Mittwoch, 22. September 2010

Puerta Oscura. Totenreise - David Lozano Garbala

Zur Hölle mit dem Bösen!

Pascal ist ein ganz normaler 15-jähriger Junge in Paris. Er hat in Dominique und Michelle nette Freunde, mit denen er viel Zeit verbringt. Michelle ist für ihn sogar mehr, als nur eine Freundin und er wartet sehnsüchtig auf ein Zeichen von ihr. Zu Halloween nimmt Michelle Pascal und Dominique auf eine Gothic-Party ihres Schulfreundes, Jules, mit. Diese Party sollte ihr aller und vor allem Pascals Leben von Grund auf verändern: Als Pascal auf Jules Dachboden nach einer passenden Halloweenverkleidung sucht, fällt er in eine antike Holztruhe und findet sich in einem dunklen Gang wieder, der über einen Leuchtpfad zu einem Friedhof führt. Mit diesem ersten Übertritt Pascals setzen sich Ereignisse in Gang, die nur von Pascal und dem geheimnisvollen Wächter wieder gestoppt werden können. Dann verschwindet auch noch Michelle auf mysteriöse Weise.

Ich stehe diesem Buch mit gemischten Gefühlen gegenüber. Auf der einen Seite wartet es mit einer tollen Idee auf, auf der anderen Seite hat die Geschichte aber ein paar Mankos. David Lozano Garbala hat mit „Puerta Oscura. Totenreise“ einen Jugendroman geschrieben, der sich von der Masse abhebt. Er ist toll konstruiert und mit Pascal schickt der Autor eine Hauptfigur ins Geschehen, mit der sich ein Jugendlicher gut identifizieren kann. Denn Pascal ist ein Durchschnittstyp, der auf ein tolles Mädchen steht. Was ihm dann aber auf der Party wiederfährt ist höchst beängstigend und dafür verhält er sich sehr gefasst und führt sein cooles neues Kostüm vor. Etwas merkwürdig ist auch, dass Michelle von niemandem großartig vermisst wird, nachdem sie spurlos verschwindet.

Der Schreibstil des Autors ist etwas anders, als wir ihn hier gewohnt sind. Er liest sich nicht ganz so flüssig, wie es für einen Jugendroman etwa von Vorteil wäre. Auch dass die Figuren alle irgendwie den gleichen Sprachstil haben, irritiert ein wenig. Da spricht eine 70-jährige Frau genauso wie ein 16-jähriges Mädchen. Über die Protagonisten selber erfährt man lange Zeit nicht so sehr viel, so dass sie sehr blass bleiben. Erst nach einigen Seiten schafft man es, eine Beziehung zu Pascal, Dominique und Michelle aufzubauen. Michelle verschwindet auch eine Zeit lang völlig vom Schirm des Lesers, so dass sie fast in Vergessenheit gerät.

Das Böse, verkörpert von einem Vampir, wird leider auch eine ganze Zeit lang zu platt und zu schnell abgehandelt, so dass es hier auch eine ganze Weile braucht, bin einem das wirkliche Ausmaß des Grauens bewusst wird. Auch die Ereignisse in der Totenwelt werden zu wenig detailreich beschrieben, was sich später aber glücklicherweise ändert.

„Puerta Oscura. Totenreise“ ist ein Fantasy Roman, der den Leser in die dunklen Abgründe des Totenreichs entführt. Man muss mit dem spanischen Erzählstil klar kommen und sich auf eine skurrile Story einlassen können, in der die Logik nicht immer im Vordergrund steht. Über ein paar Mankos hinwegsehend, erfährt man aber sehr viel über den Mythos des Todes und der Bewohner des Schattenreiches und kann Pascal auf seiner gefährlichen Reise durch das Land der Toten begleiten.



von David Lozano Garbalo
Gebundene Ausgabe: 607 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (15. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785568630
ISBN-13: 978-3785568637
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre

Rezension vom 19.09.2010


1 Kommentar:

  1. Durch vorablesen aufmerksam geworden, statte ich dir mal einen Besuch ab. :-) Gute Rezi zu Totenreise, das Buch interessiert mich auch.
    Liebe Grüße

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