Sonntag, 17. Oktober 2010

Valley - Tal der Wächter - Jonathan Stroud

Wer die Grenzen des Tals überschreitet, muss eines grausamen Todes sterben!

Als Zweitgeborener des Familienoberhaupts Arnkel, blickt der 14-jährige Hal Svensson in keine allzu rosige Zukunft. Er ist klein, drall und zu kurzbeinig geraten und muss auf sich, zum Ausgleich, mit allerlei Schabernack aufmerksam machen. Hal wächst mit den großen Heldensagen um den Helden Sven, den Begründer seines Hauses und Troldbezwinger, auf und will ihm nacheifern. Gelegenheit bekommt er dazu, als Olaf Hakonsson nach einem Festessen seinen Onkel Brodir vor seinen Augen ersticht. Hal zieht alleine und unbemerkt ins Untertal, um seinen Onkel zu rächen. Was er hier erlebt, wird ihn von Grund auf verändern, doch sein Mut verlässt ihn nie, vor allem wenn es um die hübsche Aud, seine Freundin, geht! Mit ihr beschließt Hal, dem beengten Tal zu entkommen, doch sie wissen nicht, auf was sie sich da einlassen!

Jonathan Stroud ist ein bildgewaltiger und wortgewandter Erzähler! Er versteht es die Geschichte um den kleinen Hal mit den alten Heldensagen zu verweben und erschafft eine ganz eigene, großartige, wenn auch sehr beengte Welt in dem Tal, das von 12 unterschiedlichen Häusern beherrscht wird, die von den alten Helden aus den Sagen abstammen. Der Erzählstil ist sich bildlich und die Kapitel sind sehr flüssig zu lesen. Jedem Kapitel steht ein kleiner Teil einer Heldensage um Sven voran, auf die dann das Geschehen um Hal folgt. So wird Mythologie mit Ereignissen verbunden, so dass man Hals Beweggründe gut verstehen kann. Auch seine Enttäuschung, als er einsehen muss, dass Sagen, Sagen sind und oft ein wenig übertreiben.

In der ersten Hälfte des Buches schreitet die Geschichte ein wenig schleppend voran, doch ab dem Zeitpunkt, an dem Hal auszieht, seinen Onkel zu rächen überschlagen sich die Ereignisse. Nun konnte ich das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen, die Spannung wuchs von Seite zu Seite und die Zeilen flogen unter meinen Augen nur so dahin.

Die Hauptfiguren Hal und Aud sind wunderbar beschrieben und dargestellt. Man kann sich mit Beiden sehr gut identifizieren und vor allem bei Hal kann ich gar nicht verstehen, warum ihn keiner so wirklich mag. Er ist einfach anders als die Anderen und das muss der Hauptgrund gewesen sein. Da Aud in ihrer Denkweise auch anders ist, ist es nicht verwunderlich, dass die sie schnell zueinander gefunden haben. Aber auch die Nebenfiguren wie Hals Bruder Leif oder seine Mutter Astrid, Hord Hakonsson und sein Sohn Ragnir haben alle ihre eigenen Charakterzüge und wurde genauso liebevoll ausgestaltet wie die Aud und Hal.

Die Aufmachung des gebundenen Buches ist wunderschön! Ein Schmuckstück für jedes Bücherregal, denn der Schutzumschlag ist in dunklen Grün- und hellen Beigetönen gehalten und zeigt nebelverhangene Baumwipfel, sowie eine einsame, in eine Kutte gehüllte Gestalt auf einem Felsvorsprung. Über dem Titel prangt ein, an die nordische Mythologie angelehntes, kleines Drachensymbol. Das Alles wird von glänzendem Gold eingerahmt und wirkt sehr mystisch.

Dieses Buch entfaltet seine Magie erst in seiner zweiten Hälfte, aber es lohnt sich, bis dahin vorzudringen, denn was den Leser dann erwartet, ist Spannung und Mystik pur! Insbesondere das Ende lässt einen die Luft anhalten und dann sehr nachdenklich mit dem tieferen Kern der Botschaft des Autors zurück!




von Jonathan Stroud
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: cbj (26. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570134938
ISBN-13: 978-3570134931
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 12 Jahre
Originaltitel: Heroes of the Valley

Rezension vom 17.10.2010

Mein herzlicher Dank gilt dem cbj-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich muss eine Präsentation über diese Buch halten, und bin dabei zufälling auf deinen Blog gestoßen. Ich bin beeindruckt von deinen Rezensionen. Wo bekommst du bloß die ganzen Rezensionaexemplare her?
    Etwas Kritik möchte ich dennoch üben.
    Ich finde du könntest bei deinen Einleitenden Sätzen über den Inhalt etwas weniger über die Story verraten. Bei "Prinz der Dunkelheit" war ich etwas enttäuscht, gleich zu wissen das er ein Prinz ist der sich mit seinem Vater gestritten hat. Ich lasse mich gern überraschen, weshalb ich "Valley-Tal der Wächter" gerne mag. Es wird hinten nur wenig verraten und die ganze Gschichte um Brodir, Olaf und die Hakonssons liest man selbst.
    Alles im allem werde ich deinen Blog ab jetzt verfolgen. :)

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    1. Hallo Wintersturm,
      erstmal herzlich Willkommen bei mir auf meinem Blog! Freut mich sehr, dass du jetzt öfter vorbeischaust!

      Ich kann dir versichern, dass ich in meinen Rezensionen absolut nichts spoiler, was nicht auch entweder im Klappentext bzw. Kurzbeschreibung, oder höchstens im ersten Viertel oder Fünftel des Buchss verraten wird! Da achte ich penibel darauf! Die Überraschung wird dir also garantiert nicht verdorben!

      Die Reziexeplare kommen von verschiedenen Stellen wie vorablesen, bloggdeinbuch oder eben den Verlagen selbst. Aber ich kaufe den Großteil meiner Bücher selbst oder lasse sie mir schenken.^^

      LG
      Kathi

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