Sonntag, 31. Oktober 2010

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie - Lauren Oliver

Psycho, Psycho, qu’est que c’est?

Samantha Emily Kingston – toll, beliebt, zickig, oberflächlich, gemein und ein Teil des Viererpacks Lindsey, Elody, Ally und Sam. Die beliebtesten Zwölftklässlerinnen an ihrer Schule, die, die sich alles herausnehmen können, den besten Tisch in der Mensa und die coolsten Typen der Schule als Freund haben. Der Valentinstag ist für die Vier immer einer der wichtigsten Tage in der Schule, denn an der Anzahl der Rosen, die jemand bekommt, kann sein Beliebtheitsgrad abgelesen werden. Juliet, eine Mitschülerin der Mädchen, bekommt immer nur eine einzige Rose. Und zwar von den Vieren mit einem höhnischen Spruch garniert. Am Abend steht eine Party auf dem Programm. Kent McFuller, ein ehemaliger Freund Samanthas aus Kindertagen, lädt sie persönlich ein. Sieben Jahre lang redet Sam schon nicht mehr mit Kent, denn er ist nicht cool genug für das beliebte Mädchen. Nach der Party soll es mit Sams Freund Rob die Nacht der Nächte für Sam werden, doch es kommt alles ganz erschreckend anders, denn Lindsey setzt das Auto gegen einen Baum. Und Sam erwacht am gleichen Tag, am gleichen Morgen wieder in ihrem Bett um den Tag nochmals zu durchleben…

In Lauren Olivers Debutroman „Wenn du stirbst…“ dreht sich die Welt um die Vier Mädchen und den schleichenden Prozess der Erkenntnis. Sam erwacht insgesamt sieben Mal am gleichen Morgen, bis sie versteht, was sie tun muss, um endlich ihren Frieden zu finden, denn eigentlich ist sie ja bei diesem Autounfall mit Lindsey, Ally und Elody ums Leben gekommen.

Dieses Buch lässt einen ganz nachdenklich und mit einem flatternden Gefühl im Bauch zurück. Die ersten paar Kapitel kann man Sam und Lindsey nicht mögen, doch mit der Zeit beginnt Sam zu begreifen, dass sie grausam zu allen anderen war und somit das Wichtige im Leben nicht gesehen hat. Sie wird von Seite zu Seite immer sympathischer, die Geschichte schreitet voran, man wird traurig, Schmetterlinge fliegen im Bauch herum, man hofft, es möge doch noch gut ausgehen für Samantha Kingston und in irgendeiner Weise tut es das ja auch.

Der Erzählstil der jungen Autorin ist sehr schön. Es wird auch der Perspektive von Sam erzählt, sie erzählt, was ihr passiert, was sie denkt und fühlt. Da es ein Jugendbuch ist, ist der Schreibstil nicht zu schwierig und lässt sich wunderbar flüssig lesen.

Die Charaktere sind alle sehr detailreich ausgearbeitet und die Grausamkeit der Mädchen kommt stark zur Geltung. Die Opfer der Vier lernt man mit der Zeit immer besser kennen und hat sehr viel Mitleid mit ihnen. Selbst die Nebenfiguren haben ihren Charakter und ihre Eigenarten und kommen nicht zu kurz.

„Wenn du stirbst…“ ist ein Hardcover Buch, dessen Schutzumschlag ganz einfach in einem hellen Perlmuttton gehalten ist, auf dem der vermutlich längste Buchtitel in schwarzen Lettern prangt, den ich jemals im Regal stehen hatte. Daneben steht in hellen Buchstaben der Name der Autorin. So einfach das Cover gestaltet ist, so groß ist dessen Wirkung allerdings: Es sieht toll aus!

„Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ ist das wohl wundervoll aufrüttelnste Buch, das ich seit langem gelesen habe!



von Lauren Oliver
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551582319
ISBN-13: 978-3551582317
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 15 Jahre
Originaltitel: Before I Fall

Rezension vom 31.10.2010

Kommentare:

  1. Hach, das steht auf Englisch in meinem Regal und wartet darauf, gelesen zu werden. Jetzt hab ich das "Psycho Killer" Lied im Kopf :-)

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  2. Das Buch klingt sehr interessant. Danke für diese Rezi...ich werde es mir wohl besorgen...wahrscheinlich dann auf Englisch :)

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  3. Schön, das es dir gefallen hat.
    Ich hab's angefangen und wieder aufgehört, weil es mich überhaupt nicht angesprochen hat.
    Vielleicht versuche ich es demnächst nochmal. ;)
    Lieben Gruß,
    Jessica

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  4. Es wäre sehr schade, vielleicht magst du dem Buch ja wirklich nochmal ne Chance geben. Manchmal ist es einfach die falsche Zeit für ein Buch. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich auch verschieden und das ist gut so!

    LG
    Kathi

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