Freitag, 22. Oktober 2010

Morbus Dei: Die Ankunft - Zach/Bauer

Im Wald lauert das Grauen…

Der junge Johann List ist ein Deserteur und auf der Flucht in ein verschneites Tyroler Tal geraten. Der Winter hat ihn überrascht, er wank verletzt und mit letzter Kraft auf ein Bauernhaus zu, um auf dessen Stufen die Besinnung zu verlieren. Die nächsten Tage kämpft Johann um sein Leben und wird von liebevoller Hand gepflegt. Als er alleine in einem Zimmer aus seinem Delirium erwacht, macht er sich auf die Suche nach seinen Wohltätern. Die Dorfbewohner stehen ihm zuerst feindlich gegenüber und benehmen sich sehr merkwürdig. Sie haben alle Schutzzeichen an ihren Türen und bitten Gott im Gebet um Schutz vor ihnen. Doch wer sie sind und dass sie oben im Wald lauern, wollen die Dörfler ihm nicht so einfach verraten. Johann verliebt sich in Elisabeth und als beide aus dem Dorf fliehen wollen, passiert etwas Schreckliches…

„Morbus Dei: Die Ankunft“ ist ein Mistery-Thriller, der wie ein Film konzipiert ist. Spannende Szenen und rasante Perspektivwechsel geben sich die Klinke in die Hand. Die Autoren Bastian Zach und Matthias Bauer sind ein eingespieltes Team, dem es gelingt Spannung und eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die einem einen eiskalten Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt.

Das große Fragezeichen, das über Dreiviertel des Buches schwebt, ist: Wer sind sie? Die unsichtbare Bedrohung, die im Wald hinter den Grenzen des Dorfes lauert. Der furchtbare Schrecken, über den die Dörfler nicht zu sprechen wagen. Es wird zwar aufgeklärt was sie sind, jedoch gibt es keine richtige Erklärung warum sie so sind. Es ist die Gottesgeißel.

Der Erzählstil ist flüssig und so lässt sich das 289-Seiten starke Buch wunderbar lesen. Eine leicht österreichische Einfärbung findet man, was die Sprache aber umso sympathischer und authentischer macht.

Die Protagonisten sind alle sehr gut herausgearbeitet. Johann List kann sehr viel, ist charismatisch und sympathisch, allerdings mit einer Vergangenheit, die er gerne hinter sich lassen würde. Elisabeth ist das hübscheste Mädchen im Dorf und die Tochter seines Gutsherrn, des Bauern Karrer. Dieser ist grobschlächtig, brutal, egoistisch und ein schlechter Vater, unter dem Elisabeth zu leiden hat. Den Pfarrer umweht ein düsteres Geheimnis.

Das Cover des Buches passt zur düsteren Stimmung im Dorf: Mystisch prangt eine dunkle, in eine Kutte gehüllte Gestalt auf dem Buchdeckel. Ihre grauen, mit schwarzen Adern durchzogenen Hände umklammern ein altes, in Leder gebundenes Buch, ihr Gesicht wird Großteils von einer Kapuze verhüllt. Der Titel prangt in roten Lettern über dem Kopf der düsteren Gestalt, die die Fantasie beflügelt und in meinem Kopf Purzelbäume schlagen lässt.

Mein Fazit zu „Morbus Dei: Die Ankunft“, erschienen im Haymon Verlag, lautet: Spannung und Mistery pur, bis zum Schluss und noch darüber hinaus… uneingeschränkte Leseempfehlung!



von Bastian Zach und Matthias Bauer
Taschenbuch: 296 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1., Aufl. (16. Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852188466
ISBN-13: 978-3852188461

Rezension vom 22.10.2010

Herzlichen Dank an den Haymon Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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