Samstag, 21. August 2010

Der Fremde - Heike Korfhage

Die Abenteuer des Wanja Bajarin

Wanja Bajarin ist ein einsamer Wanderer durch die Welt. Er hat schon viel von ihr gesehen, an vielen weit entfernten Orten gekämpft und durch Zufall verschlägt es ihn nach Mittland, wo gerade die Belagerung von Wolfsburg durch König Karl stattfindet. König Karl nimmt mit Wanjas Hilfe, die Burg des abtrünnigen Grafen von Wolfsburg ein und will ihn näher kennenlernen. Doch da kommt ihrem Kennenlernen eine Horde Flugungeheuer in die Quere, die die Herzogin Valeria verschleppen und sich mit der Dame aus dem Staub machen. Nur Wanja ist geistesgegenwärtig und mutig genug, die Verfolgung aufzunehmen. Eine wilde Jagd beginnt, die den jungen Amudaren weit weg von Mittland, über Berge, durch Flüsse und Täler führt. Manchmal sieht er Tagelang keine Flugungeheuer, doch an manchen Tagen gelingt es ihm einem Ungeheuer nach dem Anderen den Garaus zu machen. Bis nur noch eins übrig ist, das oft rasten muss um die Last der Dame Valeria tragen zu können. Nun kommt Wanja endlich nahe genug an sie heran um Valeria zu befreien. Die beiden begeben sich auf eine lange und beschwerliche Rückreise, in der sie viele Abenteuer zu bestehen haben und an deren Ende König Karl Wanja mit einer Überraschung erwartet, mit der er nicht gerechnet hätte.

Heike Korfhage beginnt ihr Buch fulminant und mit jeder Menge actionreicher Szenen. Die Jagd nach der Dame Valeria ist aufregend und auch die Rückreise durch weit entlegene Gegenden der mittelalterlichen Welt ist beschwerlich und nur zu Fuß oder hoch zu Ross zu bewältigen. Viele Gefahren erwarten die beiden, bei denen Wanja als nur knapp dem Tod entrinnt und er öfter die Dame vor fiesen Räubern retten muss.

Zu Beginn haben sich leider noch sehr viele sprachliche Fehler eingeschlichen, oftmals sind die Adjektive nicht passend gewählt, aber das verliert sich mit Fortschreiten der Geschichte immer mehr. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und gut zu lesen. Durch ihre bildhafte Sprache kann sich der Leser die Welt und die Figuren sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist komplett aus Sicht des Helden, Wanja Bajarin, erzählt und man erfährt viel über seine Gedanken und seine Beweggründe, aber leider nur sehr wenig über seine Vergangenheit. Diese eröffnet sich dem Leser nur langsam.

Die mittelalterliche Welt erinnert stark an Unsere, was aber nicht weiter stört. Wanja Bajarin ist ein wahrer Überheld, dem es aber nicht immer reibungslos gelingt seine Dame zu beschützen und sie hinterher retten muss, der auch seine kleinen Fehler macht. Doch im Großen und Ganzen ist er schier unbesiegbar. Hier hätte ich mir ab und zu gewünscht, dass er nicht ganz so unfehlbar, moralisch korrekt und heldenhaft ist. Er kann wohl Magie wirken, setzt diese auch ein Mal ein um sich und Valeria zu retten, aber warum dies moralisch so verwerflich ist, erfährt der neugierige Leser leider nicht. Auch dem Bösewicht Ghadamis wird zu wenig Platz in der Geschichte eingeräumt, was das Ganze noch mehr aufgepeppt hätte.

Das Cover des Buches ist schön gestaltet, doch hätte ich hinter Diesem keinen Fantasyroman vermutet, sondern einen einfachen historischen Roman. Dennoch erkennt der Leser den Zusammenhang des Covers mit der Hauptfigur am Ende des Buches.

Insgesamt hat Frau Korfhage einen schönen Roman geschaffen, dessen Potenzial aber noch nicht gänzlich ausgeschöpft ist. Es bleiben auch einige offene Fragen zurück, die möglicherweise in einer Fortsetzung ihre Beantwortung finden werden.



von Heike Korfhage
Taschenbuch: 520 Seiten
Verlag: NOEL-Verlag (2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940209376
ISBN-13: 978-3940209375

Rezension vom 24.06.2010


Ich bedanke mich bei Heike Korfhage, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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