mit Ever und Damen weitergeht!



von Alyson Noël
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Page & Turner (2. November 2009)  
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442203600
ISBN-13: 978-3442203604
Originaltitel: Evermore
Rezension vom 15.01.2011

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