Dienstag, 28. September 2010

Pech und Schwefel - Annette Eickert

Nichts kann sie trennen!

Die Zwillingsbrüder Nomarac und Ronor finden sich plötzlich, nach einer furchtbaren Nacht unter den Trümmern ihres Elternhauses in der Stadt Mayonta wieder. Ihr Vater, der Hohepriester Joseias und ihre Mutter sind von einer wütenden Meute Aufständischer getötet worden. Jetzt müssen sich die 8-jährigen Zwillinge alleine durch die große Stadt des Landes Leven’rauka schlagen und diese meint es wirklich nicht gut mit ihnen. Keiner glaubt ihnen die Geschichte ihrer edlen Herkunft, sie werden davon gejagt und landen im Gefängnis. Einem seltsamen Zufall haben es die Brüder zu verdanken, dass sie von Yaentas und Liehshy aufgenommen werden. Haben sie nun ein neues zu Hause gefunden?

Annette Eickert schreibt sehr fantasievoll und nutzt die Sprache geschickt, um lebhafte Bilder im Geist des Lesers entstehen zu lassen. Manchmal ist es jedoch zu viel des Guten und der Stil wirkt dann ein wenig unnatürlich. Das Schicksal der beiden Brüder ist sehr traurig und beschwerlich und die Autorin beschreibt das harte Leben der Beiden sehr glaubhaft. Sie treffen unterwegs auf fiese Gestalten, die ihnen nur an den Kragen wollen, bis sie endlich einmal einer schönen jungen Frau begegnen, die ihnen freundlich gesinnt ist. Das war schon eine fiese Aneinanderreihung von Zufällen oder Begebenheiten.

Die Hauptfiguren, die beiden Zwillinge, sind sehr liebevoll konstruiert, ihre Gefühle gut beschrieben, was sie lebendig werden lassen. Allerdings halten sie sich sehr oft an den Händen, was ich jetzt von Jungen eher weniger erwarten würde. Sie strahlen auch sehr viel und diese beiden Eigenschaften begleiten einen durch das ganze Buch. Die Nebenfiguren bleiben daneben ein wenig blass, ich hätte gerne noch etwas mehr über Liehshy und Weecran erfahren.

Die Fantasy Welt die die Autorin mit Zanthera erschaffen hat, wird zu Beginn des Buches durch einen gezeichneten Ausschnitt einer Landkarte veranschaulicht. Ein wenig erfährt man auch über die Geschichte des Landes und wie es um die Völker der Raukarii, dem Nomarac und Ronor angehören, der Iyana und der Menschen bestellt ist. Dies alles und auch die Legenden um deren Entstehung sind sehr fantasievoll ausgestaltet und gezeichnet. Es macht Spaß etwas über die Welt, in der die Zwillingsbrüder so brutal behandelt werden, zu erfahren. Den Abschluss bildet ein Glossar, das nochmal alle wichtigen Begriffe rund um Zanthera aufgreift und erklärt.

Die Buchcovergestaltung ist toll gelungen. Hier prangt das Zeichen des Feuergottes, ein goldenes rundes Wappen, das einen Drachenkopf zeigt, über dem schwungvoll geschriebenen Buchtitel. Der Hintergrund ist in rot und schwarz gehalten und sticht sofort ins Auge.

Das Fantasy Buch „Pech und Schwefel“, das im NOEL-Verlag erschienen ist, entführt den Leser in eine schöne Fantasy Welt und erzählt eine bewegende Geschichte über Bruderliebe und Freundschaft, die über kleinere sprachliche Mängel gerne hinwegsehen lässt!



von Annette Eickert
Taschenbuch: 249 Seiten
Verlag: NOEL-Verlag (Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940209546
ISBN-13: 978-3940209542

Rezension vom 28.09.2010

Ich bedanke mich herzlich bei Annette Eickert für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich auch noch hier liegen. Bin schon gespannt. Hab es bislang nur angelesen und das klang schon super.

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