Donnerstag, 12. August 2010

Eisiges Blut - Robert Masello

Leben und Sterben im ewigen Eis

Nach einer schrecklichen Tragödie in seinem Leben, hat sich der erfolgreiche Fotograf und Journalist Michael Wilde aus dem berufsalltag und dem täglichen Leben zurückgezogen. Er trinkt ein wenig zu viel und geht selten aus dem Haus. Bis er von seinem Redakteur aus seiner Lethargie gerissen und auf einen tollen Artikel angesetzt wird: Michael soll mitten in die Antarktis auf die Forschungsstation Point Adélie und eine Fotoreportage anfertigen. Ein tolles Angebot, dem sich selbst Micheal nicht entziehen kann und schon bald begibt er sich auf die schon fast abenteuerlich anmutende Reise ans Ende der Welt. Unterwegs trifft er den Wissenschaftler Derryl Hirsch, der auch zur Forschungsstation unterwegs ist um dort die Arktisfische zu untersuchen. Sie kommen ins Gespräch und freunden sich sogar ein wenig an. Auf der Station dürfen Derryl und Michael ein gemeinsames Zimmer beziehen, dann geht es raus in die arktische Kälte zum Polartraining, dem sich jeder, der auf der Forschungsstation arbeiten will, unterziehen muss. Eine eisige Nacht im Freien in einem Iglu, das sie selbst gebaut haben folgt. Danach geht es endlich richtig los und Michael, sowie Derryl und auch Dr. Barnes, eine Ärztin, die mit ihnen angekommen ist, können endlich mit ihrer Arbeit beginnen. Auf einem Tauchgang mit Derryl Hirsch, der nach Fischen sucht, macht Michael eine grausige Entdeckung: Eine Gestalt scheint im Eis eingeschlossen zu sein. Das Forschungsteam der Station birgt den riesigen Eisklotz und beginnt langsam mit dem Auftauen. Doch Manches sollte lieber im ewigen Eis verborgen bleiben und nie mehr das Licht dieser Welt erblicken…

Der Thriller von Robert Masello besticht durch eine wunderbar klare Sprache mit tollen wissenschaftlichen Passagen zu Beginn des Buches. Der Roman verfolgt zwei Handlungsstränge: Denjenigen in der Gegenwart um Michael Wilde auf der Forschungsstation Point Adélie und den Anderen, der das Schicksal von Sinclair und Eleanor Mitte des 19. Jahrhunderts schildert und viel über die beiden Gestalten im Eis verrät. Beide Handlungsstränge werden im letzten Drittel des Buches zusammengeführt und das Böse nimmt seinen Lauf. Das Buch ist wirklich schön und über weite Teile spannend zu lesen, der Hauch von Fantasy trifft auch absolut meinen Geschmack, allerdings wird es im letzten Drittel zu vorhersehbar und wartet mit einem völlig unrealistischen Ende auf, das meiner Meinung nach nicht hineinpasst. Wer sich daran nicht stört, erfährt viel über das Leben und Arbeiten auf einer Forschungsstation mitten im ewigen Eis und ein paar Stunden Lesevergnügen.



von Robert Masello
Broschiert: 640 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 4 (5. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 359618519X
ISBN-13: 978-3596185191
Originaltitel: Blood and Ice

Rezension vom 20.01.2010

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